Orte im St. Wendeler Land

Ich leb so gern in … Bosen/Eckelhausen

Wir lieben unser St. Wendeler Land. Tagtäglich berichten wir deshalb für euch über alles was so in der Heimat vor sich geht. Dabei fällt uns immer wieder auf, dass viele Orte ganz tolle, aber oft versteckte Besonderheiten haben. Deshalb machen wir uns gemeinsam mit euch auf die Reise in die einzelnen Ortsteile des St. Wendeler Landes. Und da die Ortsvorsteher ihren Ort am besten kennen sollten, haben wir bei ihnen nachgefragt, warum sie so gerne in ihrem Ort leben. Heute stellen wir euch Bosen/Eckelhausen vor.

Stellen Sie sich und Ihre Tätigkeit als Ortsvorsteher kurz vor.

Mein Name ist Armin Loos, 59 Jahre, verheiratet, einen erwachsenen Sohn, von Beruf Grundschullehrer und hier seit 2003 Schulleiter der GS Züsch, einer kleinen Dorfschule, wie es sie im Saarland leider nicht mehr gibt. Seit 2003 bin ich auch Schiedsmann für Bosen-Eckelhausen und seit 2008 stellvertretender Jagdvorsteher von Bosen. Außerdem bin ich Mitglied in zahlreichen Ortsvereinen und im SPD-Kreisvorstand St.Wendel. Meine Hobbys sind überwiegend sportlicher Art: Waren es früher Fußball beim SC Bosen und Laufen, so sind es jetzt „im Alter“  Wandern, Walken, E-bike fahren, Ski fahren, Holz machen und eben die Kommunalpolitik. Seit 1989 bin ich Mitglied der SPD-Fraktion im Ortsrat von Bosen-Eckelhausen und seit 2013 Ortsvorsteher. Das Amt habe ich von meinem Vorgänger Horst Barth übernommen, der 24 Jahre mit viel Engagement für Bosen-Eckelhausen tätig war und mich und den Ortsrat seither als mein Stellvertreter und Gemeinderatsmitglied weiter unterstützt. Die Arbeit für und mit unseren knapp 1500 Einwohnern*innen bereitet mit überwiegend Spaß und nur wenige Sorgen. Mit den von der Gemeinde Nohfelden zur Verfügung gestellten Mitteln versuchen wir in jedem Jahr Anregungen unserer Bürger*innen, der Vereinsvorstände und natürlich eigene Ideen umzusetzen oder zu fördern und  Missstände zu beheben. Durch die gute Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung und des Bauhofes ist Vieles gut gelöst worden. Leider geht es nicht immer so schnell, wie man beziehungsweise wie der Mitbürger sich das vorstellt. Dies hängt in der Regel nicht am „Wollen und Können“, sondern an Rahmenbedingungen und unter Umständen an verschiedenen Meinungen über den richtigen Weg. Hier helfen Geduld und Tipps mehr als Kritik und Ärger. Letzteres hält sich in unserem Ort dankenswerterweise im Rahmen. Dies ist für mich als Ortsvorsteher erfreulich, insbesondere die Tatsache, dass unsere im Ort engagierten Personen aus dem demokratischen Lager und nicht aus alternativen, aggressiven und demokratiefeindlichen Aktivisten besteht. Hoffen wir, dass dies auch bei den zurzeit nicht einfachen Ereignissen so bleibt.




Erzählen Sie ein wenig über die Geschichte von Bosen/Eckelhausen


Wissenswertes über Bosen:

430 m über NN, 1240 Einwohner, Gemarkung 1050 ha

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes als „Bunsena“ stammt aus dem Jahr 972. Mit dieser Urkunde beschenkte Bischof Wiegfried von Verdun das von ihm gegründete Kloster St.Paul (zu Verdun) unter anderem mit der Kirche von Bosen aus seinem Eigengut. Im Rahmen der saarländischen Gebiets- und Verwaltungsreform wurden die beiden bis dahin eigenständigen Gemeinden Bosen und Eckelhausen am 1. Januar 1974 zusammen mit elf weiteren Gemeinden der Gemeinde Nohfelden zugeordnet. Bosen-Eckelhausen ist Teil des Naturparks Saar-Hunsrück im nördlichen Saarland. Der 1979 angestaute Bostalsee (120 ha) ist heute ein überregional bekanntes touristisches Zentrum, das jede Saison zahlreiche Besucher anzieht. Am Nordufer des Sees befindet sich ein Kulturzentrum in der Bosener Mühle, die bis 1930 als Getreidemühle für die Umgebung diente. Bosen, einst ein Bauerndorf, hat sich durch den Bau des Bostalsees zu einem beliebten Wohnort verwandelt.

Wissenswertes über Eckelhausen:

400 m Über NN. 245 Einwohner, Gemarkung 300 ha 

Eckelhausen war schon vor der Gebietsreform das mit Abstand kleinste Dorf des Amtes und bildet heute mit dem nahen Bosen einen Gemeindebezirk. Der Name, dessen Bestimmungswort auch in anderen Verbindungen oft vorkommt, könnte von dem Wort “Eiche“ abgeleitet worden sein. Eckelhausen ist seit seiner ersten Erwähnung vor mehr als 600 Jahren als “Eckelnhusen“ gerichtlich und kirchlich mit Neunkirchen verbunden gewesen, was dazu geführt hat, dass der Ort katholisch geblieben ist. Zwischen der B52 und der ehemaligen Bahnlinie Türkismühle – Hermeskeil entstand Anfang der 70er Jahre ein ausgedehntes Industriegelände, das größte der heutigen Gemeinde Nohfelden. Zur Zeit laufen die Vorbereitungen zur Umgestaltung der Bahnlinie in einen Rad- und Freizeitweg.


Was macht Bosen/Eckelhausen aus?
Natürlich ist es zu einem großen Teil die Lage direkt am Bostalsee, mit seinen zahlreichen Freizeitmöglichkeiten. In diesem Zusammenhang ist dann auch die vielfältige Gastronomie auf dem Bosener und Eckelhauser Bann zu nennen: Hotels, Campingplatz, Center Parc, Restaurants, Cafès, Eisdiele, Vinothek sind Anlaufstelle für Einwohner und Gäste aus nah und fern. Diese bieten natürlich auch zahlreiche Arbeitsplätze, die es auch in größerem Umfang im Industriegebiet Eckelhausen gibt.

Nicht vergessen darf man auch das rege Vereinsleben im Ort. 28 Vereine beziehungsweise Organisationen bieten mannigfaltige Möglichkeiten sich aktiv oder als Konsument die Zeit zu vertreiben. Besonders stolz sind wir natürlich auf unsere seit Jahren erfolgreichen Sportvereine, die Fußballer der SG Bostalsee spielen auf ihrer tollen Anlage erfolgreich in der Landesliga, die Schützen des Gut-Ziel-Bosen sind seit vielen Jahren sehr erfolgreich, und unsere Chöre, die Konzerte des Männergesangvereines sind immer besondere Höhepunkte des Kulturlebens und die Auftritte der beiden Kirchenchöre tragen zur schönen Gestaltung der Gottesdienste und sonstiger Veranstaltungen bei. Überregional bekannt sind auch der Obst- und Gartenbauverein (u.a. mit seinem Apfelsaftangebot) und die Tanzgruppe La Volte. Für unsere Sicherheit sorgen die Wehrfrauen und -männer der Freiwilligen Feuerwehr, deren Einsätze durch die gute Ausrüstung (u.a. Leiterwagen, See- u. Eisrettung) überdurchschnittlich beansprucht wird.

Und dann sind natürlich noch die Feste und Feierlichkeiten zu nennen, die auf dem Dorfplatz Bosen, im evangelischen Gemeindehaus oder auf den vereinseigenen Flächen und natürlich am Bostalsee alljährlich abgehalten werden.


Wo ist es in Bosen/Eckelhausen am Schönsten?
Hier hat wohl jeder seine eigenen Lieblingsplätze, seien es jetzt Orte mit tollem Ausblick auf den Ort oder den See, Spielplätze für Kinder, die Gastronomie zum Genuss, Vereinsveranstaltungen zum Feiern/zur Kommunikation oder die eigene Terrasse zum Entspannen.


Was macht Bosen/Eckelhausen für (neue) Einwohner attraktiv?
Die Nachfrage nach Wohnraum in unseren Orten ist erstaunlich hoch. Bauplätze sind nicht in ausreichendem Maße vorhanden, es gibt kaum Leerstände und auch fast alle „Schandflecken“ sind in den letzten Monaten verkauft worden und werden zurzeit abgerissen beziehungsweise renoviert. Unser Kindergarten wurde im letzten Jahr neu gebaut und bietet Familien mit kleinen Kindern gute Betreuungsangebote. Ältere Menschen finden im Altenheim „Haus Bostalsee“ wohnliche Lebensräume und gute Betreuungsmöglichkeiten.

Fehlende Angebote (Ärzte, Apotheke, Geschäfte) werden zwar beanstandet beziehungsweise vermisst, aber wenn man nachfragt, werden gerade diese Einrichtungen von den Bürgern*innen oft nicht in unmittelbarer Nähe aufgesucht. Nichtsdestotrotz sind wir bemüht auch hier Verbesserungen herbei zu führen, was aber bisweilen an fehlenden Örtlichkeiten oder an der zu erwartenden Unwirtschaftlichkeit scheitert.


Was gibt es in Bosen/Eckelhausen, was man sonst nirgendwo finden kann?
Nirgendwo ist natürlich eine hohe Hürde. Positive Einzigartigkeiten finden immer sofort Nachahmer, negative Dinge nennt man nicht gerne (zur Beruhigung: Ich wüsste auch keine in Bosen-Eckelhausen!). Aber wir haben tatsächlich noch die einzige vorhandene Mikwe (jüdisches Tauchbad) des Saarlandes im Ort. Diese ist zwar in den letzten Jahrzehnten zweckentfremdet worden, soll aber im Laufe dieses Jahres restauriert werden und mit Infotafeln über das jüdische Leben in der Region ausgestattet werden.


Was muss man über Bosen/Eckelhausen unbedingt wissen?
Wir sind ein gastfreundliches Dorf mit zahlreichen engagierten Mitbürgern*innen, in dem nette und rücksichtsvolle Menschen immer herzlich willkommen sind. Raser und Falschparker hingegen missfallen uns und werden weniger gern gesehen. Hier würden wir uns über mehr Verständnis unserer Gäste und auch etlicher Einwohner*innen freuen. Ein Besuch in Bosen-Eckelhausen, des Bostalsees und der umliegenden Natur kann ich als „geborener Busema“ nur jedem empfehlen.

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