St. Wendel: Breite Mehrheit will Zukunft der Grundschulen planen

Nikolaus-Obertreis Schule
Mia​ Münster, Wandgestaltung, 1962, Mosaik, 9 x 2,50 m, Nikolaus-Obertreis Schule, Giebel am Neubau, St. Wendel, Schorlemerstraße. Foto: Christine Kellermann.

Die Zukunft der Grundschulen in St. Wendel soll auf eine neue Grundlage gestellt werden. CDU und proWND bringen gemeinsam mit SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP einen gemeinsamen Antrag in den Stadtrat ein. Ziel ist die Erarbeitung von zwei Machbarkeitsstudien, die die langfristige Entwicklung der Schulstandorte vorbereiten sollen.

Konkret soll für die Nikolaus-Obertreis-Schule untersucht werden, ob ein Neubau im Bereich des Klaus-Bouillon-Sportzentrums realisiert werden kann. Für die Grundschule Oberlinxweiler soll geprüft werden, wie sich der bestehende Standort langfristig entwickeln lässt.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Sebastian Schorr betont: „Die Zukunft unserer Grundschulen entscheidet sich nicht für die nächsten zwei oder drei Jahre, sondern für die nächsten Jahrzehnte. Deshalb haben wir uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Nach intensiven Beratungen und vielen Gesprächen sind wir überzeugt, dass wir mit diesem Antrag den richtigen Weg einschlagen: Wir schaffen jetzt die fachliche Grundlage, um unsere Schulstandorte langfristig modern und zukunftsfähig weiterzuentwickeln.“

Nach Angaben der CDU ging dem Antrag ein umfangreicher Beratungsprozess voraus. Diskutiert worden seien unter anderem verschiedene Standortvarianten, mögliche Änderungen der Schulbezirke sowie Modelle einer gemeinsamen Grundschule. Zudem habe die Fraktion Gespräche mit Schulleitungen, Elternvertretungen und weiteren Beteiligten geführt sowie einen eigenen Workshop veranstaltet.

Die Machbarkeitsstudie für die Nikolaus-Obertreis-Schule soll verschiedene Flächen im Bereich des Klaus-Bouillon-Sportzentrums unter pädagogischen, verkehrlichen, städtebaulichen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten bewerten. Für den Standort Oberlinxweiler soll ergebnisoffen geprüft werden, ob eine Sanierung, Erweiterung oder ein Ersatzneubau die sinnvollste Lösung darstellt. Berücksichtigt werden sollen dabei auch die Anforderungen der Ganztagsbetreuung.

Ein zentrales Anliegen der Antragsteller ist die Beteiligung der Schulgemeinschaften. Schulleitungen, Lehrkräfte, Elternvertretungen sowie Verantwortliche der Nachmittags- und Ganztagsbetreuung sollen ihre Erfahrungen und Anregungen in den Planungsprozess einbringen.

Auch der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Alexander Zeyer begrüßt den gemeinsamen Antrag. „Bildung ist eines der wichtigsten Zukunftsthemen unserer Stadt. Deshalb freut es mich besonders, dass es gelungen ist, auch über Fraktionsgrenzen hinweg eine gemeinsame Grundlage zu schaffen. Gerade bei einer so langfristigen Entscheidung ist es richtig, unterschiedliche Perspektiven einzubeziehen und gemeinsam Verantwortung zu übernehmen.“

Nach Auffassung der CDU eröffnet eine mögliche Verlagerung der Nikolaus-Obertreis-Schule zugleich neue städtebauliche Entwicklungsmöglichkeiten. So könne der heutige Schulstandort künftig beispielsweise für zusätzlichen Wohnraum genutzt werden. Gleichzeitig solle die Annenschule nicht weiter als bevorzugter Grundschulstandort verfolgt werden. Stattdessen sehen die Antragsteller dort langfristig Nutzungsmöglichkeiten für Vereine, Ehrenamt, Gemeinschaftsangebote und ergänzende Verwaltungsnutzungen.

Der Stadtrat soll zudem bereits bis Ende des Jahres einen ersten Sachstandsbericht erhalten, damit die politischen Gremien die Untersuchungen eng begleiten und frühzeitig über die weiteren Schritte beraten können.

„Der breite gemeinsame Antrag zeigt, dass wir bei zentralen Zukunftsfragen Verantwortung übernehmen und gemeinsam tragfähige Lösungen entwickeln können. Mit den Machbarkeitsstudien schaffen wir die Grundlage für moderne Grundschulen, gute Lernbedingungen und eine nachhaltige Stadtentwicklung. Unsere Kinder verdienen die bestmöglichen Bildungschancen – und genau dafür legen wir heute den Grundstein“, so Alexander Zeyer.

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