Im Zeitalter digitaler Transformation bringt das Projekt „360° im Wareswald“ einen völlig neuen Blick auf die Geschichte des Sankt Wendeler Landes. Mit Augmented Reality (AR) eröffnet sich den Bürgerinnen und Bürgern, sowie Touristinnen und Touristen, die Möglichkeit, die Vergangenheit hautnah zu erleben.
Im Rahmen eines digitalen Rundgangs können Besucherinnen und Besucher durch das römische Siedlungsgebiet im Wareswald streifen und dabei tief in die Geschichte eintauchen. Das Projektteam, bestehend aus der Terrex gGmbH und Archäologen unter der Leitung von Dr. Klaus Peter Henz, hat sich zum Ziel gesetzt, die archäologischen Funde mithilfe modernster Technik zu visualisieren. Begleitet wird das Ganze vom Modellprojekt Smart Cities im Sankt Wendeler Land. Der Einsatz von AR ermöglicht es, nicht nur die Fundamente der alten Gebäude zu betrachten, sondern diese in ihrer vollen Pracht wiederaufstehen zu lassen. Eine beeindruckende Vorstellung, wenn man bedenkt, dass viele Details der ursprünglichen Bauten nur noch in den Überresten zu erahnen sind.
Christian Kaster, Geschäftsführer der Terrex gGmbH, betonte in der aktuellsten Folge des Podcasts „So, Digital!“, wie wichtig dabei das Thema Zusammenarbeit. „Es bedarf einiger Experten im Bereich der Digitalisierung, der Architektur und den Archäologen“, so Kaster. Die größte Herausforderung bestehe darin, auf Basis der archäologischen Funde eine glaubhafte Rekonstruktion der Gebäude zu erstellen. Oft fehlen die Informationen über die dritte Dimension – wie hoch die Gebäude waren, wie viele Stockwerke sie hatten, oder wie genau die Dächer aussahen. Diese Lücken werden durch den intensiven Austausch zwischen Archäologen und Digitalisierern gefüllt, um ein möglichst realistisches Bild zu schaffen.
Dr. Klaus Peter Henz, der leitende Archäologe des Projekts, unterstrich die Bedeutung der archäologischen Funde: „Die Grabungsergebnisse sind die absolute Grundlage für alles, was wir im Bereich der Digitalisierung machen können. Sie liefern uns die entscheidenden Hinweise, auf deren Basis wir rekonstruieren, wie die Gebäude damals ausgesehen haben könnten.“
Besonders spannend wird es im Wareswald ab nächstem Jahr, wenn die vollständige 360° AR-Anwendung für die Öffentlichkeit zugänglich sein wird. Diese Anwendung wird nächstes Jahr über eine landkreisweite App, die ebenfalls vom Smart Wendeler Land konzeptioniert wird, integriert und bietet neben den Rundgängen auch weitere Informationen und Routenplanungen. Ein digitales Erlebnis, das die römische Vergangenheit in das Hier und Jetzt transportiert.
Das Projekt steht exemplarisch für die gelungene Verknüpfung von Vergangenheit und Zukunft. Es zeigt, wie digitale Werkzeuge unser Verständnis von Geschichte revolutionieren können. Für die Region ist es ein bedeutender Schritt, ihre kulturellen Schätze einem breiten Publikum zugänglich zu machen – und das auf eine Art und Weise, die nicht nur lehrreich, sondern auch äußerst unterhaltsam ist.
Mit „360° im Wareswald“ wird die römische Geschichte für jeden erlebbar, der sich auf diese virtuelle Zeitreise einlässt. Die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises St. Wendel können stolz auf das „Smart Wendeler Land“ sein, das ihre Heimat durch innovative Technologien in neuem Glanz erstrahlen lässt.




