Persönlichkeiten im St. Wendeler Land – 10 Fragen an … Ruth Meyer

Heute stellen wir euch in unserer Rubrik 10 Fragen an… Ruth Meyer vor. Ruth Meyer ist 55 Jahre alt, verheiratet und hat einen 16-jährigen Sohn. Seit Mai dieses Jahres leitet sie die Landesmedienanstalt Saarland (LMS). Das ist nun sozusagen ihr 5. Berufsfeld, nachdem sie zuvor als Abgeordnete des saarländischen Landtags ihren Wahlkreis und die innenpolitischen Themen im Land vertrat, davor als Hauptamtsleiterin und Frauenbeauftragte des Landkreises und ganz zu Anfang freiberuflich als Kommunikationstrainerin gearbeitet hatte. In ihrer Freizeit ließt sie gerne, löst Sudokos , wuselt im Garten oder malt mal ein Bild in Acryl. Sie ist ein geselliger Typ, liebe es, Freunde zu treffen, zu wandern, Ski zu fahren oder zu verreisen – gerne auch mit dem Wohnmobil. 

Wie sieht ein typischer Tag in Ihrem Leben aus? 

Das Schöne ist erst einmal, dass es nicht so viele typische Tage gibt. Wochentags klingelt mein Wecker um 6:15 Uhr. Bevor ich mich auf den Weg nach Saarbrücken mache, überfliege ich die Zeitung und erledige schnell noch ein paar Hausarbeiten. Die Arbeit in der LMS ist durch viele Konferenzen, Veranstaltungen und Besuchstermine sehr abwechslungsreich. Ich mag es, wenn mal kein Termin im Kalender steht und ich Zeit finde, neue Konzepte auszuarbeiten und ich in Ruhe Gespräche mit MitarbeiterInnen führen kann. Oft komme ich erst spät nach Hause. Dann und am Wochenende stehen Familie und Freunde im Mittelpunkt. 

Wie würden Sie Ihre Tätigkeit als Direktorin der Landesmedienanstalt des Saarlandes beschreiben?

Ich darf eine hochaktuelle und sehr interessante Aufgabe wahrnehmen, nämlich die Medienvielfalt in unserem Land zu schützen und auszubauen. Dazu gehören die privaten Sender genauso wie die digitale Medienlandschaft. Die Leichtigkeit und Vielfalt, mit der es heute möglich ist, sich Informationen beziehungsweise Gehör zu verschaffen, gilt es grundsätzlich zu schützen. Gleichzeitig müssen wir aber dort Einhalt gebieten, wo durch die Medien zentrale Rechtsgüter verletzt werden und dadurch dem Staat oder Einzelnen – insbesondere Kindern und Jugendlichen –Schaden zugefügt wird. Mit Veranstaltungen und Projekten der Medienbildung richten wir uns an alle Altersgruppen, an Schulen und Vereine. Ich freue mich immer, wenn wir mit der LMS im St. Wendeler Land Angebote machen, zum Beispiel am Safer Internet Day. Demnächst startet in Nonnweiler ein neues Virtuelles Mehrgenerationenhaus, das Ältere mit den Chancen des Internets vertraut macht. Und unsere Schülerinnen und Schüler haben hoffentlich bald wieder „DoppelEinhorn-Pausen“, eine Initiative gegen Hass und Hetze. Super spannend und neu sind für mich die Bereiche Film und Games, wo wir regionale Newcomer, Projekte und Unternehmen fördern.



Auf welches digitale Tool würden Sie nicht mehr verzichten wollen? 

Ganz klar: Mein Tablet! Ob schnelle Recherche im Netz, Schriftverkehr via eMail, Festhalten von Gedanken, Orientierung über Terminlage, Reiseplanung, Wetter, … checken aktueller Nachrichten und Social Media-Einträge, um Videokonferenzen durchzuführen, … – oder in der Freizeit als eBook oder für ein Knobelspiel zwischendurch – ohne Tablet fühle ich mich unvollständig. Das DIN-A5-Format passt in jede Handtasche und zu meiner schwächelnden Sehstärke 😉 Mein Handy nutze ich eigentlich nur für Telefonate, zum Musikhören und für Fotos.

Wer ist Ihr großes Vorbild?

Ich habe nicht so ein einzelnes „großes Vorbild“. Meine Eltern waren mir Vorbild in Sachen Wertegerüst und Selbständigkeit. Im Studium hat mich vor allem die „Frankfurter Schule“ begeistert und geprägt, politisch Hans Ley. Grundsätzlich bewundere ich Menschen mit einer klaren Haltung, Tatkraft und viel Courage – in welchem Zusammenhang auch immer: alle Selbständigen und ehrenamtlich Tätigen, geschichtlich z.B. Gräfin Luise und Willi Graf oder in unserer Zeit Malala. 

Was mögen Sie besonders am St. Wendeler Land?

Sehr viel. Ich bin dankbar, gerade hier geboren zu sein und zu wohnen. Ich finde im St. Wendeler Land die ideale Balance zwischen der Geborgenheit in der Gemeinschaft und notwendigen Rückzugsräumen. Das Angebot an Unterhaltung und Gastronomie vor Ort ist beachtlich, die Landschaft bezaubernd, die Menschen geradeheraus. Und wenn man mal Abwechslung sucht, gibt es im kleineren und größeren Umkreis überreichliche Auswahl.

Was würden Sie gerne verbessern?

1. ÖPNV „on demand“: Außerhalb des Schul- und Arbeitsverkehrs sollte der Nahverkehr im ländlichen Raum auf Abruf verfügbar sein. Der Landkreis St. Wendel mit seinen „Smart-Cities“-Projekten wäre hierfür als Modellregion prädestiniert.

2. Digitale Ethik: Im Internet werden vielfach Inhalte und Verhaltensweisen toleriert, die im Off ein No-go sind. Die Leichtigkeit, mit der Kinder Zugang zu Pornographie finden können, ist ein Beispiel hierfür. Dem müssen wir entschieden begegnen!

3. Gebühren für Onlinekäufe: So sehr ich die Errungenschaften des Internets schätze – ich halte den Wettbewerb zwischen Onlinehandel und Einzelhandel vor Ort für hochgradig unfair. Auch mit Blick auf Ökologie und Arbeitsplätze müsste meines Erachtens ein Ausgleich erfolgen.



Was ist Ihr Lieblingsort/Geheimtipp im St. Wendeler Land?

Man kann sich nur freuen, dass viele Lieblingsorte unserer schönen Heimat, ob Schaumberg, Ringwall, Bostalsee oder Schlossplatz, längst keine Geheimtipps mehr sind. Die Premiumwanderwege der Region zeigen einem aber immer wieder neue bezaubernde Orte und Ausblicke. Unsere „Hausstrecke“ – ein Teilabschnitt des Tiefenbachpfads – führt über „Die Hoheit“. Von dort hat man einen tollen Blick über das St. Wendeler Land. 

Was bedeutet Heimat für Sie?

Ich bin in Theley geboren und aufgewachsen – das wird immer mein Heimatort bleiben. Seit über 25 Jahren lebe ich – immer noch in Sichtweite des Schaumbergs – in St. Wendel und genieße das „Heimelige“ unseres Eigenheims. Aber ich fühle ich mich recht schnell auch anderenorts „heimisch“, wenn ich Personen um mich habe, die ich mag. Für mich ist Heimat dort, wo man sich nicht erklären oder verstellen muss.

Was gibt Ihrem Leben die besondere Würze?

Unbedingt der Austausch mit anderen. Ob im Freundeskreis, zum Beispiel in unserem kleinen Weinclub oder im beruflichen Umfeld, wenn ich zum Beispiel auf spannende Persönlichkeiten treffe. Ich nenne das auch „geistigen Vampirismus“ – nichts ist für mich interessanter als die Vielfalt, mit der unterschiedliche Menschen diese Welt betrachten und bewerten.

Wie würden Sie die „St. Wendeler Mentalität“ beschreiben?

Ich würde sagen, St. Wendel und die BürgerInnen unserer Region stehen für eine frohe und solide Lebensart. Wir legen Wert auf ordentliche Qualität bei dem was wir tun, wie wir es tun, was wir kaufen, essen oder trinken, wie wir miteinander umgehen usw. Hier wird noch aufeinander geachtet und auch die Vereinswelt spielt eine wichtige Rolle für die hohe Lebensqualität, die unsere Region ausmacht.

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