Theley: CDU-Politiker Friedbert Becker verstorben

Foto: Theeler Schellemann

Friedbert Becker, langjähriger Kommunalpolitiker der CDU, ist gestern im Alter von 75 Jahren verstorben. Friedbert Becker wurde in Hoof geboren und ging bereits mit 9 Jahren auf das Internat des Missionshauses, von wo aus er nur dreimal im Jahr sein Elternhaus besuchen durfte. Schon früh hatte er den Wunsch, Priester zu werden, studierte jedoch letztendlich Lehramt mit den Schwerpunkten Theologie und Geschichte. Er unterrichtete Mathematik, gab Nachhilfe und arbeitete an Schulen in Ottweiler und Sulzbach, bevor er 2003 Schulleiter der Gemeinschaftsschule Schaumberg Theley wurde. Bildung war für ihn ein zentrales Thema, welches er auch als Kommunalpolitiker betreuen konnte. Als Musicaldarsteller an seiner Schule brillierte er und in schwierigen Zeiten war er immer für Schüler und Kollegen da, zeigte viel Empathie und Tatkräftigkeit, was die Abschiedsbriefe des Kollegiums, die er am Ende seiner Amtszeit erhalten hat, bezeugen.


Während seiner Amtszeit als Schulleiter schuf er einen neuen Schulhof, eine eigene Sportklasse und setzte mit digitalen Klassenbüchern bereits vor acht Jahren auf IT an der Schule. Friedbert Becker ist im Landkreis St. Wendel ein hochgeachteter Kommunalpolitiker, der von 1984 bis 2022 Ortsvorsteher von Theley war und sich für die Entwicklung des Dorfes einsetzte. In seiner Zeit wurden neue Wohneinheiten erschaffen, die Johann Adams Mühle renoviert und ein reges Vereinsleben mit Musik und Theater aufgebaut. Seit 1977 war er Mitglied der CDU und engagierte sich in Themen wie Bildung, Jugend und Kultur im Kreistag, in dem er seit 1989 bis zuletzt tätig war. Dort war er jahrelang als Kreisbeigeordneter (1994 bis 2022) tätig.


Im März 2023 bekam er das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland für wertvolles Engagement um das Gemeinwohl verliehen.

Landrat Udo Recktenwald zum Tod von Friedbert Becker: „Mit Fassungslosigkeit und tiefer Trauer nimmt der Landkreis Sankt Wendel Abschied von Friedbert Becker, der am gestrigen Montag verstorben ist. Die traurige Nachricht erreichte uns inmitten der Haushaltssitzung des Kreistages – dort, wo auch sein Platz war; dort, wo auch er über Jahrzehnte hinweg die politischen Weichen im Landkreis mit gestellt hat; dort im Sitzungssaal, der für ihn wie ein zweites Wohnzimmer war; dort, wo auch gestern sein Namensschild stand, aber sein Platz leer blieb.

Friedbert Becker war eine besondere Persönlichkeit. Der gebürtige ‚Heemer‘ liebte seine Heimat. Mit seiner stolzen ‚Mia san mia‘-Mentalität ging er voran und nahm andere mit. Als Ortsvorsteher war er in Theley 38 Jahre lang eine Institution, nahm sich der Anliegen der Bürgerinnen und Bürger an, trieb Entwicklungen voran und trug sein Heimatdorf im Herzen. Nah am Menschen und immer auf Gemeinsamkeit und Ausgleich im politischen Wettbewerb bedacht. Ob beim VFB im Schaumbergstadion, beim Feierabendbier im Bistro, beim THW und den anderen Organisationen oder bei Veranstaltungen in der Sport- und Kulturhalle, wie zuletzt noch beim Theaterverein, war er dabei und kümmerte sich umtriebig um die Belange der Dorfgemeinschaft. Da stand er auch an Fastnacht in der Bütt oder an ‚seiner‘ Gemeinschaftsschule in Theley beim Musical auf der Bühne. Seiner Schule, für die er einige infrastrukturelle Entwicklungen auf den Weg brachte, blieb er auch nach der Pensionierung treu.

Auch der Landkreis hat Friedbert Becker viel zu verdanken. Seit 1989 im Kreistag, seit 1994 als CDU-Fraktionsvorsitzender und schon unter meinem Vorgänger Franz-Josef Schumann als dessen Erster Kreisbeigeordneter. 28 Jahre lang war er als stellvertretender Landrat ein starker und verlässlicher Rückhalt für den Landrat, die Verwaltung und den Kreistag. Sechs Mal wurde er vom Kreistag zum Ersten Beigeordneten gewählt. Viele Entwicklungen der letzten Jahrzehnte trieb er mit voran und als Schulleiter lag ihm vor allem die Bildung und die Investitionen in die Schulen am Herzen. Aber auch im Tourismus, Jugendhilfe und Sozialausschuss brachte er sich wesentlich ein. Im Vorstand des Landkreistages leitete er die CDU-Gruppe und vertrat den Landkreistag im Kulturausschuss des Deutschen Landkreistages. Ein Kommunaler durch und durch – mit Herzblut, Leidenschaft und Empathie. Für sein besonderes Engagement als Schulleiter und Kommunalpolitiker erhielt er von der saarländischen Bildungsministerin im März dieses Jahres das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland.

Nicht nur die Politik, sondern vor allem seine Familie lag ihm am Herzen. Mit glänzenden Augen erzählte er stolz von den Enkelkindern und liebte die Aufenthalte in Freiburg, aber auch in München bei seinem geliebten FC Bayern. Als Fußballfan wusste er stets: Es kommt nicht nur auf den Kapitän an, sondern auf die Mannschaft und jeder hat seine Aufgabe. Das Ganze ist eben mehr als die Summe der Einzelteile. Und so war er stets bereit zu dienen, sich auch ins Glied zu stellen, andere zu unterstützen und damit zum Gelingen beizutragen. Dabei ein gläubiger Pilger, ein wahrer Christdemokrat, der auch die gesundheitlichen Herausforderungen demütig annahm, nicht haderte, sondern kämpfte und das Gesicht in den Wind hielt.

Friedbert Becker war ein feiner Mensch. Durchaus mit Ecken und Kanten und streitbar, aber stets konstruktiv im Dienste der Sache und immer versöhnlich. Einer, der mit dem Herzen dachte. Ein echter Typ, der Spuren hinterlässt, der mit Humor, Kreativität, Beharrlichkeit und auf eine gewinnende Art für seine Überzeugungen eintrat. Auch spitzbübisch, wenn er dem Landrat in einem improvisierten Dialog während des Schulmusicals vor Publikum ein neues Lehrerzimmer für seine Schule abluchste. Er war mir stets ein freundschaftlicher Partner, auf den ich mich verlassen konnte. Er nahm mich an die Hand, als ich 1994 in den Kreistag kam und politisches Neuland betrat. Er war mir ein unverzichtbarer Weggefährte. Er unterstützte mich, als ich 2008 Landrat wurde, in große Fußstapfen trat und von seiner gelassenen Routine profitieren durfte. Er gab mir Sicherheit und Selbstvertrauen.

Friedbert Becker war bis zuletzt für das Gemeinwesen im Einsatz. Noch vor wenigen Tagen in Ausschüssen, in der Haushaltsklausur, im Landkreistag. Er hinterlässt eine schmerzhafte Lücke. Wir werden ihn und sein Engagement nie vergessen und ihm ein bleibendes Andenken bewahren. Sein Name steht für immer für Menschlichkeit und ein wichtiges Stück Mitgestaltung unseres Sankt Wendeler Landes. Danke Friedbert – für dein Engagement, für dein Wirken, vor allem aber: für dich. Danke.“

Tholeys Bürgermeister Andreas Maldener würdigte die Verdienste des Verstorbenen: „Friedbert Becker hat über 38 Jahre hinweg als Ortsvorsteher das Bild seines Heimatortes Theley maßgeblich geprägt und dabei auch viele Projekte vorangetrieben. Die Schaffung von Bauland, die Renovierung der Johann-Adams-Mühle und vieles mehr. Immer am Herzen lag ihm dabei das Vereinsleben. Auch in den Phasen gesundheitlicher Probleme war er immer präsent, stets vor Ort! Er hat sein Amt mit Würde, Engagement und Leidenschaft ausgeführt, auch über parteipolitische Grenzen hinaus. Als Schulleiter stand er dreizehn Jahre lang zunächst der Erweiterten Realschule vor, deren Weiterentwicklung zur Gemeinschaftsschule er bis zum Schuljahr 2015/2016 maßgeblich begleitete. Auch dem Musicalprojekt hielt er bis zuletzt die Treue. Schülerinnen und Schüler, aber auch Kolleginnen und Kollegen genauso wie viele seiner Wegbegleiter, zu denen ich mich glücklicherweise schätzen durfte, haben ihm große Empathie und ein ganz besonderes zwischenmenschliches Engagement attestiert. Die Gemeinde Tholey und der Ortsteil Theley trauern um Friedbert Becker! Auch ich selbst werde ihn vermissen – als Politiker, als Ratgeber und vor allem als Mensch! Unser tief empfundenes Mitgefühl gilt in diesen Stunden seiner Frau Ingrid, den Kindern und Enkelkindern sowie seiner gesamten Familie. Die Gemeinde Tholey wird Friedbert Becker ein ehrendes Andenken bewahren.“

Auch der Theleyer Ortsvorsteher Alexander Besch würdigte seinen Vorgänger: „Friedbert Becker hat durch sein Engagement und seine Leistung in vielerlei Hinsicht Maßstäbe gesetzt, die noch lange nachwirken werden. Leider müssen wir nun Abschied nehmen und auf seinen Rat verzichten. Der Pädagoge und der Kommunalpolitiker, vor allem aber der Mensch Friedbert Becker wird aber unvergessen bleiben. Ein sehr guter Freund ist von uns gegangen und fehlt uns.“

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