Die aktuelle Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer des Saarlandes zeigt: Der Iran-Krieg und die damit verbundenen Energiepreissteigerungen belasten die Saarwirtschaft deutlich und bremsen eine mögliche konjunkturelle Erholung.
Der IHK-Lageindikator steigt zwar leicht um 0,6 Punkte auf 3,6 Zähler, die Erwartungen für die kommenden sechs Monate brechen jedoch deutlich um 3,9 Punkte ein und liegen mit minus 14,7 Zählern wieder im langfristig pessimistischen Bereich. Rund 300 Unternehmen mit etwa 90.000 Beschäftigten beteiligten sich an der Befragung.
IHK-Hauptgeschäftsführer Frank Thomé warnt vor anhaltenden Risiken: Die unsichere Lage im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt sorge für volatile und hohe Energiepreise und belaste Produktion, Investitionen und Konsum. Ohne strukturelle Reformen drohe Deutschland ein weiteres wirtschaftlich schwaches Jahr.
Derzeit bewerten 25 Prozent der Unternehmen ihre Geschäftslage als gut oder sehr gut, 53 Prozent als befriedigend und 22 Prozent als schlecht. Besonders die Industrie zeigt ein gemischtes Bild: Während Bauwirtschaft und einzelne Bereiche von öffentlichen Aufträgen profitieren, stehen insbesondere energie- und rohstoffintensive Branchen unter Druck.
Im Dienstleistungssektor berichten 81 Prozent der Unternehmen von guten oder befriedigenden Geschäften. Während IT- und Versicherungswirtschaft stabil laufen, leiden vor allem Verkehrsgewerbe und energieabhängige Betriebe unter hohen Kosten.
Für die kommenden Monate erwarten nur 4 Prozent der Unternehmen eine Verbesserung, während 19 Prozent mit einer Verschlechterung rechnen und 77 Prozent von einer stagnierenden Entwicklung ausgehen. Die IHK fordert daher eine Reformagenda zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit, insbesondere bei Energiepreisen, Steuerlast und Bürokratie.



