Seit 2009 erinnert der Landkreis Sankt Wendel jährlich am 9. November mit einer Kranzniederlegung am einstigen Standort der St. Wendeler Synagoge in der Kelsweilerstraße 13 an die Novemberpogrome 1938. In diesem Jahr um 16:30 Uhr. An der Veranstaltung beteiligen sich auch die evangelische und katholische Kirche aus St. Wendel.
Landrat Udo Recktenwald: „Nach den schrecklichen Terrorangriffen der Hamas in Israel nehmen wir voller Entsetzen wahr, dass unverhohlen antisemitische Narrative artikuliert werden. Bei Demonstrationen, in sozialen Medien. Wir nehmen ebenso wahr, dass gerade jetzt Erinnerungsarbeit wichtig denn je ist. Damit Rassismus, Antisemitismus, Hass und Hetze nicht die Oberhand gewinnen. Jede Form von Rassismus und Hetze, egal gegen wen, ist zu verurteilen. Ein Mosaikstein der Erinnerungsarbeit in unserem Landkreis ist die jährliche Kranzniederlegung. Wir erinnern an das, was in unserer Heimat geschah – und mahnen, dass derartiges nie wieder geschehen darf. Wir gedenken den Opfern des Nationalsozialismus, wir stehen auf gegen Antisemitismus und generell gegen Rassismus. Wir sehen das als unsere demokratische Pflicht und Verantwortung an.“
Im November 1938 wurden im gesamten Deutschen Reich Synagogen geschändet, geplündert und angezündet, jüdische Mitbürger verhöhnt und inhaftiert. Auch im Kreis Sankt Wendel. In fünf Orten – in St. Wendel, Tholey, Sötern, Bosen und Gonnesweiler – fanden Ausschreitungen gegen die jüdische Bevölkerung und gegen jüdisches Eigentum statt. Die Synagoge in St. Wendel wurde am 10. November 1938 geschändet und in Brand gesteckt.



