Mit der Vergangenheit abschließen

Ratgeber: „Lerne loszulassen, das ist der Schlüssel zum Glück*.“

Symbolbild, zwei Hände lassen einander los, passend zum Artikel, der vom Thema "Loslassen" handelt
Loslassen muss nicht nur mit Schmerz verbunden sein. Schon während des Prozesses, schmerzhafte Beziehungen oder Erfahrungen hinter sich lassen zu wollen, kann man erkennen, welche neue Chancen sich für einen bieten. (Fotoquelle: youssef-naddam-iJ2IG8ckCpA-unsplash)

Eine Freundschaft zerbricht. Ein Lebenstraum platzt. Eine Beziehung scheitert. Ein geliebter Mensch
geht von uns. Früher oder später trifft es jeden von uns, und wir müssen uns mit dem Thema
„Loslassen“ auseinandersetzen. Trennungen und Abschiede begleiten uns ein Leben lang, doch wie
können wir damit umgehen ohne zu sehr zu leiden und daran zu zerbrechen? Sätze wie „Du musst lernen
loszulassen!“ hören wir immer wieder, doch wie funktioniert das eigentlich? Auch wenn man es im
ersten Moment anzweifelt, nicht das Loslassen ist der schwierigste Part, sondern das Klammern und
Festhalten an der Vergangenheit. Passend zum Neuen Jahr, indem viele von uns einen Neustart wagen
möchten, bietet der folgende Artikel Hilfestellungen, wie wir das „Loslassen“ lernen und künftig befreiter leben können.

Loslassen, was bedeutet das eigentlich?

Loslassen zeichnet einen neuen Weg, einen Start ins Ungewisse, der auch mit Veränderungen,
Ängsten und Sorgen einhergeht. Wir Menschen sind Gewohnheitstiere, die routiniert und sicher leben
möchten. Wenn wir einen Job, Personen oder destruktive Verhaltensweisen loslassen, kann dies aber
auch einen wichtigen Wendepunkt in unserem Leben darstellen, der uns befreit und uns zu mehr Glück,
Freude, Ausgeglichenheit und innerem Frieden verhilft. Loslassen heißt positiv und optimistisch sein
und auf sich und das, was die Zukunft mit sich bringt, zu vertrauen. Auf lange Sicht können wir nur
befreiter leben, wenn wir Vergangenes hinter uns lassen, auch wenn das zum aktuellen Zeitpunkt noch
schmerzt.

Mit Abstand und nach einer gewissen Zeitspanne werden wir erkennen, dass uns die Veränderung gutgetan hat. Nicht nur die üblichen Abschiede und Trennungen müssen wir überwinden, sondern auch Situationen, die uns gekränkt haben, schlechte Angewohnheiten und Fehlentscheidungen. Wenn wir das lernen, haben wir schon bald mehr Lebensenergie und Kraft.

In welchen Lebensbereichen begegnet uns häufig das Thema „Loslassen“?

Wenn eine Partner- oder Freundschaft immer wieder aufs Neue unsere Nerven strapaziert und uns traurig oder wütend macht, hat das nichts mehr mit einer gesunden Beziehung zu tun, im Gegenteil das ist toxisch und tut uns nicht gut. Wenn ein Mensch, den wir lieben und schätzen und der uns womöglich ein Leben lang begleitet hat, plötzlich verstirbt, steht unsere Welt auf dem Kopf. Aber der Tod gehört zum Leben dazu, auch wenn es manchmal nicht zu begreifen ist, dass irgendwann alles ein Ende findet. Verdrängung, Wut, Verhandlung, Verzweiflung und Akzeptanz sind die Phasen, die uns im Trauerprozess begleiten, zu dem auch das Loslassen gehört. Schlechte Erfahrungen, wie wiederholte Enttäuschungen oder Treuebruch, prägen uns nachhaltig. Daraus resultierend legen wir ein bestimmtes Verhalten an den Tag, sind voreingenommen und misstrauisch. Auch diesbezüglich müssen wir lernen loszulassen und Vergangenes ad acta zu legen. Das hilft uns, Menschen sowie Situationen neutral gegenüberzustehen und wieder Vertrauen zu fassen.

Wenn wir Ziele im Leben haben, sollten wir uns bemühen diese mit der nötigen Portion Willen,
Motivation und Biss zu verfolgen. Manchmal müssen wir uns aber auch eingestehen, dass ein Ziel
unrealistisch geworden ist. Einen lang ersehnten Lebenstraum loszulassen, erfordert Ehrlichkeit,
Selbstreflexion und innere Stärke, was nicht gerade einfach ist.

Aber wie gelingt uns das Loslassen?

„Was ich grundlegend über das Leben gelernt habe: Es geht weiter!“, so lautet ein bekannter Spruch,
der uns helfen soll, positiv in die Zukunft zu blicken und die Vergangenheit hinter uns zu lassen. Wenn
wir Geschehenes und auch den damit verbundenen Schmerz annehmen und akzeptieren, wird unser
Leben leichter. Akzeptanz ist ein hartes und anstrengendes Prozedere, das immer wieder negative
Gedanken und Gefühle in uns auslöst, uns aber auf Dauer hilft in die richtige Richtung zu gehen.

Abstand zur Thematik einzunehmen, bewirkt ebenso Akzeptanz. Wie sehr wird uns diese bestimmte
Situation noch in ein paar Monaten, in einem Jahr oder in fünf Jahren belasten? Versuchen wir den
Blickwinkel zu ändern und aus einer anderen Perspektive auf die Situation zu schauen. Statt weiterhin schweren emotionalen Ballast mit uns herumzutragen, ist ein Neuanfang die persönliche Befreiung, die uns weiterbringt und uns Resilienz verschafft. Ein geliebter Mensch ist nicht mehr in unserem Leben, weil wir vielleicht menschlich einfach nicht mehr kompatibel sind oder weil der Tod ihn uns genommen hat. Auch die Tatsache, dass wir einen Job verloren haben, kann uns sehr mitnehmen. Ein Verlust ist immer hart, und deshalb dürfen wir traurig und niedergeschlagen sein und auch weinen, das gehört dazu. Das ist keine Schande, im Gegenteil: es befreit und hilft uns. Die Trauer ist ein wichtiger Bestandteil des Loslassens, wir müssen ihr Raum und Zeit geben. Genauso brauchen wir Geduld, denn Loslassen ist ein Prozess mit Höhen und Tiefen, der dauert und nicht von heute auf morgen fruchtet.

Durchhalten und geduldig sein lohnt sich, denn nur mit der nötigen Portion Willensstärke und der Aussicht darauf, dass es uns künftig bessergehen wird, bleiben wir am Ball und fokussieren uns darauf, warum wir loslassen möchten. Dabei hilft es, unsere Seele zu erleichtern, indem wir äußerliche Dinge tun, die den innerlichen Prozess des Loslassens untermauern.

Beispielhaft genannt seien das Entrümpeln in unserem Zuhause, das Umstellen von Möbeln, das Buchen eines Urlaubs oder Ähnliches. Ebenso können wir uns Hilfe bei Personen unseres Vertrauens suchen, seien es Freunde, Familienmitglieder oder aber auch professionell geschulte Fachkräfte. Geteiltes Leid ist bekanntermaßen halbes Leid und wenn wir über unsere Emotionen sprechen, unterstützt das
unseren Bewältigungsprozess.

Auch die Vergebung ist ein fundamentaler Bestandteil im Prozess, des Loslassens. Anderen und auch
uns selbst vergeben, sich Fehler eingestehen, sie annehmen und akzeptieren, das hilft weiter. Manchmal sind wir von belastenden Gedanken und ewigem Grübeln geplagt. Wenn wir dies vermehrt feststellen, sollten wir uns selbst ein klares „Stopp“ signalisieren. Es ist hilfreicher nach vorne zu blicken, denn was bringt es uns, immer wieder unsere Zeit damit zu verschwenden, über „Was wäre wenn?“-Fragen nachzudenken. Das Versteifen auf die Vergangenheit lähmt uns und ist nicht zielführend. Wenn wir es aber schaffen, unsere Gedanken so umzukehren und uns stattdessen Fragen wie „Was kann geschehen, wenn ich etwas verändere?“ zu stellen, blicken wir auf das, was wir positiv beeinflussen können.

Was uns beim Gedanken-und Grübelstopp auch helfen kann ist alles, was uns auf der Seele liegt, in Worte zu fassen, aufzuschreiben, um die Gefühle auf diese Weise besser zu ordnen. Dadurch verschaffen wir uns Klarheit und Optimismus. Unsere Notizen können wir noch besser verarbeiten, wenn wir durch ein Abschiedsritual damit abschließen, wie etwa durch Vergraben, Verbrennen oder das Versenken in einem Gewässer, um so der negativen Gedankenspirale zu entkommen und unseren Seelenfrieden wieder zurückzugewinnen.

Ein Verlust ist auch ein Gewinn, wenn wir das auf den ersten Blick auch nicht so rasch erkennen. In
der Regel finden wir mehr Gründe loszulassen als festzuhalten, und letztlich erweist sich jede noch so
traurige und schmerzhafte Erfahrung oder Niederlage im Nachhinein doch noch als nützlich. Vieles
können wir einfach nicht verändern, also warum dagegen ankämpfen, Kraft verlieren und uns selbst das
Leben schwermachen? Ablenkung, Akzeptanz und Abstand helfen uns künftig loszulassen. Wir
alleine entscheiden, wie wir leben und handeln möchten und was oder wen wir loslassen wollen, also
lassen wir es zu!

„Ich will loslassen, um Frieden zu finden.
Ich will heute loslassen, um morgen in die Zukunft zu blicken.
Ich nehme Abschied und freue mich über die schönen Erinnerungen, die uns verbinden.
Ich bin bereit loszulassen, weil du in meinem Herzen bist.“

*Das Titelzitat stammt von Siddhartha Gautama.

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