Die Union Stiftung veranstaltet am Dienstag, den 9. Juni, um 18.30 Uhr einen Vortrag zur aktuellen Lage jüdischen Lebens in Deutschland. Der Abend findet im Haus der Union Stiftung in der Steinstraße 10 in Saarbrücken statt. Als Referent wird Stefan Hensel erwartet, der bis Herbst 2025 als Antisemitismusbeauftragter in Hamburg tätig war.
Die Veranstaltung widmet sich der zunehmenden Bedrohung jüdischer Bürgerinnen und Bürger in Deutschland. Seit den Terroranschlägen der Hamas am 7. Oktober 2023 verzeichnen Beobachter einen deutlichen Anstieg antisemitischer Anfeindungen, auch aus islamistisch geprägten Kreisen. Die jüdische Gemeinschaft zeigt sich angesichts dieser Entwicklung zunehmend verunsichert. Die Organisatoren wollen Raum für Diskussionen über Antisemitismusprävention und Solidarität mit Israel schaffen. Kooperationspartner der Veranstaltung sind die Synagogengemeinde Saarland und die Initiative Schalom Israel.
Stefan Hensel legte sein Amt als Antisemitismusbeauftragter in Hamburg im Herbst 2025 nieder. Er begründete diesen Schritt mit antisemitischen und persönlichen Angriffen gegen seine Person. Eine von ihm in Auftrag gegebene Dunkelfeldstudie zu antisemitischen Vorfällen in Hamburg ergab erschreckende Zahlen: Vier von fünf befragten Mitgliedern der jüdischen Gemeinde gaben an, innerhalb eines Jahres antisemitische Vorfälle erlebt zu haben. Die Hälfte der Befragten berichtete von strafrechtlich relevanten Taten. 13 Prozent der Studienteilnehmer erlebten nach eigenen Angaben körperliche Übergriffe, Belästigungen oder Verfolgung. Hensel selbst wurde im Juni 2025 in der Nähe des Dammtorbahnhofs angegriffen. Ein Täter beleidigte und bedrängte ihn, weil er ein hebräisches Lied hörte. Der Angreifer beschimpfte Hensel als „Kindermörder“ und versuchte, ihn mit seinem Fahrzeug von der Straße abzudrängen.
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Die Organisatoren bitten um vorherige Anmeldung über die Homepage der Union Stiftung unter www.unionstiftung.de/veranstaltungen. Die Veranstaltung wird parallel online über YouTube übertragen. Der Stream ist über www.youtube.com/@unionstiftung abrufbar.





