Der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann unternahm am 6. Juni eine Fahrradtour durch den Landkreis St. Wendel. Die vom Landrat Udo Recktenwald initiierte und von Dekan Klaus Leist erweiterte Route führte zu den drei bedeutenden Pilgerstätten Marpingen, Tholey und St. Wendel. Eine 20-köpfige Radlergruppe begleitete den kirchlichen Würdenträger auf seiner Tour.
Die Reise begann am frühen Morgen im Härtelwald bei Marpingen. Bürgermeister Volker Weber empfing die Gruppe, während der ehemalige Bürgermeister Werner Laub über die historischen Ereignisse von 1876 und die bevorstehenden 150-Jahr-Feierlichkeiten informierte. Nach einem kräftigen Frühstück in der Begegnungsstätte und einem gemeinsam gesungenen Marienlied setzte die Gruppe ihre Fahrt fort.
Die nächste Station bildete die Benediktinerabtei St. Mauritius in Tholey. Abt Wendelinus hieß die Radfahrer willkommen und lud sie zum gemeinsamen Mittagsgebet mit den Ordensbrüdern ein. Nach dem Mittagsmahl und einer Besichtigung des Museums Theulegium führte die Route über den Wareswald und ab Oberthal auf der ehemaligen Bahntrasse nach St. Wendel.
In der Kreisstadt angekommen, empfing Bürgermeister Peter Klär die Gruppe im historischen Sitzungssaal des Rathauses. Er informierte den Bischof über die Stadt und ihre Stadtteile. Zum Abschied erhielt der Gast ein Erinnerungsgeschenk.
Im Cusanushaus präsentierte Henning Gramlich, Vorsitzender des Pfarrgemeinderates, eine eigens erstellte Bildpräsentation über die Pfarreifusion und die bisherigen Aktivitäten der neuen Gemeinde. Der Bischof zeigte sich beeindruckt von der Vielfalt der ehrenamtlichen Initiativen. Bei Kaffee und Kuchen entwickelten sich angeregte Gespräche. Die stellvertretende Pfarrgemeinderatsvorsitzende Petra Eckert überreichte dem Bischof als Gastgeschenk einen Korb mit regionalen Bierspezialitäten, Honig „aus dem Garten des heiligen Wendelin“ und hausgemachten Likör aus St. Anna.
Den Abschluss des Tages bildete eine Vorabendmesse in der Basilika St. Wendel. In seiner Predigt bezog sich Bischof Ackermann auf das Evangelium von der Berufung des Zöllners Matthäus. Die Worte Jesu „Folge mir nach“ interpretierte er als Ausdruck der Wertschätzung: „Du wirst gebraucht, Du bist für mich wertvoll und kostbar, denn für Gott ist kein Mensch unbrauchbar. Jeder und jede werden mit ihren Gaben und Fähigkeiten für das Reich Gottes und die Welt gebraucht.“ Daraus erwachse eine Verantwortung für sich selbst und die Mitmenschen. Die musikalische Gestaltung übernahm Matthias Demuth, der für seine Darbietung anhaltenden Applaus erhielt.
Landrat Recktenwald dankte dem Bischof für seinen Besuch im Landkreis und in den beiden Pastoralen Räumen. Dekan Leist sprach allen Beteiligten für ihre Gastfreundschaft ein herzliches „Vergelt’s Gott!“ aus.
Die positiven Erfahrungen führten zu dem Beschluss, eine Fahrrad-Pilgertour fest im Jahresprogramm der Pfarrgemeinde St. Wendel zu verankern. Der Pfarrgemeinderat stimmte dem Vorschlag in seiner Sitzung am 10. Juni zu. Als Termin wurde der Samstag nach Fronleichnam 2027 festgelegt.





