In Hasborn-Dautweiler entsteht derzeit ein neuer Kindercampus, der Kindertagesstätte und Grundschulräume in einem Gebäude vereint. Seit dem 19. Juli werden auf dem Gelände im Brühlpark gegenüber der bestehenden Grundschule vorgefertigte Module montiert. Dank der modularen Bauweise soll das Gebäude bereits nach rund 14 Tagen stehen. Den symbolischen Spatenstich hatte es bereits im März gegeben.
Bildungs- und Kulturministerin Christine Streichert-Clivot machte sich nun vor Ort ein Bild vom Baufortschritt. Im Erdgeschoss des Neubaus sind zwei Krippengruppen, vier Regelkindergarten-Gruppen, ein multifunktionaler Speiseraum sowie sanitäre Einrichtungen vorgesehen. Im Obergeschoss entstehen sechs Unterrichts- und Betreuungsräume für die Grundschule und die Freiwillige Ganztagsschule sowie eine Mensa. Beide Bereiche – Kita und Schule – sind laut Gemeinde räumlich getrennt und unabhängig voneinander nutzbar. Bürgermeister Andreas Maldener erklärte, die Gemeinde Tholey habe damit auf den steigenden Bedarf an Betreuungs- und Bildungsplätzen reagiert. „Durch die direkte Nähe zur bestehenden Grundschule und der Sporthalle entstehen wertvolle Synergien, die kurze Wege und eine optimale Nutzung der Infrastruktur ermöglichen“, betonte er. „Mit dem neuen Kindercampus Hasborn-Dautweiler entsteht ein echtes Vorzeigeprojekt für Bildung und Betreuung. Hier werden verschiedene Angebote sinnvoll gebündelt und zukunftsfähig weiterentwickelt.“
Die Kleusberg GmbH & Co. KG errichtet das Gebäude als Hybridkonstruktion aus Stahl und Holz. Insgesamt 64 Module mit einem Gewicht von jeweils elf bis 14 Tonnen werden verbaut, wie Projektleiterin Alexandra Taenzer erläuterte. „Fenster, Türen und wesentliche Vorinstallationen für die Haustechnik sind bereits werkseitig eingebaut“, so die Baustellenchefin. Auf einer Fläche von rund 2.000 Quadratmetern entstehe ein Gebäude, das rund 70 Prozent schneller errichtet werden könne als ein vergleichbarer konventioneller Bau. Voraussetzung dafür sei eine besonders intensive und präzise Planung.
Energetisch setzt der Neubau auf eine Photovoltaikanlage sowie eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, die zugleich an heißen Tagen zur Kühlung des Gebäudes beiträgt. Auch regionale Unternehmen sind am Bau beteiligt: Die AF Elektrotechnik aus Theley übernimmt die Elektroarbeiten, die Bard GmbH aus Tholey die Sanitärinstallation und die Stahlbau Scholl GmbH aus Hasborn ist an der Stahlkonstruktion beteiligt. Die Planung verantwortet das Architekturbüro Peter Heinz aus Tholey, die Außenanlagen- und Verkehrsplanung die Paulus & Partner GmbH aus Wadern. Weitere regionale Firmen sollen im Projektverlauf hinzukommen.
„Mit dem Kindercampus investieren wir nicht nur in moderne Bildungs- und Betreuungsangebote, sondern bauen gleichzeitig effizient und wirtschaftlich. Durch die zahlreichen Synergien können die Kosten deutlich reduziert werden. Mit Gebäude, Außenanlagen und Maßnahmen zur Verkehrssicherung rechnen wir mit Gesamtkosten von rund 8,5 bis 9 Millionen Euro. Das ist im Vergleich zu einer konventionellen Bauweise äußerst günstig und könnte auch für andere Kommunen ein interessantes Modell sein“, sagte Bürgermeister Maldener. Ministerin Streichert-Clivot zeigte sich ebenfalls überzeugt: „Hier entsteht Zukunft in Modulbauweise in kürzester Zeit“, resümierte sie nach ihrem Besuch beeindruckt.
Die Fertigstellung des Gebäudes ist für Ende 2026 geplant. Der Schulbetrieb im Obergeschoss soll dann zeitnah starten. Die Kindertagesstätte soll – abhängig von Witterung und Fertigstellung der Außenanlagen – zum Kindergartenjahr 2027/2028 eröffnen und wie bisher am Hasborner Standort von der katholischen KiTa gGmbH betrieben werden. Partner der Freiwilligen Ganztagsschule bleibt die WIAF gGmbH.
Neben dem Neubau wird auch das Umfeld umgestaltet. Anpassungen in der Parkstraße und in einem Teilbereich der Brückenstraße sollen für mehr Verkehrssicherheit und eine bessere Erreichbarkeit sorgen. Die Finanzierung läuft über verschiedene Förderprogramme: Für den schulischen Bereich stehen unter anderem Mittel aus dem Investitionsprogramm Ganztagsausbau, dem Schulbauprogramm „BAUSTEIN“ sowie ergänzende Bedarfszuweisungen bereit. Der Kita-Bereich wird zu einem erheblichen Teil durch das Landesprogramm zur Schaffung zusätzlicher Betreuungsplätze, den Landkreis St. Wendel und weitere Bedarfszuweisungen gefördert.





