Im St. Wendeler Land steht die katholische Kirche vor einem tiefgreifenden Wandel. Das Bistum Trier plant, die Zahl der geförderten Kirchengebäude in den kommenden Jahren deutlich zu reduzieren. Grundlage ist eine neue Immobilienstrategie, die ab 2026 greift und die kirchliche Infrastruktur an sinkende Mitgliederzahlen und knapper werdende Finanzmittel anpassen soll.
Künftig wird nicht mehr jede Kirche finanziell unterstützt. Pro fusionierter Pfarrei sollen mindestens zwei Kirchen erhalten bleiben, insgesamt aber höchstens 60 Prozent der bisherigen Gotteshäuser Fördermittel bekommen. Was das konkret bedeutet, zeigt das Beispiel Gemeinde Tholey: Dort gibt es derzeit fünf katholische Kirchen. Nach den neuen Vorgaben hätten maximal drei von ihnen langfristig eine gesicherte Zukunft mit bischöflicher Förderung.
Welche Kirchen erhalten bleiben, umgenutzt oder aufgegeben werden, sollen die Pfarreien selbst in eigenen Immobilienkonzepten entscheiden. Das Bistum betont, es gehe nicht um pauschale Kirchenschließungen. Kirchen müssten jedoch einen klaren pastoralen Nutzen haben. Gebäude, die keine Förderung mehr erhalten, müssten vollständig aus eigenen Mitteln finanziert werden – eine große Herausforderung für viele Gemeinden.
Gerade im ländlichen Raum sorgen diese Pläne für Verunsicherung. Kirchen sind dort nicht nur Orte des Glaubens, sondern prägen Ortsbilder und Dorfgemeinschaften. Ehrenamtliche befürchten schmerzhafte Diskussionen, wenn entschieden werden muss, welches Gotteshaus bleibt und welches seine Funktion verliert.
Bis spätestens 2034 müssen alle Pfarreien ihre Konzepte vorlegen. Erst dann wird klar sein, wie viele Kirchen im St. Wendeler Land tatsächlich eine Zukunft haben.



