Die DLRG blickt mit gemischten Gefühlen auf die beginnende Badesaison

Foto: Rettungsboard, Rechte bei DLRG LV Saar

Auch für die Rettungsschwimmer der DLRG ist es ein Ereignis, auf das sie sich Jahr für Jahr freuen: Der Beginn der Badesaison. Nicht immer fällt der 10-Stunden-Tag in sommerlicher Hitze leicht, aber Teamwork und das Gefühl, etwas Gutes zu tun, entschädigen für die Anstrengungen des Dienstes. 

In diesem Jahr blicken die ehrenamtlichen Retter der DLRG jedoch mit gemischten Gefühlen auf die beginnende Saison. Die nach wie vor präsente Bedrohung durch das Corona-Virus beeinträchtigt nicht nur das Miteinander der Wachmannschaft, sie erschwert auch und vor allem die Hilfeleistung. So notwendig beispielsweise eine Bedeckung von Mund und Nase auch ist, sie erschwert nicht nur die Kommunikation mit den Hilfesuchenden, sondern auch eine genaue Diagnose des akuten gesundheitlichen Problems. 



Vor dem Hintergrund, dass inzwischen zahlreiche Betreiber signalisiert haben, ihre Freibäder in diesem Sommer nicht zu öffnen, blickt die Pressesprecherin des DLRG-Landesverbands Saar Kathrin Angnes mit Sorge auf die beginnende Saison: „Natürlich haben wir auch Verständnis dafür, wenn ein Betreiber sagt: „Ich kann die Einhaltung der Abstandsregelungen oder ähnliches in meinem Bad nicht sicherstellen, deshalb bleibt mir keine andere Wahl, als nicht zu öffnen.“. Mittelfristig werden solche Entscheidung nach unserer Einschätzung allerdings weitere Probleme nach sich ziehen, denn bei anhaltenden Hitzeperioden werden die Menschen nach Alternativen suchen und landen womöglich an unbewachten Badestellen.“. 

„Die Ertrinkungsstatistik der DLRG zeigt Jahr für Jahr, wie gefährlich das Baden an unbewachten Gewässern ist. Bei aller Fitness und Schwimmfähigkeit darf man einfach nicht vergessen, dass Wasser für den Menschen zunächst eine lebensfeindliche Umgebung ist. Das kleinste gesundheitliche Problem kann im Tiefwasser schon zu einer lebensbedrohlichen Situation führen.“ mahnt Angnes und appelliert: „Bitte, baden Sie auch in diesem Sommer nicht an unbewachten Badestellen!“.

Durch die Knappheit an bewachten Badestellen, wie beispielsweise am Bostalsee, erwartet Kathrin Angnes dort einen enorm hohen Andrang. „Den müssen wir von der DLRG zumindest aktuell Corona-bedingt mit einer kleineren Mannschaft als üblich bewältigen.“ Das wird nach ihrer Ansicht nur funktionieren, wenn auch alle Badegäste mithelfen. „Da genügen aber meist schon ein bisschen mehr Rücksicht und ein bisschen weniger Leichtsinn, dann schaffen wir das.“ 

Problematisch sind geschlossene Bäder aber auch für die Rettungsschwimmer der DLRG selbst, gibt Angnes zu bedenken: „Auch Rettungsschwimmer brauchen Training. Unsere Mediziner haben deshalb gemeinsam mit dem Saarländischen Schwimmbund ein Konzept erarbeitet, wie Bäder zumindest mit einem eingeschränkten Betrieb auch unter Corona-Bedingungen sicher betrieben werden können.“. So können die vorhandenen Bäder zumindest in einem beschränkten Umfang öffnen und genutzt werden. Und so auch zumindest eine gewisse Summe an Einnahmen erzielen, denn die Angst vor weiteren dauerhaften Bäderschließungen im Land wird durch die vorübergehenden Schließungen wieder genährt. Noch weniger Bäder aber, so Angnes, würde das Saarland zu einem Land der Nichtschwimmer machen.

Das gilt ein Stück weit auch für die nicht erst seit Corona boomenden Pools für den eigenen Garten. Zwar zeige die Nachfrage danach, wie sehr das Baden zum Sommer gehört, und wie wichtig das Element Wasser für die Allgemeinheit ist, allerdings: „Richtig Schwimmen gelernt hat in einem Pool von 2 Metern Durchmesser und 70 cm Wassertiefe aber vermutlich noch kaum ein Kind.“, so Angnes.   

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