St. Wendel: SPD drängt auf Investitionen in sanierungsbedürftige Grundschulen

Foto: André Cullmann

Die SPD-Stadtratsfraktion St. Wendel macht sich für umfangreiche Investitionen in die örtlichen Grundschulen stark. Während des Neujahrsempfangs der Fraktion und des Stadtverbandes zeichnete Fraktionschef Marc André Müller ein düsteres Bild vom baulichen Zustand mehrerer Schulgebäude.

Besonders alarmierend stellt sich die Lage an der Grundschule Oberlinxweiler dar. Der gesamte Keller des Gebäudes musste wegen Schimmelbefall gesperrt werden. Zusätzlich bereitet die veraltete Heizungsanlage große Sorgen. „Das komplette Kellergeschoss ist wegen gesundheitsgefährdendem Schimmel gesperrt. Gleichzeitig hoffen Lehrkräfte und Eltern jeden Tag, dass die Heizungssteuerung durchhält. Ein Ausfall käme faktisch einer Schulschließung gleich, weil diese alte Anlage nicht mehr repariert werden kann“, erklärte Müller. Er warnte davor, die Probleme weiter zu ignorieren: „Dieser Schulstandort braucht dringend eine realistische Perspektive. Weiterhin so zu tun, als gäbe es dieses Problem nicht, wäre grob fahrlässig.“

Auch bei der Nikolaus-Obertreis-Grundschule mahnt die SPD Handlungsbedarf an. Obwohl sich der Stadtrat bereits vor sieben Jahren darauf verständigt hatte, dass der aktuelle Standort nicht zukunftsfähig sei, fehle bis heute eine konkrete Lösung. „Trotz dieser klaren Beschlusslage ist bis heute keine Lösung in Sicht. Das ist schwer vermittelbar – vor allem für Eltern und Kinder“, kritisierte der Fraktionsvorsitzende.

Als Lösung favorisiert die SPD weiterhin einen Schulneubau auf dem Areal des früheren Bosenbachstadions. Dort könnte gemeinsam mit dem benachbarten Cusanus-Gymnasium, der Kreismusikschule, dem Freibad und der Sporthalle ein Bildungscampus entstehen. Da die CDU diesem Vorschlag ablehnend gegenüberstehe, bringt die SPD nun alternativ das ehemalige Sportplatzgelände am Pappelweg in Alsfassen ins Gespräch. Auf diesem Areal war ursprünglich ein Wohngebiet vorgesehen, für das sich jedoch keine Bauträger interessierten. Nach Einschätzung Müllers sei der Bedarf an Neubaugebieten in St. Wendel durch die Erschließungsgebiete Abendstall und Lanzenberg bereits gedeckt.

Die Vorschläge basieren auf den Ergebnissen einer Zukunftswerkstatt, die die SPD-Fraktion im Dezember mit interessierten Bürgern veranstaltet hatte. „Dabei wurde sehr deutlich: Investitionen in Bildung haben für die Menschen in unserer Stadt oberste Priorität, denn alle wünschen sich modern ausgestattete Schulen, in denen unseren Kindern das Lernen Spaß macht“, berichtete Müller. Die vom Bund bereitgestellten 12,8 Millionen Euro aus einem Sondervermögen eröffneten neue finanzielle Möglichkeiten für die notwendigen Baumaßnahmen.

Am Standort Pappelweg ließe sich mit vertretbarem Aufwand eine zeitgemäße Grundschule errichten, ohne die Anlieger durch zusätzlichen Verkehr übermäßig zu beeinträchtigen, so die Einschätzung der SPD. „Was wir jetzt brauchen, sind ehrliche Prioritäten und der politische Wille, Lösungen zu finden, statt Entscheidungen weiter aufzuschieben oder auf Lösungen in ferner Zukunft zu hoffen, die aktuell sehr unwahrscheinlich erscheinen“, forderte Müller abschließend.

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