Stadt zahlt Ausbildung

Stadtrat St. Wendel beschließt Maßnahme zur Bewältigung des Fachkräftemangels

Symbolbild

Der Stadtrat von St. Wendel hat in seiner jüngsten Sitzung die Durchführung der „Fachkräfteinitiative zur Gewinnung von Personal im Bereich Handwerk“ beschlossen. Ziel ist es, dem zunehmenden Mangel an Fachkräften in technischen Berufen entgegenzuwirken und gleichzeitig die mittelständischen Handwerksbetriebe zu stärken. Die Verwaltung wurde beauftragt, das Projekt umzusetzen und die entsprechenden finanziellen Mittel in den Haushaltsjahren bereitzustellen.

Herausforderungen für die Kreisstadt und das Handwerk im Landkreis

Die Kreisstadt St. Wendel sieht sich mit einem wachsenden Fachkräftemangel konfrontiert, insbesondere in technischen Berufen wie Anlagenmechaniker und Elektroniker. Dies erschwert nicht nur die Rekrutierung von Personal, sondern beeinträchtigt auch die ordnungsgemäße Aufgabenwahrnehmung. Gleichzeitig sind viele Handwerksbetriebe im Landkreis St. Wendel von einem allgegenwärtigen Fachkräftemangel betroffen. Der demografische Wandel und die Präferenz junger Menschen für universitäre Ausbildungen verstärken die Herausforderungen zusätzlich.

Die Lösungsinitiative

Die Kreisstadt St. Wendel geht nun gemeinsam mit dem Aus- und Fortbildungsförderverein e.V. (AFFV) und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft St. Wendler Land mbH eine Fachkräfteinitiative im Ausbildungsverbund ein. Der AFFV übernimmt als gemeinnütziger Verein das externe Ausbildungsmanagement und bringt Unternehmen, die ausbilden wollen, mit Ausbildungsinteressierten zusammen. In Zusammenarbeit sollen Ausbildungen in örtlichen Betrieben beworben und gefördert werden.

Die Stimmen aus dem Stadtrat

Bürgermeister Peter Klär betonte, dass die Stadt Betriebe gewinnen wolle, die ausbilden. Die Stadt werde sich zu 30% an den Kosten für eine zusätzliche Ausbildungskraft im jeweiligen Betrieb beteiligen. Besonders dort, wo es schwierig sei, Fachkräfte zu gewinnen oder selbst auszubilden, könnten die Auszubildenden für den städtischen Baubetriebshof eingesetzt werden. Der Plan sieht vor, mindestens 8 Azubis einzustellen.

Die CDU-Stadtratsfraktion befürwortete die Initiative und betonte, dass auf diese Weise qualifizierte junge Leute zur Verwaltung hinzugewonnen werden könnten.

Jürgen Möller (SPD)  äußerte anfängliche Bedenken und fragte, ob es sich bei der Initiative um „alten Wein in neuen Schläuchen“ handle. Er betonte die Wichtigkeit von Innovation und mahnte, dass die Finanzierung über 3 oder 4 Jahre laufe. Die SPD/Stadtrat fordert regelmäßige Überprüfungen und Berichte zur finanziellen Entwicklung sowie zur Umsetzung der Maßnahme. Trotz dieser Bedenken könne die Initiative grundsätzlich unterstützt werden, solange sie nicht nur einen einmaligen Showeffekt habe, sondern sich fortsetze, wenn sie gut funktioniere.

Sören Bund-Becker (Grüne) äußerte Zustimmung zur Idee, betonte jedoch Bedenken bezüglich des massiven Einstiegs mit der Übernahme einer vollen Stelle und weiteren zu 30%. Die Grünen finden dies zu viel und sehen einen Verzerrungseffekt zwischen den Unternehmen.

Stephan Rieth (FDP) zeigte sich sehr positiv und unterstützte die Idee als eine Symbiose zwischen der Stärkung der Stadtverwaltung und der Unternehmen. Er betonte, dass die Kosten angemessen seien und die Betriebe wahrscheinlich nicht teilnehmen würden, wenn das Angebot geringer wäre.

Abstimmung und Ausblick

Nach der Diskussion erfolgte die Abstimmung mit der Enthaltung der Grünen. Die zeitliche Umsetzung ist für das 1. Quartal 2024 geplant, nachdem eine entsprechende Kooperationsvereinbarung zwischen der Stadt und dem AFFV abgeschlossen wurde. Akquise-Maßnahmen bei örtlichen Handwerksbetrieben und potenziellen Auszubildenden sollen folgen, um die ersten Ausbildungen im Bereich Handwerk mit Beginn des Ausbildungsjahres 2024 zu starten.

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