Die Wendelskirmes ist eines der größten Ereignisse der Kreisstadt. Sie lockt Besucher aus der ganzen Region an, füllt Innenstadt und Festplatz und ist für Schausteller, Gastronomie und Vereine ein wichtiger Termin im Jahreskalender. Doch ausgerechnet rund um dieses Aushängeschild der Stadt gibt es nun Ärger.
Nach Informationen aus dem Umfeld des FC Blau-Weiß St. Wendel möchte der Verein im Rahmen der Kirmes wieder ein Oktoberfest auf dem Festplatz veranstalten und zwar an vier Tagen: am 16. und 17. Oktober sowie am 23. und 24. Oktober. Wirtschaftlich sei das notwendig, heißt es. Denn die Kosten für Festzelt, Technik, Personal, Sicherheit und Logistik seien in den vergangenen Jahren massiv gestiegen. Ein solches Fest rechne sich nicht mehr, wenn es nur an drei Tagen stattfinden dürfe.
Die Stadt St. Wendel sieht das offenbar anders. Auf Anfrage teilte die Pressestelle wndn.de mit, die Durchführung an drei Veranstaltungstagen entspreche der „seit Jahren geltenden und bewährten Praxis“. Zum Auftakt der Kirmes finde am Samstag die Eröffnung des Vergnügungsparks mit den Schaustellern statt, daran schließe sich traditionell das erste Oktoberfest an. Am zweiten Kirmeswochenende seien dann Freitag und Samstag weitere Oktoberfeste vorgesehen.
Diese Darstellung sorgt beim FC Blau-Weiß St. Wendel für Verwunderung. Denn ein Blick auf frühere Programme zeigt ein anderes Bild. Für das Oktoberfest St. Wendel 2023 wurden beispielsweise vier Termine aufgeführt: Freitag, 20. Oktober, mit „Malle Stars“, Samstag, 21. Oktober, mit „Die Konsorten“, Freitag, 27. Oktober, mit „Kracheder“, sowie Samstag, 28. Oktober, mit der „Maxx Party Band“. Von drei Tagen kann bei diesem Programm kaum die Rede sein.
Genau daran entzündet sich nun die Kritik: Wenn vier Oktoberfest-Tage bereits in der Vergangenheit möglich waren, warum soll das nun plötzlich nicht mehr gehen? Die Antwort der Stadt bleibt vage. Auf die Frage, ob eine Durchführung an allen vier geplanten Tagen möglich sei, heißt es lediglich: „Die Durchführung an den üblichen Veranstaltungstagen ist weiterhin vorgesehen.“ Eine konkrete Begründung, warum ein vierter Tag ausgeschlossen sein soll, liefert die Stadt damit nicht.
Auch eine echte Alternative nennt das Rathaus nicht. Sollte das Oktoberfest mit nur drei Tagen wirtschaftlich nicht tragfähig sein, verweist die Stadt lediglich darauf, dass sie „veranstalterunabhängig“ weiterhin das Ziel verfolge, das Oktoberfest im Rahmen der Wendelskirmes wie beschrieben stattfinden zu lassen. Das klingt nach Verwaltung, aber nicht nach einer Lösung.
Beim FC Blau-Weiß wird die Konsequenz inzwischen klar formuliert: „Unter diesen Bedingungen können und werden wir die Zeltkirmes in diesem Jahr nicht durchführen, wenn es bei lediglich drei Tagen bleibt.“
Besonders bitter: Nach Informationen des FC Blau-Weiß wurden Gesprächsangebote an Bürgermeister Peter Klär bislang nicht angenommen. Gerade bei einem Thema, das für die Kirmes, die Besucher und das Stadtleben von Bedeutung ist, wäre ein direkter Austausch naheliegend. Stattdessen entsteht der Eindruck, dass im Rathaus an einer starren Linie festgehalten wird.
Beim FC Blau-Weiß St. Wendel wird nun überlegt, ob das Oktoberfest unter diesen Bedingungen überhaupt durchgeführt werden kann. Das wäre ein fatales Signal. Denn die Wendelskirmes lebt nicht nur von Fahrgeschäften, sondern vor allem vom Festzelt.





