Das Wortsegel bei Sotzweiler wird 20 Jahre alt – und zu diesem Anlass hat die Gemeinde Tholey gemeinsam mit dem Schöpfer der Stahlskulptur, Professor Heinrich Popp, einen rund 90 Seiten starken Jubiläumsband herausgegeben. Das Buch wurde im Rahmen einer Präsentation in der Gemeinde vorgestellt.
Die imposante Skulptur wurde 2005 auf einer Anhöhe bei Sotzweiler errichtet und gehört längst zu den markantesten Wahrzeichen der Gemeinde Tholey und des Saarlandes. Für viele Besucher steht sie heute gleichberechtigt neben dem Schaumberg und der Abtei Tholey. Das Kunstwerk zieht Spaziergänger, Wanderer und Kunstinteressierte gleichermaßen an. Der neue Band vereint historische Dokumente, bislang schwer zugängliche Texte aus der Entstehungszeit sowie neue Beiträge, die das Wortsegel aus heutiger Perspektive einordnen. „Dieses Buch ist weit mehr als eine Neuauflage der damaligen Einweihungsbroschüre. Es vereint die Geschichte, die Ideen und die Entwicklung dieses besonderen Ortes und zeigt eindrucksvoll, welche Bedeutung das Wortsegel heute für die Gemeinde Tholey und weit darüber hinaus besitzt“, sagte Bürgermeister Andreas Maldener. Er verwies zudem darauf, dass die Skulptur dem renommierten gleichnamigen Schreibwettbewerb seinen Namen gegeben hat.
Bei der Buchvorstellung erläuterte Heinrich Popp, der 1944 in Sotzweiler geboren wurde, auch die technischen Besonderheiten seines Werks. Die beiden rund 13 Meter hohen Stahlelemente berühren sich an ihren Spitzen auf einer Fläche von lediglich vier mal vier Zentimetern und sind dort miteinander verschweißt. Gleichzeitig muss die Konstruktion flexibel genug bleiben, um Windlasten standzuhalten. „Nach Aussage der Dillinger Hütte kann diese Skulptur mindestens 2.000 Jahre stehen bleiben“, erklärte Popp. Der verwendete Spezialstahl sei so beschaffen, dass er über Jahrhunderte den Witterungseinflüssen trotzen könne.
Der Jubiläumsband widmet sich ausführlich der außergewöhnlichen Ingenieurleistung hinter dem Projekt. Die Herstellung der tonnenschweren Stahlplatten stellte seinerzeit höchste Anforderungen an Materialbearbeitung und Walztechnik. Die enge Zusammenarbeit mit der Dillinger Hütte wird ebenso dokumentiert wie die Fertigungs- und Montagearbeiten. „Das Wortsegel ist auch ein Symbol für die Leistungsfähigkeit der saarländischen Stahlindustrie“, betonte Popp. „Ich habe viele Tage in der Dillinger Hütte verbracht und den Entstehungsprozess verfolgt. Das war faszinierend und hat mir große Freude bereitet“, sagte der Künstler.
Auch die künstlerische Idee hinter der Skulptur wird im Buch beleuchtet. Die Inspiration für die Form fand Popp in seiner lebenslangen Faszination für die Seefahrt und die eleganten Linien moderner Segelboote. Der ungewöhnliche Name des Kunstwerks wird ebenfalls thematisiert – dabei greift der Band Gedanken des saarländischen Schriftstellers Johannes Kühn auf, dessen Werke und Überlegungen die Entstehung des Projekts begleiteten.
Bürgermeister Maldener sieht in dem Band ein wichtiges kulturhistorisches Dokument: „Das Wortsegel ist ein Stück Heimat. Es steht für Ruhe, Besinnung und kulturelle Identität. Der Jubiläumsband macht deutlich, wie eng Kunst, Landschaft und Geschichte an diesem Ort miteinander verbunden sind.“
Popp studierte an der Staatlichen Schule für Kunst und Handwerk in Saarbrücken, arbeitete zunächst als Grafikdesigner und lehrte später an der Hochschule der Bildenden Künste Saar als Professor für Visuelle Kommunikation bis zu seiner Emeritierung. Sein künstlerisches Schaffen umfasst Zeichnungen, Malerei, Holzschnitte und Skulpturen. Das Wortsegel gilt als seine bekannteste Arbeit.
Gestaltet wurde der Jubiläumsband von Designer Eric Jacob und bei Krüger Druck + Verlag in Merzig produziert. Das Buch ist in der Tourist-Information der Gemeinde Tholey, Römerallee 5, zum Preis von 19,90 Euro erhältlich.





