Wettermodelle berechnen extreme Hitze für Anfang August – Klimatologen fordern mehr Kühlräume

Symbolbild

Nach einem noch angenehmen Wochenende rollt auf Deutschland bereits die nächste Hitzewelle zu. Ab Dienstag dürften die Temperaturen in Teilen des Landes wieder die 30-Grad-Marke überschreiten – doch dabei soll es nicht bleiben. Mehrere Wettermodelle berechnen für Anfang August Temperaturen von über 40 Grad in einigen Regionen. Klimatologe Dr. Karsten Brandt sagte gegenüber BILD: „Mehrere Modelle zeigen, dass Ende Juli schon die nächste Hitzewelle kommt. Dass es warm wird, ist nicht ungewöhnlich. Sondern die Höhe der Temperaturen. Ein Modell geht sogar davon aus, dass die Temperaturen in Mitteleuropa extrem hoch sind. So etwas habe ich noch nie gesehen.“

Konkret berechne das amerikanische Wettervorhersagemodell GFS für den 5. August in Teilen Deutschlands bis zu 42 Grad, so Brandt. Allerdings könnten Wind und Wolken das Wetter noch leicht verändern. Besonders besorgniserregend sei, dass solche extremen Temperaturen in Deutschland laut dem Modell überhaupt möglich seien. „Meteorologen haben so etwas wegen des Klimawandels erwartet. Aber erst in vielleicht zehn Jahren. Das ist ein Warnhinweis. Es gibt kaum Klimaanlagen in Krankenhäusern, Altenheimen oder Schulen. Das sollte sich dringend ändern“, erklärte Brandt.

Auch Diplom-Meteorologe Dominik Jung zeigte sich alarmiert. Er sagte gegenüber BILD: „So viele Wetterkarten mit Temperaturen um 40 Grad, wie in diesem Jahr, habe ich noch nie gesehen. Das sind keine Ausreißer mehr. Es zeigt: Es verändert sich etwas. Wir erleben den Klimawandel live in Deutschland.“ Jung forderte mehr Kühlräume in den Städten sowie besprühte Grünstreifen zur Abkühlung. Solche extremen Temperaturen entstehen durch sogenannte Hitzeglocken, bei denen aufsteigende heiße Luft und absinkende warme Luft die Hitze über einer Region einschließen.

Laut Jung besteht die Möglichkeit, dass Deutschland 2026 einen Rekord-Sommer erlebt. Der bislang heißeste Sommer seit Beginn der flächendeckenden Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 war der Sommer 2003. Er erreichte laut Deutschem Wetterdienst eine Durchschnittstemperatur von 19,7 Grad und gilt bis heute als legendärer „Jahrhundertsommer“.

Für das kommende Wochenende in Rheinland-Pfalz und dem Saarland bleibt das Wetter zunächst ruhig. Am Freitag zeigt sich der Himmel heiter bis sonnig bei Höchstwerten zwischen 25 und 29 Grad, im höheren Bergland um 22 Grad. Der Samstag bringt bei heiterem bis sonnigem Wetter bereits eine Erwärmung auf 29 bis 33 Grad, in Hochlagen 26 Grad. Am Sonntag verdichten sich die Wolken, und vor allem in der zweiten Tageshälfte ziehen von Westen gebietsweise schauerartige Regenfälle und teils Gewitter auf. Dabei sind lokal Starkregen, Hagel und Sturmböen nicht ausgeschlossen. Die Höchstwerte liegen zwischen 25 und 30 Grad. Am Montag beruhigt sich das Wetter wieder bei wechselnder Bewölkung und Temperaturen zwischen 23 und 27 Grad. In der Nacht zum Dienstag klart es auf, bevor dann die erwartete Hitzewelle einsetzen soll. Informationen zur aktuellen Warnlage sind beim Deutschen Wetterdienst für Rheinland-Pfalz und das Saarland abrufbar.

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