Mike Theobald hat den Schuldienst an den Nagel gehängt und sich beruflich völlig neu erfunden. Der ehemalige Lehrer und Schulleiter betreibt seit Anfang September das KeltenWerk – ein Bistro am Sportgelände des VfR Otzenhausen. Das Lokal soll mehr sein als eine klassische Gaststätte: ein Treffpunkt für Vereine, Sportbegeisterte und Menschen aus dem Ort und der Umgebung.
Vor einigen Jahren hatte Theobald begonnen, sein Beamtenleben zu hinterfragen. Die Sicherheit sei zwar ein großer Vorteil gewesen, aber eben auch ein „Goldener Käfig“, der ihn schließlich dazu bewogen habe, auszusteigen und etwas völlig Neues zu wagen. Die Gastronomie sei dabei kein Zufall gewesen, sondern eine Leidenschaft, die ihn seit frühester Kindheit geprägt habe. Nach Gesprächen mit dem Ortsvorsteher, Freunden, Bekannten und der Familie fiel die Entscheidung, das Vereinsheim des VfR Otzenhausen neu aufzustellen und ein eigenes gastronomisches Konzept umzusetzen.
Eine zentrale Rolle spielt die Zusammenarbeit mit den örtlichen Vereinen. Durch die Lage direkt am Sportplatz ist der VfR Otzenhausen eng mit dem KeltenWerk verbunden. Doch auch andere Gruppen sollen dort ihren Platz finden – etwa beim regelmäßigen Dart-Treff, bei Spieleabenden oder beim gemeinsamen Feierabendbier. Auch der Tischkickerverein TFC Otzenhausen kann im KeltenWerk wieder seinen Trainingsbetrieb aufnehmen. Vereinsleben und Gastronomie sollen so miteinander verbunden werden.
Seit der Eröffnung Anfang September wurde bereits einiges ausprobiert. Zum Eröffnungswochenende standen unter anderem ein Flammkuchenabend mit DJ, Live-Cooking und Karaoke sowie Kaffee und Kuchen zum Heimspieltag des VfR auf dem Programm. Seitdem kamen Dart- und Spieleabende, Weißwurstfrühstück, gemeinsame Fußballübertragungen und Themenabende wie „Schock it like it’s hot“ oder ein 90er- und 2000er-Musikabend hinzu.
Weitere Veranstaltungen sind bereits in Planung. Theobald möchte bewusst ausprobieren, was in Otzenhausen und der Umgebung funktioniert. Sportübertragungen, gesellige Abende, kleinere kulinarische Aktionen und besondere Events sollen sich abwechseln. Für Silvester ist bereits ein Buffetabend vorgesehen. Zudem werden jeden Samstag die Bundesliga-Konferenz und die Sonntagsspiele der Bundesliga live übertragen.
Die Speisekarte bleibt bewusst überschaubar und unkompliziert. Statt einer großen Restaurantkarte setzt das KeltenWerk auf Bistro- und Kneipenküche mit wechselnden Tagesgerichten. Dazu gehören etwa Flammkuchen, hausgemachte Frikadellen, Currywurst, Rohesser oder Nudelgerichte. Bei Veranstaltungen kommen Speisen wie Chili oder Lyonerpfanne hinzu. Vegetarische und teilweise vegane Alternativen sollen ebenfalls einen festen Platz haben.
Der Wechsel vom Schulleiter zum Gastronom mag auf den ersten Blick gewaltig erscheinen. Ganz verschwunden ist der alte Beruf aber nicht: Organisieren, improvisieren, mit unterschiedlichsten Menschen umgehen und dafür sorgen, dass sich alle wohlfühlen – all das gehört auch im KeltenWerk zum Alltag. In Otzenhausen soll so ein neuer Treffpunkt wachsen – gemeinsam mit den Menschen und Vereinen vor Ort.







