Ich leb so gern in … Primstal

Foto: Wilfried Meyer

Wir lieben unser St. Wendeler Land. Tagtäglich berichten wir deshalb für euch über alles was so in der Heimat vor sich geht. Dabei fällt uns immer wieder auf, dass viele Orte ganz tolle, aber oft versteckte Besonderheiten haben. Deshalb machen wir uns gemeinsam mit euch auf die Reise in die einzelnen Ortsteile des St. Wendeler Landes. Und da die Ortsvorsteher ihren Ort am besten kennen sollten, haben wir bei ihnen nachgefragt, warum sie so gerne in ihrem Ort leben. Heute stellen wir euch Primstal, ein Ortsteil der Gemeinde Nonnweiler vor.

Stellen Sie sich und Ihre Tätigkeit als Ortsvorsteher kurz vor.

Mein Name ist Rainer Peter. Nach 40 Jahren wollte ich eigentlich zum Ende der letzten Wahlperiode 2019 mit der Kommunalpolitik aufhören. Nachdem aber unsere Lebensplanung eines gemeinsamen Ruhestandes gewaltig unter die Räder kam, wurde ich von vielen Seiten ermutigt weiterzumachen. So wurde durch die Kommunalwahl 2019 ein verstärktes Weitermachen als Ortsvorsteher meines Heimatortes Primstal.

Ortsvorsteher zu sein ist dann schon „eine andere Nummer“ als nur Mitglied des Ortsrates oder des Gemeinderates zu sein. Ortsvorsteher ist man auf einmal – ohne Vorbereitungslehrgang oder Einführungsseminar! Der Blick ins KSVG (Kommunales Selbstverwaltungsgesetz) hilft da schon weiter. Der Ortsvorsteher ist zunächst Ehrenbeamter der Gemeinde; da hilft bisweilen auch mal ein Blick ins Beamtengesetz. Die Wahrnehmung der Belange des Ortes  gegenüber der Gemeinde ist eine Kernaufgabe des Ortsvorstehers.

In Primstal müssen in den nächsten Jahren einige Zukunftsthemen, die zudem Kernthemen des Ortes darstellen, gelöst werden. Erschließung von Bauplätzen, Bau eines Bürgerzentrums, für einen ausgesprochen aktiven Jugendclub. Und eine Betreuungseinrichtung für Senioren steht bei den Primstalern immer noch auf der Wunschliste. Die Sanierung der kompletten Ortsdurchfahrt wird in diesem Jahr enorme Geduld von unseren Bürgerinnen und Bürgern verlangen. All diese Maßnahmen muss der Ortvorsteher mitgestaltend begleiten. Auch wenn er in den wenigsten Fällen direkt verantwortlich sein wird, wird er jedoch in den meisten Fällen Ansprechpartner der Bürger sein.

Die wohl vornehmste Aufgabe des Ortsvorstehers ist die repräsentative Vertretung seines Ortes. Diese Aufgabe eröffnet ihm Freiräume und Gestaltungsmöglichkeiten. Daraus ergibt sich für mich ein Kernauftrag: Unsere Bürgerinnen und Bürger müssen sich mit ihrem Dorf identifizieren können; sie müssen sagen können „mein Primstal“.

Erzählen Sie ein wenig über die Geschichte von Primstal.

Das „Kommunalgebilde“ Primstal ist noch gar nicht so alt. Am 1.10.1930 entstand es auf Anordnung des preußischen Innenministers aus den selbständigen Orten Mettnich und Mühlfeld. 1974 wurde der Begriff „Gebietsreform“ geprägt, als Primstal ein Gemeindebezirk der neuen Gemeinde Nonnweiler wurde. Die Orte Mettnich und Mühlfeld hatten immer schon eng zusammengearbeitet. Sie bildeten immer schon eine Pfarrei, unterhielten eine Schule und einen Friedhof und beschlossen 1928 eine gemeinsame zentrale Wasserversorgung zu bauen. Die Grenze zwischen beiden Orten war nicht zu erkennen. 

Was macht Primstal aus?

In Primstal herrscht ein intensives Vereinsleben. Primstal hat sich den Luxus geleistet, mitten in der Corona-Pandemie noch einen neuen Verein zu gründen. Und wenn  die „Corona-Vorschriften“ eine Gründungsversammlung nicht erlauben, dann wird diese halt als Videoschaltung durchgeführt. Dieser „Förderverein Dorfentwicklung Primstal“, der am 9.11.2020 gegründet wurde, hat inzwischen fast 100 Mitglieder. Und kaum gegründet hat dieser Verein bereits in Primstal eine Weihnachtsbeleuchtung montiert. Nicht weniger engagiert sind  eine Reihe weiterer traditionsreiche Vereine. Eine starke Freiwillige Feuerwehr ohne Nachwuchssorgen und einem gelungenen Generationswechsel in den Führungspositionen. Ein leistungsstarker Fußballverein mit intensiver Jugendarbeit, dessen Mannschaften nicht nur Primstaler auf den Platz als Zuschauer anlockt. Tischtennis und Volleyball sind weitere Sportarten, die auch auf hohem Leistungsniveau betrieben werden. Fast unbemerkt  schlossen sich zum Jahresbeginn 2020 Tanzbegeisterte zu der Gruppe „Tanzwerk“ zusammen. Aber auch wer es ruhiger angehen will, findet für sportliche Betätigungen genügend Gelegenheiten. Und nicht zu vergessen die „Musik- und Theaterszene“. Eine leistungsstarken Pfarrkapelle, ein großer Singkreis, eine Theatergruppe, die immer vor vollem Haus spielt. An jedem 1. Donnerstag eines jeden Monats Jazzabend in „Zeggels“ mit Akteuren aus der Großregion. Also langweilig wird es hier nicht.

Wo ist es in Primstal am schönsten?

Wenn ich hier nur 3 Orte nennen würde, bekäme ich heftigen Widerspruch. Ich bin dabei, bei  „Waldläufer“ eine Umfrage zur Ermittlung der 12 beliebtesten Orte auf „Primstaler Bann“  zu machen. Es gibt eine Reihe von geheimnisvollen Orten, wo man absolut keinen Autobahnlärm hört. Es gibt Ecken in den Primstaler Wälder, die immer noch ihr Geheimnis bewahren. Wer unbedingt ein paar Tipps braucht: Steinbach, Hirebach, Betschberg, Belzet, Laschtersch, Breinischwies, Hennerm Schloofhiwwel und die Prims.

Was macht Primstal für (neue) Einwohner attraktiv?

Neuankömmlinge in Primstal werden sehr bald feststellen, dass sie schnell und herzlich aufgenommen werden. Für den täglichen Lebensbedarf bietet Primstal alles. Selbst Sonntags frische Brötchen, frische Wurst- und Fleischwaren aus der Region. Ein „Supermarkt“ . Arzt, Apotheke, Physiotherapeut und eine Zweigstelle der Kreissparkasse. Primstaler Kartoffeln, Primstaler Honig und Primstaler Wild. Ein ordentliches Speiserestaurant mit ordentlicher Wirtschaft.

Und wenn wir mit dem letzten Tropfen Benzin herumfahren, können wir noch im Dorf tanken. Und wer nach St. Wendel zum Glühweintrinken oder zu einem Volksfest fahren will kann dies stündlich mit der R2 tun.

Was gibt es in Primstal, was man sonst nirgendwo finden kann?

Eine schiefgebaute Kirche, daneben ein gotischer Chor, der ein Schmuckstück in der Region darstellt. Ein Naturbad mit chlorfreiem Betrieb. Ein kleines Restvorkommen von Tiltappesse in Belzet und Laschtersch, das seit meiner Bubenzeit immer weiter abgenommen hat.

Was muss man über Primstal unbedingt wissen?

Primstal hat ein chlorfreies Naturbad, in Primstal gibt es eine Schnapsbrennerei, Aufzüge aus Primstal waren mal europaweit im Einsatz und in Primstal werden jede Menge Weihnachtsbäume verkauft. 

Außerdem muss ich meinem Kollegen aus Sotzweiler beipflichten: Den Termin der Primstaler Kirmes (17.-21.9.2021)!

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