Einkaufen, Treppensteigen, Autofahren – was für die meisten Menschen selbstverständlich ist, wird nach einer schweren oder chronischen Erkrankung oft zur Herausforderung. Anlässlich des bundesweiten Reha-Tags am 26. September lenken die MEDICLIN Bosenberg Kliniken in St. Wendel den Blick auf die medizinische Rehabilitation und ihre Bedeutung für Betroffene und Gesellschaft. Die Klinik ist auf Rehabilitation in den Bereichen Neurologie, Geriatrie (Altersheilkunde) und Hals-Nasen-Ohrenheilkunde spezialisiert.
Rund 3.300 Patientinnen und Patienten wurden im Jahr 2025 in der Einrichtung stationär rehabilitiert. Etwa 230 Beschäftigte aus Medizin, Therapie, Pflege und Verwaltung arbeiten dabei interdisziplinär zusammen. Für jeden Patienten wird ein individueller Therapieplan erstellt, der je nach Erkrankung und persönlichem Ziel ärztliche Behandlung, Pflege, Physio- und Ergotherapie, Sport- und Bewegungstherapie, psychologische Betreuung, Ernährungsberatung oder Sozialberatung umfassen kann. Die Ziele sind dabei so verschieden wie die Menschen selbst: Während eine 40-jährige Lehrerin nach einer Erschöpfungsdepression an ihren Arbeitsplatz zurückkehren möchte, wünscht sich ein frisch gebackener Rentner, fit genug zu sein, um mit seinem Enkel Fahrrad zu fahren.
„Eine erfolgreiche Rehabilitation besteht nicht aus einer einzelnen Therapie“, sagt Dr. Christine Jochum, Chefärztin der Neurologie und Geriatrie. „Wir schauen uns an, wo ein Mensch zu Beginn der Reha steht, welche Einschränkungen ihn im Alltag oder Beruf besonders belasten und welche Ziele für ihn oder sie wichtig sind. Darauf stimmen wir die verschiedenen therapeutischen Bausteine genau ab. Gleichzeitig vermitteln wir Wissen und Strategien, die unsere Patientinnen und Patienten nach der Reha selbstständig weiter nutzen können.“
Dass Rehabilitation nachhaltig wirkt, belegen Zahlen der Deutschen Rentenversicherung: Von mehr als 720.000 Versicherten, die 2021 eine medizinische Rehabilitation abgeschlossen hatten, galten 83 Prozent im nachfolgenden Beobachtungszeitraum von zwei Jahren als erwerbsfähig. Lediglich acht Prozent erhielten in diesem Zeitraum eine Erwerbsminderungsrente, wie der Reha-Bericht 2025 ausweist.
Hinter diesen Statistiken stehen konkrete Schicksale, wie die Mitarbeitenden der Bosenberg Kliniken täglich erleben. So kämpft etwa eine junge Mutter im Rahmen ihrer MS-Erkrankung mit erhöhter Erschöpfbarkeit. In der neurologischen Reha lernt sie Strategien, um ihre Belastbarkeit besser einzuschätzen und den Alltag mit ihren Kindern wieder selbstbestimmt zu gestalten. Ein leidenschaftlicher Wanderer wiederum muss nach einem Schlaganfall mit Gangunsicherheit umgehen lernen – intensive Gangschule in der neurologischen Reha ermöglicht es ihm, wieder Wanderungen zu unternehmen.
Entscheidend sei dabei nicht nur, was während der Therapie in der Klinik gelinge, sondern was davon zu Hause weiterhelfe. Patientinnen und Patienten üben deshalb während der Rehabilitation Bewegungsabläufe, den bewussten Umgang mit Belastungsgrenzen und individuelle Strategien für den Alltag mit ihrer Erkrankung.
Geschäftsführer Thomas Schneider betont: „Hinter dem Begriff Rehabilitation stehen ganz konkrete Lebensziele. Wieder arbeiten. Wieder selbst einkaufen gehen. Wieder mit den Enkeln unterwegs sein können. Wieder Sport treiben. Manchmal auch einfach wieder normal essen können. Wenn wir Menschen dabei unterstützen, solche Dinge zurückzugewinnen, stärken wir ihre Lebensqualität und Teilhabe – und leisten gleichzeitig einen wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft.“
Der Deutsche Reha-Tag findet jährlich am vierten Samstag im September statt und steht in diesem Jahr unter dem Motto „Reha unterstützt. Reha wirkt. Reha lohnt sich.“ Die MEDICLIN Bosenberg Kliniken verfügen über 263 Betten und zählen zu den größten Fachkliniken für Hörschädigung in Deutschland. Zum Spektrum gehören außerdem eine interdisziplinäre Schwindel-Therapie, ein zertifiziertes Multiple-Sklerose-Zentrum, ein zertifiziertes Schluckzentrum sowie eine interdisziplinäre Post-Covid-Rehabilitation. Die Klinik ist Teil der MEDICLIN Aktiengesellschaft, einem der großen Gesundheitsdienstleister in Deutschland mit 31 Kliniken, sechs Pflegeeinrichtungen und zehn Medizinischen Versorgungszentren. MEDICLIN beschäftigt rund 9.900 Mitarbeitende und gehört zur ASKLEPIOS Gruppe.




