In der Gemeinderatssitzung am 24. Juni stellten sich Vertreter der Deutschen Glasfaser (DG) den Fragen des Gremiums zum stockenden Netzausbau in der Gemeinde Tholey. Der mit Spannung erwartete Tagesordnungspunkt endete jedoch in Ernüchterung. „Wir alle haben Antworten erwartet, wurden aber zum wiederholten Male enttäuscht“, bilanzierte Bürgermeister Andreas Maldener nach dem Auftritt des Kommunalmanagers sowie der regionalen und örtlichen Bauverantwortlichen der DG.
Für zusätzlichen Unmut sorgte, dass das Bauunternehmen Geodesia, das im Auftrag der Deutschen Glasfaser tätig ist, trotz Einladung nicht zur Sitzung erschienen war. Maldener machte deutlich: „Es wurde erneut deutlich, dass die Deutsche Glasfaser keinerlei Konzept für den Ausbau in unserer Gemeinde hat, keine Auskünfte zu Mängelbeseitigungen erteilen konnte und keine Prognose geben konnte, wann der Ausbau ordnungsgemäß weitergeführt werden kann.“ Die Vertreter der Deutschen Glasfaser hätten die Verantwortung für die derzeitige Situation zudem nahezu vollständig an die beauftragte Tiefbaufirma abgeschoben. Dabei besteht zwischen der Gemeinde Tholey – wie bei anderen Kommunen auch – kein direktes Vertragsverhältnis zu den Tiefbaufirmen, da diese ausschließlich im Auftrag der Deutschen Glasfaser arbeiten.
Um zumindest die größten Schadstellen zu beseitigen und Gefahren für die Bevölkerung abzuwenden, hat die Gemeinde bereits sogenannte Ersatzvornahmen gegenüber der Deutschen Glasfaser angekündigt. Die Gemeinde Tholey wird demnach selbst geeignete Unternehmen beauftragen, um dringende Maßnahmen durchzuführen – etwa die Asphaltierung offener Gräben in der Schweichhauserstraße im Ortsteil Tholey. Die entstehenden Kosten sollen anschließend an den Verursacher weitergereicht werden, wobei das Verfahren bestimmte zwingende Vorgaben mit sich bringt. „Wir können unsere Infrastruktur nicht auf diese Weise von Dritten verwahrlosen lassen, hier gilt es zu handeln. Auch wenn am Ende immer unklar ist, ob tatsächlich eine Kostenerstattung erfolgt“, so Maldener.
Einen kleinen Lichtblick gab es dennoch: Die Deutsche Glasfaser will über Umwege kurzfristig zumindest einige Kunden in den Ortsteilen Theley und Bergweiler ans Netz anschließen, die bereits über die notwendige Infrastruktur verfügen.
Bürgermeister Maldener zog ein insgesamt ernüchterndes Fazit: „Der Auftritt der Deutschen Glasfaser hat zunächst allen Mitgliedern des Gemeinderates die Hoffnung auf eine schnelle Lösung geraubt. Entsprechend groß war das Unverständnis. Als Gemeinde Tholey werden wir daher die Gespräche zur Suche potentieller Alternativen zur Deutschen Glasfaser weiter vorantreiben. Aber auch wir wissen, wie schwierig dies in der aktuellen Zeit ist. Aber wir bleiben dran.“





