Zum Internationalen Tag gegen Drogenmissbrauch am 26. Juni hat die saarländische Staatssekretärin und Landesdrogenbeauftragte Bettina Altesleben auf die wachsenden Gefahren durch neue synthetische Drogen hingewiesen. Der europäische Drogenmarkt verändere sich zunehmend, weshalb das Saarland seine Präventions- und Hilfsangebote weiter ausbaue.
„Der aktuelle Drogenbericht zeigt deutlich: Die bekannten Herausforderungen bleiben bestehen, gleichzeitig entstehen neue Risiken. Der Drogenmarkt verändert sich rasant, neue psychoaktive Substanzen gelangen fortlaufend in Umlauf und Vertriebswege werden immer komplexer. Umso wichtiger ist es, bewährte Maßnahmen der Prävention und Schadensminimierung kontinuierlich weiterzuentwickeln und dort, wo neue Bedarfe entstehen, innovative Angebote zu schaffen“, betont Altesleben.
Hintergrund ist der am 9. Juni 2026 veröffentlichte Europäische Drogenbericht der Europäischen Drogenagentur (EUDA). Demnach nehmen die Risiken für Konsumierende deutlich zu. Neben nach wie vor weit verbreiteten Substanzen wie Cannabis und Kokain drängen immer mehr synthetische Stoffe auf den Markt – oft mit unbekannter Wirkstoffstärke oder als unerkannte Beimischung in anderen Drogen. Allein 2025 wurden europaweit 50 neue psychoaktive Substanzen erstmals registriert. Insgesamt überwacht die EUDA inzwischen mehr als 1.000 Stoffe. Besonders besorgniserregend sei die zunehmende Verbreitung synthetischer Opioide und Cannabinoide sowie die hohe Verfügbarkeit von Kokain, Crack und neuen synthetischen Stimulanzien.
Das Saarland reagiert darauf mit einer Drogenpolitik, die auf Prävention, Gesundheits- und Verbraucherschutz sowie Schadensminimierung setzt. Im Zuge der Teillegalisierung von Cannabis wurden die personellen Ressourcen in der Prävention gezielt aufgestockt. Zudem geht das Land neue digitale Wege: Mit dem Podcast „Potcast.saarland – Rolling Out the Facts“ werden insbesondere junge Menschen wissenschaftlich fundiert und lebensnah über Risiken und Folgen des Cannabiskonsums informiert.
„Prävention ist der wirksamste Schutz vor Sucht. Gleichzeitig gilt: Schadensminimierung rettet Leben. Deshalb setzen wir im Saarland auf ein engmaschiges Hilfenetz für Menschen mit Suchterkrankungen“, so Altesleben.
Zum Hilfeangebot gehören unter anderem der Drogenkonsumraum, Spritzentauschprogramme, die Ausgabe von Konsumutensilien, Substitutionsbehandlungen sowie die psychosoziale Begleitung substituierter Menschen. Einen wichtigen Baustein bildet darüber hinaus das bereits früh im Saarland eingeführte Naloxon-Programm. Dieses ermöglicht es Angehörigen und Betroffenen, bei einer Opioid-Überdosierung lebensrettende Sofortmaßnahmen einzuleiten.





