Ein handelsüblicher Schraubenzieher, wenige Sekunden – und das Fenster war offen. Für die Eingangstür brauchte Jürgen Längler nur einen stabilen Draht und rund drei Minuten. Der ehemalige Polizist demonstrierte damit während seiner Ausbildung zum Seniorensicherheitsberater, wie einfach es Einbrechern oft gemacht wird. „Das Fenster verfügte über keine Pilzkopfverriegelung, die Tür war nur zugezogen, nicht abgesperrt. So macht man es Einbrechern leicht“, sagt Längler.
Landrat Udo Recktenwald hat den Ruheständler nun offiziell zum ehrenamtlichen Seniorensicherheitsberater im Landkreis Sankt Wendel ernannt. Längler ist für die Gemeinde Tholey zuständig und damit der siebte Berater dieser Art im Sankt Wendeler Land.
„Die Seniorensicherheitsberater sind die ersten Ansprechpartner für ältere Menschen: Sie sind selbst im Ruhestand, verfügen über ähnliche Lebenserfahrung wie Senioren, kennen ihre Ängste und Nöte und bringen eine fachlich-fundierte Ausbildung sowie Kompetenz mit. Sie sind zudem Mittler zwischen Senioren, Verwaltung und Polizei. Es ist somit eine wertvolle ehrenamtliche Tätigkeit, die dazu beiträgt, das Sicherheitsgefühl älterer Menschen und somit die Lebensqualität in unserem Landkreis zu steigern“, sagt Recktenwald.
Die ehrenamtlichen Berater informieren und klären auf, geben Verhaltensempfehlungen und praktische Tipps zur Kriminalprävention. Dazu gehört auch das Wissen, wie Einbrecher vorgehen – weshalb das Knacken von Fenstern und Türen Teil der Ausbildung ist. „Je mehr Widerstand, umso größer die Wahrscheinlichkeit, dass es nur bei einem Versuch bleibt“, sagt Längler. Er rät, die Eingangstür stets abzusperren und nicht nur zuzuziehen. Auch alte Fensterverriegelungen ließen sich mit Pilzkopfbeschlägen nachrüsten.
Wer sich für kostenfreie Vorträge oder Beratungen interessiert – auch für Vereine und Gruppen –, kann sich an die Geschäftsstelle der ehrenamtlichen Seniorensicherheitsberater im Seniorenbüro des Landkreises Sankt Wendel wenden: Telefon (06851) 8015201, E-Mail: seniorenbuero@lkwnd.de.




