Es war eine spontane Entscheidung, am vergangenen Sonntag, 21.01.24, zur Demo nach Saarbrücken zu fahren. Bekanntgemacht wurde diese Veranstaltung erst zwei Tage zuvor.
Wer fährt mit? Wann fährt ein Zug? Unsere Familie ist sich einig. Es ist das Mindeste, was wir tun können, um unserem dringenden Wunsch nach dem Erhalt eines demokratischen Systems in unserem Land Ausdruck zu verleihen. Kein Zurück in die Vergangenheit! Kein zweites „Drittes Reich“, kein „Viertes Reich“, in dem Menschen aussortiert werden nach Herkunft, Hautfarbe, Gesundheitsstatus.
Die Bilder aus der Zeit des NS-Regimes, die bis heute „das Blut in den Adern gefrieren lassen“, drängen sich zurück in das Gedächtnis, als bekannt wird, dass laut Enthüllungen des Recherchenetzwerkes „Correctiv“ bereits im November vergangenen Jahres ein geheimes Treffen von Rechtsradikalen, AFD-Politikern und Mitgliedern der CDU sowie der sehr konservativen Werteunion stattgefunden hatte. Auch Martin Sellner, einstiger Kopf der rechtsextremen „Identitären Bewegung“ in Österreich, war mit dabei. Dabei wurden Pläne besprochen, per Remigration Millionen von Menschen mit Migrationshintergrund aus unserem Land auszuweisen. Der Schock über diese Enthüllungen sitzt bei Vielen tief und lässt sie zu Hunderttausenden bundesweit an Demonstrationen gegen Rechts auf die Straße gehen. Übrigens wurde der verschleiernde und harmlos klingende Begriff „Remigration“ zum Unwort des Jahres 2023 „gekürt“.
Samba Total aus Marpingen und Samba Balawaa aus Saarwellingen unterstützen trommelnd die Teilnehmer
Mit 500 Teilnehmern wurde gerechnet, laut Polizei nahmen 13.000 Menschen an der Demo unter dem Motto: „Nie wieder ist jetzt – ein Zeichen gegen Rechts“ teil, die u. a. von dem Greenpeace Aktivisten Lucas Kleinbauer angemeldet worden war und der sich daraufhin weitere politische Jugendverbände und Organisationen anschlossen. Auf dem Treffpunkt Landwehrplatz appellierte Kleinbauer, trotz unterschiedlicher Ansichten immer im Austausch mit Andersdenkenden zu bleiben. Weiterhin stellte er heraus, wie wichtig es sei, wählen zu gehen: „Geht wählen! Die Nazis können nur gewinnen, wenn wir nicht wählen gehen.“
Die beiden Samba Gruppen Samba Total aus Marpingen und Samba Balawaa aus Saarwellingen entschlossen sich nach Zusage der Initiatoren spontan, sich der Demo anzuschließen. Das laute, rhythmische Trommeln der beiden Gruppen wirkte wie eine musikalische Bekräftigung der Botschaft, dass kein zweites Nazi Regime toleriert wird. Und genau darum geht es den Gruppen Samba Total und Samba Balawaa immer wieder, mit ihren Rhythmen gegen Rassismus aufzutreten und Zeichen zu setzen.
Wer schweigt, macht sich mitschuldig
Diese Botschaft der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ um die Geschwister Scholl wurde in Flugblättern verteilt und ihr ist auch in der jetzigen Zeit nichts hinzuzufügen!



