Im ersten Interview mit Dominik Adolph berichtete der 31-jährige Erzieher, wie er 100 Kilogramm verloren und den Weg in ein neues, leichteres Leben gemeistert hat. Wie angekündigt, unterzog sich Dominik im Herbst letzten Jahres einer Hautstraffung. Im folgenden Artikel berichtet er, wie seine Operation verlief und wie es ihm heute geht. Weiterhin erklärt er, wie es ihm gelingt, für seine Gesundheit und sein Wohlbefinden zu kämpfen und welche Tipps er für Abnehmwillige hat.
Dominik, wie fühlst du dich heute, sieben Monate nach unserem ersten Gespräch?
„Mir geht es nach wie vor wirklich gut, und ich fühle mich sehr wohl in meiner Haut. Erst seit ich schlank bin, weiß ich, was es bedeutet das Leben zu genießen. Ich ziehe mich nicht mehr zurück, bin glücklich, offen, fit und agil und freue mich auf den Sommer, das war früher undenkbar für mich. Endlich muss ich mich nicht mehr verstecken. Deshalb kann ich es gut verstehen, wenn jemand unter seinem Übergewicht leidet und versuchen möchte etwas zu verändern. Gleichzeitig weiß ich aber auch wie schwer es ist den ersten Schritt zu wagen. Früher trug ich Konfektionsgröße 9XL und heute trage ich Medium. Es ist der Wahnsinn und kein Vergleich zu vorher. Ich traue mich helle, farbenfrohe Klamotten anzuziehen. Bevor ich meinen Weg in ein neues, gesünderes Leben startete, war ich stets bemüht meine Körperfülle mit dunklen Textilien zu kaschieren, was mit einem Gewicht von knapp 200 Kilogramm keine leichte Aufgabe war. Ich hätte mich damals nicht getraut auffällige, kunterbunte Kleidung zu tragen. Es ist ein schönes Gefühl, heute selbstbewusster zu sein und ganz anders durch das Leben zu gehen. Die Entscheidung nach vorne zu blicken und einen neuen Weg einzuschlagen, war die richtige. Ich bin froh, dass ich mich endlich um mich selbst kümmere!“
Das freut mich für dich! Gratuliere! Du hast nun eine Hautstraffung, eine Operation, die du in unserem ersten Interview angesprochen hast, hinter dir. Wie war die OP und wie geht es dir damit?
„Bei mir wurde im Oktober 2021 im Hochwaldkrankenhaus Bad Nauheim eine Bauchdeckenstraffung vorgenommen, dabei wurden 2,5 Kilogramm Haut entfernt. Ich hatte wenig Angst vor den Risiken (Blutungen, Thrombose, Infektion, usw.), weil ich einfach so euphorisch und positiv aufgeregt war. Ich fieberte dem Ergebnis nach der OP entgegen und fühlte mich in der Einrichtung gut aufgehoben. Von der 2,5- stündigen OP selbst bekam ich natürlich nichts mit. Durch die Narkose schlief ich ganz schnell ein und wurde gefühlt kurze Zeit später wieder wach. Wenig erbaut war ich, als es leider Komplikationen gab und ich ein zweites Mal in den Operationssaal musste, weil Blutungen auftraten. Diese wurden gestoppt und als ich Stunden nach dem Eingriff wieder in meinem Krankenzimmer war, ging es mir gut. Während der gesamten Zeit nach dem Eingriff hatte ich kaum Schmerzen, auch die Drainagen zum Abfluss des Wundwassers waren gut zu ertragen. Ich musste knapp 14 Tage stationär im Krankenhaus bleiben und durfte mich zwei Monate lang körperlich nicht anstrengen, was natürlich eine Umstellung darstellte, weil ich normalerweise regelmäßig Sport treibe. Umso mehr freute ich mich darauf mich wieder uneingeschränkt zu bewegen. Nach dem Aufenthalt im Krankenhaus musste ich regelmäßig zum Punktieren der Wundfläche ins Krankenhaus. Bis die Narben vollständig verheilt sind, dauert es Monate, aber auch jetzt bin ich schon sehr zufrieden und sehe Fortschritte. Außerdem freut es mich sehr, dass meine Krankenkasse sämtliche Kosten übernommen hat, das war ein Segen. Durch das Entfernen der überschüssigen Hautlappen an meinem Bauch habe ich noch mehr Lebensqualität gewonnen, und das ist ein tolles Gefühl. Ich sehe mich an und kann manchmal kaum fassen, dass ich das bin!“
Toll, dass das heutige Ergebnis dir zusagt und du dich wohlfühlst. Wie schwer war denn der Weg von der Beantragung der Kostenübernahme der Bauchdeckenstraffung über deine Krankenkasse bis hin zur Durchführung der OP?
„Ich muss sagen, dass ich mir diesen Weg viel schwieriger vorgestellt habe. Ich fürchtete mich vor einem komplizierten Bürokratiedschungel und letztlich wurde ich eines Besseren belehrt. Ich nahm im Sommer letzten Jahres Kontakt mit meiner Krankenkasse, der KKH, auf, und mein Operateur schrieb mir daraufhin einen ausführlichen Antragsbericht, der mein Leiden unter dem massiven Hautüberschuss stark untermauerte. Meine Haut hing regelrecht und das war wirklich sehr schwer für mich. Nach Eingang des Antrags bei der Versicherung wurde ich direkt kontaktiert und musste persönliche Fragen zu meiner psychischen und physischen Verfassung aufgrund der Hautlappen schriftlich beantworten. Fünf Wochen später erhielt ich den Anruf, der mich zu Tränen rührte und für den ich bis heute so dankbar bin. „Herr Adolph, ich wollte nicht, dass Sie warten müssen, bis unser Schreiben Sie postalisch erreicht. Ich freue mich Ihnen mitzuteilen, dass wir die Kosten für Ihre Bauchdeckenstraffung und Weiteres, was damit in Verbindung steht, tragen. Sie haben so viel alleine geschafft. Ich gratuliere Ihnen“, sagte die supersympathische Mitarbeiterin am Telefon zu mir. Ich war so baff und fragte mehrfach nach, ob das, was ich gerade hörte wirklich der Realität entspreche. Damit wurde der Grundstein für mehr Lebensfreude für mich gelegt.“
Super, dass der Antrag so reibungslos bewilligt wurde, eine schöne Sache. Dominik, einige Menschen schaffen es abzunehmen, halten ihr neues Gewicht aus den verschiedensten Gründen aber nicht. Wie ist es bei dir? Hast du Sorge wieder in alte Muster zu verfallen?
„Bei einer Körpergröße von 1,84 Meter wog ich, als wir das Interview letztes Jahr im Juli führten, 97 Kilogramm. Seitdem habe ich weitere 9 Kilo abgenommen. Ich habe mir geschworen, nie wieder in mein altes, schweres und krankes Leben zurückzukehren. Ich bin es mir heute wert, dass ich mich um mich selbst sorge. In den letzten Jahren hat sich mein Leben so zum Positiven gewendet, dass ich auf Dauer so weiterleben möchte. Eine gesunde Ernährung und sportliche Aktivitäten sind feste Bestandteile meines Alltags, die nicht mehr wegzudenken sind. Ich sehe endlich wieder mit Freude in den Spiegel und das werde ich nicht mehr aufgeben! Wenn man an sich glaubt, kann man nahezu alles schaffen. Dementsprechend habe ich keine Angst, dass sich alte Verhaltensmuster wieder einschleichen!“
Welche Tipps hast du für Gleichgesinnte, die ihre persönliche Erfolgsstory in Sachen Abnehmen schreiben möchten?
„Ich kann jedem, der gesünder leben möchte, empfehlen den ersten Schritt zu wagen. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und alles, was neu ist, führt erst einmal zu Stress, das ist ganz normal. Aller Anfang ist ausgesprochen schwer, aber ich kann nur sagen: Es lohnt sich! Seid es euch wert! Eine Kombination aus Planung, Bewegung, bewusster Ernährung, Durchhaltevermögen, Interesse und Spaß an der Sache ist der Schlüssel zum Erfolg. Das klappt nicht von Beginn an und auch nicht dauerhaft gleich gut, aber langfristig gesehen, führt es euch an euer Ziel. Ihr werdet nicht nur schlanker, sondern auch selbstbewusster, fitter und vor allem gesünder. Auch wenn euch der innere Schweinehund immer wieder Steine in den Weg legt, tretet ihm kräftig in den Hintern, denn es geht um euch und euer Leben. Möchtet ihr euch endlich wohl fühlen, euch nicht mehr schämen? Möchtet ihr wissen, was es heißt das Leben zu genießen? Dann los, ihr schafft das!“
Wie sagte Jochen Mariss? „Große Veränderungen geschehen nicht dadurch, dass wir auf den richtigen Zeitpunkt warten oder Pläne für die Zukunft schmieden. Sie geschehen, in dem wir kleine Schritte machen. Jetzt sofort.“




