Die Landesregierung und der Städte- und Gemeindetag haben sich auf die Verteilung der Mittel aus dem saarländischen Schwimmbad-Förderprogramm geeinigt. Insgesamt 113,5 Millionen Euro sollen in die Sanierung maroder Bäder fließen. Die DLRG Saarland bewertet die Einigung positiv, weist jedoch darauf hin, dass der tatsächliche Sanierungsbedarf im Land bei rund 390 Millionen Euro liegt – die bereitgestellten Mittel also nur einen Bruchteil abdecken.
„Wir begrüßen ausdrücklich, dass sich Land und Kommunen auf ein konkretes Fördermodell verständigt haben. Das ist ein wichtiges Signal für den Erhalt unserer Schwimmbäder und damit auch für die Sicherheit der Menschen im Saarland“, sagt Dagmar Heib, Präsidentin der DLRG Landesverband Saar e.V. Entscheidend sei nun, dass die Mittel schnell und zielgerichtet dort ankommen, wo der Bedarf am größten ist.
Nach dem geplanten Fördermodell sollen grundsätzlich 30 Prozent der Kosten einer Sanierungsmaßnahme übernommen werden. Unter bestimmten Voraussetzungen – etwa bei einer Existenzgefährdung des Bades, bei Lehrschwimmbecken oder bei touristischer Bedeutung – kann die Förderquote auf bis zu 55 Prozent steigen. Pro Kommune soll in der Regel eine Einrichtung gefördert werden, wobei die maximale Fördersumme bei sechs Millionen Euro liegt. Die entsprechende Förderrichtlinie soll Anfang September im Ministerrat verabschiedet werden.
Für die DLRG geht es bei der Sanierung nicht nur um den baulichen Zustand. Mindestens ebenso wichtig sei die Bedeutung der Bäder für das Schulschwimmen, die Schwimmausbildung von Kindern und Jugendlichen sowie die Ausbildung von Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmern. „Ein Schwimmbad ist weit mehr als ein Freizeitangebot: Hier lernen Kinder schwimmen, Schulen führen ihren Schwimmunterricht durch und unsere ehrenamtlichen Einsatzkräfte werden ausgebildet“, so Heib. Fielen Lehrschwimmbecken über längere Zeit aus, habe das unmittelbare Folgen für die Schwimmausbildung und den Bevölkerungsschutz. Als Beispiel nennt die DLRG das Lehrschwimmbecken auf der Saarbrücker Folsterhöhe, das seit Sommer 2025 wegen eines technischen Defekts nicht mehr für Schwimmkurse genutzt werden kann.
Die DLRG Saarland fordert, die Investitionen als Auftakt einer langfristigen Strategie zu begreifen. Neben der Sanierung bestehender Bäder müsse dort, wo eine Unterversorgung bestehe, auch über Neubauten und regionale Lösungen nachgedacht werden. Ziel müsse sein, dass Kinder unabhängig von ihrem Wohnort schwimmen lernen können, Schulen ihren Schwimmunterricht zuverlässig durchführen können und ausreichend Wasserflächen für die Wasserrettungsorganisationen bereitstehen.
„113,5 Millionen Euro sind ein wichtiger Anfang, aber der tatsächliche Sanierungsbedarf liegt deutlich darüber. Deshalb darf mit dem Förderprogramm die Diskussion nicht beendet sein“, betont Heib. „Wir brauchen einen langfristigen Bäderplan für das Saarland, der Land, Kommunen, Schulen, Sportverbände und Wasserrettungsorganisationen zusammenbringt.“ Schwimmen zu lernen dürfe kein Privileg sein – es sei eine Frage der Sicherheit und damit eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.




