Leserkommentar

Handwerker braucht das Land! – Ein Leserkommentar

Manfred Johann, Tischler und Meister

„Unser Land, die Wirtschaft und das Handwerk brauchen dringend gut ausgebildete Fachkräfte. Dass dies so ist, sieht man an den langen Lieferzeiten der Handwerksbetriebe.

Junge Menschen, ob Mädchen oder Jungs, brauchen eine Zukunftsperspektive. Das Handwerk bietet hier alle Voraussetzungen für eine gute duale Ausbildung: Handwerk und Schule: in ca. 130 Berufen. Trotz all der guten Strukturen taucht bei mir die Frage auf: Bilden wir für die digitale Zukunft des Handwerks richtig aus?

Hat sich das Handwerk mit den Schulen auf die Anforderungen der Zukunft mit Blickrichtung auf die Digitalisierung eingestellt? Es nützt unserem Land und auch unserer Wirtschaft nichts, wenn wir Abiturienten und Akademiker en Gros produzieren, welche später wenig Möglichkeiten haben einen attraktiven Arbeitsplatz zu bekommen. Was nützt unserem Land ein akademisches Fußvolk, wenn auf der anderen Seite dem Handwerk Meister, Techniker und Ingenieure in gut bezahlten Handwerksberufen fehlen? Das ist in meinen Augen planlose Bildungspolitik und Volkswirtschaftlich nicht nachvollziehbar.

Das Handwerk braucht dringend Nachwuchskräfte besonders in den MINT Berufen. MINT bedeutet: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Das Handwerk bietet hier den Jugendlichen ein großes Portfolio an Ausbildungsmöglichkeiten. Die Karriereleiter steht hier allen Lernwilligen weit offen. In Deutschland fehlen laut Berechnungen ca. 250, 000 MINT Fachkräfte. Von diesen 250,000 offenen Stellen können 67 Prozent von Facharbeiter, Meister, und Techniker besetzt werden. Laut dem MINT Frühjahrsreport des Instituts der Deutschen Wirtschaft ist diese Lücke nicht mehr zu schließen. Der Industrie und dem Handwerk fehlen beruflich ausgebildete MINT Fachkräfte. Ebenfalls fehlen bundesweit Lehrkräfte an den Berufsschulen, besonders betroffen sind die Fachrichtungen ELEKTRONIK, TECHNIK, KLIMA, HEIZUNG, SANITÄR, HÖRAKUSTIK, ORTHOPÄDIE, TECHNIK UND MECHANIK. In diesen Bereichen müssen die Bildungsministerien zwingend nachbessern.

Hier ist es unbedingt erforderlich, dass Schulen die Handwerkskammer und die Innungen enger und auf Augenhöhe zusammenarbeiten müssen. Wir vom Handwerk wissen genau welche Anforderungen an unser Handwerk gestellt werden.

Wenn junge Menschen in den Schulen nicht von der Vielfalt der beruflichen Möglichkeiten auch im MINT Bereich erfahren, können Sie sich auch nicht für einen solchen Beruf entscheiden. Auf dem Weg zum Handwerk 4.0 werden die Zielsetzungen immer digitaler. Es ist ein steiniger aber ein lohnenswerter Weg, den das Handwerk mit den bekleideten Ministerien und den Schulen gehen muss.“

Manfred Johann
Tischler und Meister

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