Die Freien Wähler im Landkreis St. Wendel stellen die bisherige Verwendung der Gewinne der Kreissparkasse infrage. Obwohl das Geldinstitut nach Darstellung der Partei Rekordgewinne erwirtschaftet, fließe kein Teil des Jahresüberschusses an den Landkreis als Träger der Sparkasse. Angesichts steigender finanzieller Belastungen der Kommunen und einer hohen Kreisumlage wollen die Freien Wähler nun prüfen lassen, ob der Landkreis künftig an den Gewinnen beteiligt werden könnte.
Die Freien Wähler Kreisvereinigung St. Wendel wollen das Thema im Kreistag am 2. November 2026 zur Sprache bringen. Ihr Ziel ist es, die bisherige Praxis zu hinterfragen und mögliche zusätzliche Einnahmen für den Landkreis zu erschließen.
Nach Angaben der Freien Wähler werden die Jahresüberschüsse der Kreissparkasse derzeit vollständig einbehalten. Eine Ausschüttung an den Landkreis finde demnach nicht statt.
Freie Wähler stellen bisherige Praxis infrage
Johannes Peter von den Freien Wählern sieht darin angesichts der angespannten kommunalen Haushaltslage Klärungsbedarf.
„Es geht nicht darum, die Sparkasse zu schwächen. Aber wir müssen die berechtigte Frage stellen: Warum verzichtet der Landkreis auf mögliche Einnahmen – während gleichzeitig überall gespart werden muss und die Kreisumlage enorm steigt?“
Die Kreisumlage ist eine wichtige Einnahmequelle des Landkreises. Sie wird von den kreisangehörigen Städten und Gemeinden aufgebracht und belastet damit deren Haushalte.
Aus Sicht der Freien Wähler stellt sich deshalb die Frage, ob der Landkreis zusätzliche finanzielle Spielräume gewinnen könnte, wenn er an den Überschüssen seiner Sparkasse beteiligt würde.
Gewinnbeteiligung soll im Kreistag geprüft werden
Die Freien Wähler fordern keine sofortige Ausschüttung in einer bestimmten Höhe. Vielmehr soll zunächst untersucht werden, ob eine angemessene Beteiligung des Landkreises an den Gewinnen möglich und sinnvoll wäre.
Dabei verweisen sie darauf, dass entsprechende Gewinnbeteiligungen nach ihrer Darstellung auch in anderen Landkreisen möglich seien.
Welche Summe dem Landkreis St. Wendel durch eine mögliche Ausschüttung jährlich zufließen könnte, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Auch konkrete Zahlen zu den angesprochenen Rekordgewinnen nennt die Kreisvereinigung nicht.
Damit bleibt zunächst offen, welche finanziellen Auswirkungen eine Änderung der bisherigen Praxis tatsächlich hätte.
Stabilität der Sparkasse soll erhalten bleiben
Die Freien Wähler betonen ausdrücklich, dass eine mögliche Gewinnbeteiligung nicht zulasten der wirtschaftlichen Stabilität der Kreissparkasse gehen dürfe.
Das Geldinstitut erfülle einen öffentlichen Auftrag. Dazu gehört insbesondere die Versorgung der Bevölkerung und der regionalen Wirtschaft mit Finanzdienstleistungen.
Johannes Peter erklärt dazu:
„Die Sparkasse erfüllt einen öffentlichen Auftrag – und der Landkreis trägt Verantwortung für die Menschen vor Ort. Beides muss zusammen gedacht werden.“




