Der CDU Kreisverband lud am Sonntagnachmittag zum traditionellen Neujahrsempfang nach Tholey ein. Gastredner war der Vorsitzende der CDU Mittelstandsvereinigung Carsten Linnemann. Linnemann, der vor ein paar Jahren als Kritiker der Eurorettung von sich reden gemacht hat, stieg auch gleich stimmungsvoll in seine Rede ein. Nachdem er sich im Saal vergewissert hatte, dass nicht alle im St. Wendeler Land Fans des 1. FC Saarbrücken sind – was für viele Lacher sorgte, ging es zunächst um die Koalitionsverhandlungen zwischen CDU/CSU und SPD. Hier betonte Linnemann, dass im Land nach der langen politischen Pause, die aufgrund der Bundestagswahlen und der gescheiterten Sondierungen zwischen Christdemokraten, FDP und Grünen einsetzte, nun endlich eine neue Bundesregierung in ihr Amt kommen müsse, um die Herausforderungen, beispielhaft nannte er die Digitalisierung, zu meistern. Dabei müsse in der neuen Koalition auch deutlich werden, wofür die CDU stehe. Es darf nicht sein, dass der Eindruck entstehe, das einzige Thema der CDU in den Koalitionsverhandlungen sei die Wiederwahl von Angela Merkel zur Kanzlerin, so der Gastredner aus Paderborn.
Dass es derzeit Deutschland wirtschaftlich so gut gehe, ist für Linnemann den Familienunternehmen zu verdanken. „Die Familienunternehmen und ihr Herzblut sind das wirtschaftliche Rückgrat von Deutschland. Diese Struktur, die es in anderen Ländern so nicht gibt, muss unbedingt erhalten werden. Denn die meisten Arbeitsplätze werden in unserem Land von kleinen und mittleren Unternehmen bereitgestellt und nicht von Konzernen“, so der Bundestagsabgeordnete.
Auch in Puncto sozialem Zusammenhalt sieht Linnemann Deutschland in der Weltspitze: „Rund die Hälfte des Bundeshaushalts werden für soziale Aufgaben aufgewendet. Wer da sagt, dass Deutschland kein soziales Land ist, der verschließt die Augen vor der Realität.“
Carsten Linnemann, der sich auch schon mal für die Schaffung eines Islamgesetztes eingesetzt hatte, möchte auch das innenpolitische Profil der Union geschärft sehen: „Der Staat muss das Recht durchsetzen. Wenn Straftaten nicht verfolgt werden, untergräbt dies das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in den Rechtsstaat. Dieses Feld darf nicht den Populisten überlassen werden.“ Auch beim Umgang mit dem politischen Islam sieht Linnemann Handlungsbedarf und schlägt hier bei der Überwachung von Orten, an denen Hassprediger tätig sind, eine härtere Gangart vor.
Zum Abschluss seines Besuches schenkte der CDU Kreisvorsitzende Andreas Veit dem Gast noch „Tholeyer Pralinen“, die vor Ort von einem mittelständigen Betrieb gefertigt wurden. Dies tröstete Linnemann über den entgangenen Kaffee beim Mittagessen hinweg, den er mit einem Augenzwinkern beklagte.





