Statusbericht und Beschaffung einer Mitgestaltungsplattform für das Smart Wendeler Land

Kreistagssitzung am 28.06.2021 in der Aula des Gymnasium Wendalinum (Foto: Laura Brill)
Kreistagssitzung in der Aula des Gymnasium Wendalinum vom 28.06.2021 (Foto: Laura Brill)

Bürgerdienste, Daseinsvorsorge, Mitgestaltung und Mobilität – das sind die vier Smart Wendeler Ökosysteme. Auf diesen Kernbereichen fußt die Strategie des Smart City-Projekts, zu welcher der zuständige Datentreuhänder Aljoscha Dietrich am vergangenen Montag den aktuellen Statusbericht vorm Kreistag abgegeben hat. Im Rahmen seiner Präsentation wurde der enorme Umfang des Modellprojekts deutlich, welches sich seit dem 01.01.2021 in der
Strategiephase befindet und seine Umsetzungsphase von 2023-2027 anstrebt.

Bereits in diesem Jahr sollen verschiedene so genannte Strategiebündel getestet werden. Darunter beispielsweise das Pilotprojekt Hopology im Rahmen der Digitalen Fitness. Dabei handelt es sich um ein interaktives Gamepad, einen Spielboden, der von Schülerinnen und Schülern spielerisch bedient, aber auch programmiert werden kann. So soll das Technik-Verständnis der Jugendlichen über Spiel, Spaß, Kreativität und Schöpfergeist angesprochen und gefördert werden.

Ein weiteres großes und vielfältig einsetzbares Projekt stellt Aljoscha Dietrich mit Lorawan vor, welches 2022 in einem Pilotprojekt am Bostalsee umgesetzt werden soll. Das Lorawan-Netzwerk ist ein IOT-Netzwerk, bei welchem viele Sensoren verteilt werden, die beispielweise den Wasserstand überprüfen und somit frühzeitig vor Überschwemmungen
warnen können. Lorawan kann aber durch das breite Spektrum an Sensoren vielfältig eingesetzt werden. Nicht nur im Wasser, sondern auch im Bereich Klima können damit Bodenmessungen, Emissionen und Pollenbelastung überwacht werden. Es kann darüber hinaus im Verkehr im Parkplatzmanagement, im Management der Straßenbeleuchtung, der
ÖPNV Auslastung oder der Wildsensorik helfen, wobei im Letzteren Fall Autofahrer nicht per Straßenschild, sondern in Echtzeit vor Wildwechsel gewarnt werden. Auch in privater Nutzung kann das Lorawan-Netzwerk in den Bereichen Haustiertracking, Gartenmonitoring oder Gartenmanagement behilflich sein.

Für die Effizienzsteigerung innerhalb der Verwaltung hat sich das Smart Wendeler Land-Team nach Lösungen umgeschaut. Hier sollen Chatbots implementiert werden, die Behördengänge vereinfachen, einen Rund-um-die-Uhr-Service ermöglichen und Prozesse auf verschiedenen Ebenen der Verwaltung optimieren. Die Verwaltung soll so zugänglicher werden, was im Sinne der digitalen Gerechtigkeit steht und zukunftsorientiert ist.

Im Kreistag sollte nun über die Beschaffung einer Mitgestaltungsplattform abgestimmt werden, die ganz im Sinne der Smart-Cities-Charta “Digitale Transformation braucht Transparenz, Teilhabe und Mitgestaltung” steht. Die Bürgerschaft soll hierbei bei der Entwicklung der Digitalisierungsstrategie und der zugehörigen Umsetzungsmaßnahmen für
den Landkreis einbezogen werden, was über eine Webseite und ein Content-Management-System möglich wäre. Diese Plattform muss zunächst inhaltlich und technisch umgesetzt werden, was ein Auftragsvolumen von maximal 150.000€ fordern wird.

Dennis Meisberger (CDU) betont die Sinnhaftigkeit des Projekts und lobt die tolle Stimmung. Er sieht es als Mission, welche die CDU gerne unterstützt. Die Mitgestaltungsplattform bietet seiner Meinung nach die Chance das Projekt endgültig in die Bevölkerung zu tragen. Auch Magnus Jung (SPD) sieht Smart-Cities als Chance und auf einem guten Weg, wobei auch er die “Men- und Women-Power“ sowie die Ressourcen begrüßt, die an diesem Projekt beteiligt sind und betont, dass die SPD-Fraktion die Ideen zum Smart Wendeler Land weiterhin unterstützen wird. Die Umsetzung einer Mitgestaltungsplattform wurde mit einer Mehrheit im Kreistag beschlossen.

In sieben Jahren soll das Smart Wendeler Land ein attraktiver Wirtschaftsstandort und Lebensraum innerhalb des Saarlandes werden, den Lebensstandard aller Altersstufen verbessern, die kulturelle Identität des Landkreises wahren und ein Pionier in der Digitalisierung im Saarland sein.

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