Temperaturen steigen ab Dienstag auf bis zu 39 Grad – Waldbrandgefahr im Saarland bleibt bestehen

Symbolbild

Ab Dienstag müssen sich die Menschen im Saarland erneut auf extreme Hitze einstellen. Laut ARD-Wetterkompetenzzentrum können die Temperaturen in dieser Woche auf bis zu 39 Grad klettern. Grund dafür ist ein Hoch, das sich vom Azorenhoch abspaltet und subtropische Luftmassen nach Mitteleuropa lenkt. „Zu Wochenbeginn wird sich ein eingenständiges Hoch vom Azorenhoch abspalten und ab Dienstag über Süd- und Mitteleuropa liegen. Der Weg wird damit frei für subtropische Luftmassen, die eine neue Hitzewelle im Saarland bringen werden“, sagt Meteorologe Tim Gotsch. Am Dienstag soll zunächst die 30-Grad-Marke fallen, danach klettern die Werte bis Freitag schrittweise auf 33 bis 37 Grad in der Spitze. Der am 27. Juni in Saarbrücken-Burbach gemessene Allzeitrekord von 41,4 Grad dürfte damit allerdings unangetastet bleiben.

Zum Wochenende hin sollen die Temperaturen zwar etwas zurückgehen, aber weiterhin um die 30 Grad liegen. Wie es danach weitergeht, ist noch nicht abschließend absehbar – „doch Höchstwerte zwischen 30 und 35 Grad sind wahrscheinlich und somit setzt sich die Hitze wohl fort, wenn auch nicht mehr auf extremem Niveau“, so Gotsch. Auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) bestätigt den Trend: Am Montag bleibt es bei 24 bis 28 Grad noch wechselhaft, im Nordosten sind vereinzelte Schauer möglich. In der Hocheifel werden rund 23 Grad erwartet, in der Nacht zum Dienstag sinken die Werte auf 11 bis 15 Grad. Ab Dienstag zeigt sich dann die Sonne mit bis zu 33 Grad, am Mittwoch und Donnerstag rechnet der DWD mit Höchsttemperaturen zwischen 34 und 38 Grad. Ab Donnerstagnachmittag kann es schließlich Schauer und Gewitter geben.

Trotz möglicher lokaler Schauer und Gewitter zum Wochenende ist für die ausgetrockneten Böden keine flächendeckende Entspannung in Sicht. Die Waldbrandgefahr im Saarland bleibt damit weiterhin bestehen. Besondere Vorsicht ist geboten – erst in der vergangenen Woche hatte ein großflächiger Waldbrand zwischen Primstal und Kastel mehrere Hundert Einsatzkräfte gefordert. Das Umweltministerium Saarland empfiehlt unter anderem, kein offenes Feuer zu entzünden, im Wald nicht zu rauchen und keine Zigarettenkippen aus dem Autofenster zu werfen. Feuerwerk und Pyrotechnik sollten nicht in der Nähe von Wald- und Flurflächen gezündet werden, Müll gehört nicht in den Wald. Zufahrten zu Waldwegen und Schranken dürfen nicht zugeparkt werden, damit Rettungskräfte im Ernstfall durchkommen. Autos sollten nur auf ausgewiesenen Flächen abgestellt werden, da aufgeheizte Bauteile trockenes Gras unter dem Fahrzeug entzünden können.

Wer einen Waldbrand entdeckt, sollte den Gefahrenbereich zügig verlassen, den Notruf wählen und andere Waldbesucher warnen. Anschließend empfiehlt es sich, mit genügend Abstand zum Brand auf die Rettungskräfte zu warten und diese einzuweisen. Wer seinen genauen Standort nicht kennt, kann sich an den Rettungspunkten orientieren, die an vielen Zufahrten zu Wald- und Flurgebieten zu finden sind – am besten mit dem Smartphone abfotografieren.

Unterdessen haben am vergangenen Donnerstag die sogenannten „Hundstage“ begonnen, die traditionell vom 23. Juli bis zum 23. August dauern und als heißeste Phase des Jahres gelten. Statistisch betrachtet ist dieser Ruf allerdings nur bedingt gerechtfertigt. „Die Klimastatistik hält von den angeblich heißesten Tagen des Jahres während der Hundstage allerdings nicht allzu viel“, sagt Torsten Walter vom ARD-Wetterkompetenzzentrum. Auswertungen der Daten der Wetterstation Burbach aus den Jahren 2016 bis 2025 zeigen, dass nur in der Hälfte der Fälle der heißeste Tag des Jahres tatsächlich in die Hundstage fiel. In vier von zehn Jahren lag der Hitzerekord bereits vor diesem Zeitraum – am frühesten am 19. Juni 2021. In einem Jahr wurde der heißeste Tag erst nach den Hundstagen gemessen, nämlich am 27. August 2016.

Durch die fortschreitende Erderwärmung werden die Hundstage in den kommenden Jahren und Jahrzehnten voraussichtlich länger ausfallen: Sie beginnen früher und enden später. Auch der Allzeitrekord von 41,4 Grad in Burbach werde früher oder später übertroffen. „Aus statistischer Sicht müssen wir darauf wohl weniger als sieben Jahre warten, denn der Klimawandel beschleunigt sich“, mahnt Walter.

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