Peter Klär tritt aus dem FC Blau-Weiß St. Wendel aus

Peter Klär CDU

Der Streit um die Organisation des St. Wendeler Oktoberfests hat eine weitere Entwicklung genommen: Bürgermeister Peter Klär (CDU) ist aus dem FC Blau-Weiß St. Wendel zum Jahresende ausgetreten. Ein entsprechendes Schreiben liegt WNDN vor. Der Austritt erfolgt vor dem Hintergrund der seit Wochen öffentlich geführten Auseinandersetzung zwischen Verein und Stadt über das Oktoberfest 2026. Ob Klär seinen Austritt ausdrücklich mit diesem Konflikt begründet, ist anhand der WNDN derzeit vorliegenden Informationen nicht bekannt.

Der Vorgang ist auch deshalb bemerkenswert, weil der Konflikt um das Oktoberfest zuletzt deutlich an Schärfe gewonnen hatte. Der FC Blau-Weiß hatte das Fest in den vergangenen Jahren mitgetragen und nach eigener Darstellung auf die Einnahmen aus der Veranstaltung angewiesen.

Für 2026 wollte der Verein sein bisheriges Konzept verändern. Wegen erheblich gestiegener Veranstaltungskosten hatte der FC bereits Ende 2025 eine Zusammenarbeit mit Alm Events vorbereitet. Damit sollten unter anderem günstigere Konditionen bei Zelt und Einkauf erreicht und das wirtschaftliche Risiko reduziert werden.

Vierter Veranstaltungstag wurde zum Streitpunkt

Ein wesentlicher Bestandteil des geplanten Konzepts war ein vierter Veranstaltungstag. Nach Darstellung des FC Blau-Weiß war die Stadt bereits frühzeitig über diese Planung informiert. Der Verein erklärte später, der damalige Vorsitzende habe Bürgermeister Klär bereits Ende 2025 über die geplante Konstellation und den zusätzlichen Tag informiert. Dies sei mündlich akzeptiert worden.

Der FC führte anschließend eine Reihe von Terminen mit Vertretern der Stadt an. Nach Angaben des Vereins wurden unter anderem Zeltplanung, Programm und Vorverkauf vorbereitet. Erst bei einem Termin im Ordnungsamt am 7. Mai sei die eindeutige Mitteilung erfolgt: „KEIN VIERTER TAG!“

Der Verein erklärte daraufhin, das geplante Konzept nicht mehr umsetzen zu können. Er verwies darauf, dass zu diesem Zeitpunkt bereits Bands gebucht, Verträge geschlossen und Kosten entstanden seien. Einen später von der Stadt vorgeschlagenen Kompromiss mit einem größeren Zelt für drei Veranstaltungstage lehnte der FC ab.

Nach Angaben der Stadt hätte ein größeres Zelt rund 2.000 zusätzliche Besucher ermöglicht. Der Verein hielt dagegen, dass dafür nach seiner Berechnung etwa 15.000 Euro zusätzliche Kosten angefallen wären und mehr Plätze nicht automatisch mehr Einnahmen bedeuteten.

Stadt fand neuen Veranstalter

Nach dem Rückzug des FC Blau-Weiß suchte Bürgermeister Klär nach Darstellung der Stadt nach einer anderen Lösung für das dreitägige Oktoberfest. Schließlich wurde der Betreiber der St. Wendeler Musikkneipe „Spinnrad“ als Veranstalter ausgewählt.

Auch diese Entscheidung löste politische Diskussionen aus. Die Stadt erklärte auf Anfrage von WNDN, dass kein öffentliches Ausschreibungs- oder formelles Interessenbekundungsverfahren durchgeführt worden sei. Sie ordnete die Auswahl als Zulassungsentscheidung zu einer öffentlichen kommunalen Einrichtung nach Paragraf 19 des Kommunalselbstverwaltungsgesetzes ein. Nach Auffassung der Stadt sei deshalb eine öffentliche Ausschreibung nicht erforderlich gewesen.

Kritik kam auch aus der CDU

Inzwischen beschäftigt das Vorgehen auch die St. Wendeler Kommunalpolitik. SPD-Fraktionschef Marc André Müller hat einen umfangreichen Fragenkatalog zur Auswahl des Festzeltbetreibers vorgelegt. Darin geht es unter anderem um das konkrete Rechtsverhältnis zwischen Stadt und Betreiber, mögliche weitere Interessenten, Auswahlkriterien, wirtschaftliche Leistungen und die Frage, weshalb auf ein öffentliches Verfahren verzichtet wurde.

Kritik kam zuletzt sogar aus den Reihen der CDU. Der Beigeordnete der Kreisstadt, Alex Zeyer, erklärte öffentlich, dass ihn die bisherigen Antworten des Rathauses nicht überzeugten. Nach seiner Auffassung wäre nach dem Ausstieg des FC Blau-Weiß ein Interessenbekundungsverfahren unter den St. Wendeler Gastronomen fair und transparent gewesen – unabhängig davon, ob ein solches Verfahren rechtlich zwingend vorgeschrieben war.

Zeyer stellte außerdem die Frage, weshalb die Stadt den vom FC gewünschten vierten Veranstaltungstag nicht zugelassen habe. Eine klare Antwort darauf gebe es aus seiner Sicht bislang nicht.

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