St. Wendel: Basilika-Chor plant Festkonzert mit britischer Kirchenmusik und einer Überraschung

Foto: J. Bonenberger/Pfarrei St. Wendelin

Der Chor der Wendelinus-Basilika lädt am Donnerstag, 15. Oktober 2026, um 20 Uhr zu einem Festkonzert in die Wendelinus-Basilika St. Wendel ein. Gemeinsam mit dem Kammerorchester Resonanz und Organistin Martina Haßdenteufel präsentiert der Chor unter der Leitung von Stefan Klemm vor allem Werke des britischen Komponisten Philip W. J. Stopford. Einen Blick zurück in die Romantik eröffnet Martina Haßdenteufel an der Orgel mit Präludium und Fuge c-Moll von Felix Mendelssohn Bartholdy.

Im Mittelpunkt des Abends steht die rund halbstündige „Missa Deus Nobiscum“. Stopford schrieb sie zum 150-jährigen Bestehen des Methodist College in Belfast, wo sie 2019 in der Waterfront Hall uraufgeführt wurde. Das Besondere: Bereits im Kyrie schimmern die ersten Töne der weltberühmten irischen Melodie „Danny Boy“ durch. Von diesem leisen irischen Gruß aus entwickelt sich die Messe über ein temperamentvolles Gloria und festliche Klangpracht bis zur abschließenden Bitte „Dona nobis pacem“ – „Gib uns Frieden“. Stopford versteht das Werk dabei als eine zusammenhängende musikalische Reise und nicht nur als Abfolge einzelner Messteile.

Ebenfalls auf dem Programm steht „In My Father’s House“, das Stopford 2015 zum 90-jährigen Bestehen der St. Petronille Catholic Church in Glen Ellyn bei Chicago komponierte. Für die Vertonung wählte er Worte aus dem 14. Kapitel des Johannesevangeliums, in dem Jesus von den vielen Wohnungen im Haus seines Vaters spricht – mitten in einer Abschiedsrede an seine Jünger. Es sind Worte über Abschied und Beunruhigung, aber vor allem über Trost, Frieden und die Hoffnung auf ein Wiedersehen. Zwei Jahre nach der Entstehung wurde gerade dieses Stück zum Titelwerk einer großen CD Stopfords mit dem Truro Cathedral Choir und dem BBC National Orchestra of Wales.

Noch weiter zurück reicht die Textgrundlage von „He Is Risen“. Die Musik stammt aus dem Jahr 2020, die Worte jedoch verfasste die englisch-irische Kirchenlieddichterin Cecil Frances Alexander bereits 1846. Fast 175 Jahre später kleidete Stopford den alten Ostertext in ein neues musikalisches Gewand: Chor und Orgel, dazu Blechbläser und Pauken, lassen die Botschaft von Auferstehung, Licht und überwundener Dunkelheit mit großer Festlichkeit erklingen.

Der Komponist selbst fand auf ungewöhnlichem Weg zur Kirchenmusik: Als Siebenjähriger wurde Philip W. J. Stopford von seiner Mutter nach London mitgenommen und glaubte, der Ausflug führe in den Zoo oder zu Madame Tussauds. Tatsächlich ging es zum Vorsingen in die Westminster Abbey. Stopford wurde aufgenommen und sang dort vier Jahre als Chorknabe. Die englische Kathedraltradition, die er damals aus nächster Nähe kennenlernte, prägt seine Kompositionen bis heute.

Der Vorverkauf beginnt Mitte September. Karten kosten 20 Euro, ermäßigt 17 Euro. Sie sind im Pfarrbüro St. Wendelin, im Brunnenlädchen in der St. Wendeler Oberstadt, bei den Sängerinnen und Sängern sowie unter vorstand-basilikachor@outlook.com erhältlich. Weitere Informationen gibt es unter www.kurzlinks.de/Festkonzert.

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