Johannes-Kühn-Tag bringt verschollenes Erstlingswerk zurück und lädt zu Gesprächen und Musik ein

Bild: Johannes Kühn Gesellschaft

Drei Jahre nach dem Tod des Dichters Johannes Kühn veranstaltet die Johannes-Kühn-Gesellschaft am Samstag, dem 3. Oktober, erneut einen ganzen Tag zu seinen Ehren in Hasborn-Dautweiler. Auf dem Programm stehen Zeitzeugengespräche, die Vorstellung einer Neuauflage seines allerersten Buches sowie eine musikalische Soirée. Der öffentliche Teil beginnt um 14:30 Uhr im Raum der Hasborner Vereine im ehemaligen Schwesternhaus in der Theelstraße 6. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

„Wir wollen uns auch in diesem Jahr wieder einen ganzen Tag lang mit dem Werk unseres Dichters aus den verschiedensten Blickwinkeln auseinandersetzen und danken allen Mitwirkenden, dass sie uns das ermöglichen“, erklärte der Vorsitzende der Gesellschaft, Dr. Martin Rech. Den Anfang machen zwei Zeitzeugen, die den Lyriker persönlich kannten. Ab 14:30 Uhr spricht der aus Sotzweiler stammende Künstler Prof. Heinrich Popp über seine Begegnungen mit Kühn. Popp, unter anderem als Schöpfer des „Wortsegels“ bei Sotzweiler bekannt, hatte zu mehreren Büchern des Dichters Graphiken und Zeichnungen beigesteuert und ihm zum 70. Geburtstag ein Skizzenbuch mit zahlreichen Zeichnungen geschenkt. Diese wurden zum Teil in Kühns Werk „Besitzlos, den Schmetterling feiernd“ sowie in einem Magazin und auf der Website der Gesellschaft veröffentlicht. Gegen 15:30 Uhr folgt ein Gespräch mit dem in Hasborn lebenden langjährigen Lebacher Bibliotheksdirektor Hans Huth, der Kühn seit seiner Kindheit kannte und einer der ersten war, die den Dichter zu öffentlichen Lesungen einluden. Beide Gespräche moderiert der aus Alsweiler stammende Journalist Klaus Brill, der dem Vorstand der Johannes-Kühn-Gesellschaft angehört.

Um 16:30 Uhr stellt der Verleger Dr. Thomas Seng die Neuausgabe von Kühns Erstlingswerk „Vieles will Klang, immer wieder“ vor. Das Buch war 1957 in einem schwäbischen Kleinverlag in Buxheim an der Iller bei Memmingen erschienen und ist längst vergriffen. Der aus Zweibrücken stammende Seng, der Johannes Kühn vor Jahren im Saarland kennenlernte, bringt das Werk nun in der Werkstattgalerie & Verlag Gramer & Seng in Nürnberg neu heraus. Die Neuausgabe ist mit Illustrationen des in Nürnberg und Saarbrücken lebenden Grafikers und Malers Markus Gramer versehen, der sich seit den 1980er Jahren künstlerisch mit Kühns Werk beschäftigt hat. Gramer hatte das Projekt bereits mit dem vor zwei Jahren verstorbenen Benno Rech erörtert. Bei der Buchvorstellung sprechen Thomas Seng, Markus Gramer und Kathrin Askan miteinander, moderiert von Armin Sinnwell.

Ein weiterer Programmpunkt ist die Vorstellung der neuen französischen Ausgabe von Kühns Werk „Salzgeschmack“ aus dem Jahr 1984. Der Übersetzer Joël Vincent, der bereits mehrere Bücher des Hasborner Dichters ins Französische übertragen hat, hat es kürzlich unter dem Titel „Des heures au goût de sel“ im Nachbarland herausgebracht.

Den Abschluss des öffentlichen Programms bildet um 18:30 Uhr eine lyrisch-musikalische Soirée, die Armin Sinnwell konzipiert hat und an der er selbst mitwirkt. Im Mittelpunkt steht die Natur als Erfahrungsraum und Inspirationsquelle. „Johannes Kühn war ein großer Spaziergänger, was liegt da näher?“, sagt der Verlagsmanager Sinnwell, der auch stellvertretender Vorsitzender der Gesellschaft ist. „Und was passt besser dazu als Musik von Menschen, denen die Natur ebenfalls ein Hallraum der kreativen Imagination war?“ Neben Kühn-Gedichten erklingen Stücke unter anderem von Edvard Grieg und Frank Hill, dargeboten vom Duo Recobrado aus Saarbrücken. Das Ensemble aus Solveigh Röttig (Violine) und Peter Knerner (Gitarre) ist dafür bekannt, gelegentlich verschiedene Stile zu mischen.

Für die rund 70 Mitglieder der Gesellschaft beginnt der Tag bereits um 11 Uhr mit der jährlichen Mitgliederversammlung im Gasthaus Huth in der Theeltalstraße 18. Dazu ergeht eine gesonderte Einladung. Es folgen ein gemeinsames Mittagessen um 13 Uhr und die Gelegenheit zu einem Spaziergang. Nach den öffentlichen Veranstaltungen treffen sich die Mitglieder um 20 Uhr erneut im Gasthaus Huth zu einem „Mahl der Freundschaft“. Zu diesem gemeinsamen Abendessen sind auch Interessierte willkommen, die nicht Mitglied sind. Eine vorherige Anmeldung wird erbeten.

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