Heute ist Weltumwelttag

St. Wendeler Landwirte setzen auf Regionalität und Nachhaltigkeit

Justin Weber hat sich mit jungen Jahren dazu entschieden, dass der Beruf Landwirt sein Traumberuf ist. Er übernimmt den Klingelbergerhof in Osterbrücken von seinen Großeltern und baut den kompletten Betrieb wieder auf (Foto: Justin Weber)

Bauernhöfe sowie Traktoren auf den Straßen gehören zum Alltag in unserem Landkreis. Das liegt nicht zuletzt an den zahlreichen landwirtschaftlichen Betrieben, die es in St. Wendel gibt. Wenn man Urlaub auf dem Bauernhof machen möchte oder beim Einkauf auf regionale Produkte setzen will, ist man bei uns gut aufgehoben. Ob in einigen Hofläden, als auch direkt bei den Betrieben in und um St. Wendel werden zahlreiche Produkte angeboten.

Doch wie wird man eigentlich Landwirt? Wie ist es einen Betrieb zu führen und was spricht dafür Landwirt zu werden, wenn die Arbeit an sich anstrengend und zeitraubend ist?

Justin Weber (23) hat sich mit jungen Jahren dazu entschieden, dass der Beruf Landwirt sein Traumberuf ist. Er übernimmt den Klingelbergerhof in Osterbrücken von seinen Großeltern und baut den kompletten Betrieb wieder auf. Er will ihn aus seinem Ruhestand erwecken und den Betrieb wieder wirtschaftlich gestalten. Langfristig sei das Ziel der Aufbau einer Marke mit hofeigenen Produkten, aber vor allem mit kurzen Vermarktungswegen und regionalen Vermarktungsstrukturen.

Justin, wie wird man eigentlich Landwirt?

Foto: Nina Höll

„Es gibt zwei Wege zum Landwirt. Einerseits ist es ein klassischer Ausbildungsberuf, einer der sogenannten „grünen Berufe“. Darunter zählen beispielsweise ebenfalls Gartenlandschaftsbauer. Die Ausbildungslaufbahn wird dann wie üblich mit dem Abschluss und der Möglichkeit auf eine Weiterbildung zum Techniker und Meister abgeschlossen.
Andererseits gibt es auch die Möglichkeit ein Studium im Bereich „Agrarwissenschaft“, „Agrarwirtschaft“ oder „Agrarbiologie“ abzuschließen.

Regionalität und Nachhaltigkeit stehen sehr hoch im Kurs der Landwirte, aber auch in unserer Gesellschaft scheint dies immer mehr Einzug zu halten. Nach einer Studie des größten deutschen Marktforscherinstituts GfK legen immer mehr Menschen ihren Fokus beim Einkauf auf Regionalität. Viele der Betriebe in St. Wendel bieten ihre Waren zum Verkauf an, sodass man selbst in den Genuss von regionalen Produkten kommt, die in den meisten Fällen sogar mit dem Bio-Siegel zertifiziert sind. Das Tierwohl wird besonders in den kleineren Betrieben an oberste Stelle gesetzt und so kann man sich sicher sein, dass das Fleisch eine gute Qualität hat.

Justin weiß, dass Nachhaltigkeit nicht nur in unserem Kreis immer mehr zum „Trend“ wird, sondern in der Landwirtschaft allgemein: „Die Landwirtschaft ist in einem ständigen Wandel und wird sich auch in Zukunft immer mehr wandeln hin zu nachhaltigen Methoden. Die Leitfrage hierbei ist eigentlich immer, wie man in Zukunft die Quantität und Qualität seiner Ware sichern kann und somit zum einen die Zukunft seines Betriebes und zum anderen das Miteinander auf der Welt gewährleisten und fördern kann. Es wird immer mehr auf den Tierschutz geachtet und das Wohl der Tiere besonders in den Fokus gestellt, damit man die Qualität der Waren sichern kann und das Wohlergehen der Tiere in den Blick nimmt. Gleichzeitig hat sich im Themenbereich Bodenqualität einiges verändert. Man betrachtet den Boden als gesamten Organismus und achtet darauf, was ihm schadet und was man tun kann, um ihn bei seiner Arbeit zu unterstützen. Zusammenfassend geht die Landwirtschaft immer mehr dazu über mit der Natur zu arbeiten als gegen sie, um die Vorgänge bestmöglich unterstützen zu können.“

Foto: Justin Weber

Der Inhaber des Martinshofs, Martin Stoll, hat mit uns über seine Pläne für einen nachhaltigen Anbau gesprochen: „Ich verzichte auf den Anbau von Getreide auf dem Teil meiner Flächen. Dafür säe ich Blühmischungen mit hohem Futtergras Anteil wie beispielsweise Klee Luzerne und Gräser. Im ersten Jahr ist das dann eine kunterbunte Blühfläche, wo sich Bienen und Insekten richtig wohlfühlen. Um die Förderung des Bodenlebens zu garantieren, baue ich zum Beispiel Ölrettich gleichzeitig an. Aber eben auch die vielen Leguminosen tun ihr Werk zur Verbesserung des Bodens. Im 2. und 3. Jahr wächst dort dann Grünfutter für die Tiere, was konserviert wird. Und erst nach der dritten Vegetationsperiode wächst dort wieder Getreide. Dafür können die Leute Patenschaften erwerben. Dazu gibt’s dann eine Urkunde und die Geodaten, um die Fläche besuchen zu können. Eine Art Feld-Patenschaft, also“

Dennoch ist es nicht immer einfach einen Betrieb zu führen, gerade in der Landwirtschaft sind die Arbeitszeiten schwierig und auch in Urlaub fahren gestaltet sich wesentlich schwieriger als mit einer Bürotätigkeit. Warum sollte man sich denn dennoch dafür entscheiden?

Landwirt Justin hat dazu eine klare Meinung : „Also zum einen natürlich die Liebe zur Landwirtschaft und die Leidenschaft etwas zu bewegen, auch habe ich hier auf dem Hof eine Art Grundsubstanz. Es wäre schade dies nicht zu nutzen und nichts aus dieser Chance zu machen, die viele Menschen so nicht haben. Ein Anliegen meinerseits ist es die Natur zu pflegen und sie zu schützen und sie nicht der großen, weiten Welt zu überlassen. Ich will die Landwirtschaft wieder mehr in den Fokus der Öffentlichkeit rücken und Menschen erreichen, die das vielleicht auch gar nicht so kennen. Die Landwirtschaft ist sehr vielseitig und ich möchte das Interesse der Menschen dafür wecken.“

 

Weitere interessante Artikel:

ANZEIGEN

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Blätterbarer Katalog 2026 mit 44 Seiten:

Weitere Informationen zu den neuen „Gudd-Zweck-STERNZEICHEN-ETIKETTEN“ finden Sie hier:
https://www.gudd-zweck.de/fyi/ho-roos-kop/