„Nichts erfüllt dich auf dieser Welt außer Gott!“ (Sandra Singer)

Als Gottes Geist mein Herz berührte

Als Gottes Geist mein Herz berührte
Foto mit Sandra Singer (Foto: Karin Schüßler)

Sandra Singer berichtet von einem Schlüsselmoment in ihrem Leben: Beim Besuch der Klosterkirche in Tholey spürte sie vor zwei Jahren plötzlich das tiefe innere Gefühl, endlich angekommen zu sein und etwas gefunden zu haben, das ihr seit langer Zeit gefehlt hatte. „Da war EIN EINZIGER Moment, der mein Leben verändert hatte. Heute sage ich: Der heilige Geist war über mich gekommen. Und seit dieser Erfahrung habe ich mich abgewandt von der Esoterik und zurückgefunden zum christlichen Glauben“. Mittlerweile leitet Sandra einen katholischen Gesprächskreis in Tholey. Nähere Angaben hierzu am Ende des Berichtes.

Die Esoterik hat eine faszinierende Ausstrahlung auf viele Menschen, vor allem Frauen. Besonders in Zeiten von Unsicherheit, Krisen, Stress oder innerer Leere suchen viele nach Orientierung, Hoffnung und Halt. Esoterische Angebote vermitteln dabei das Gefühl, das eigene Leben besser kontrollieren und das persönliche Schicksal selbst in die Hand nehmen zu können. Darüber hinaus locken Versprechen von besonderen okkulten Fähigkeiten oder einem tieferen Sinn im Leben.

Auch Sandra Singer ließ sich auf diesen Weg ein und beschäftigte sich intensiv mit Yoga, Meditation und Manifestation, bevor sie sich wieder dem christlichen Glauben zuwandte. In einem Interview berichtet sie von ihrem persönlichen Weg und den Gründen für diesen Wandel.

wndn.de: Vielen Dank, Sandra, dass du mit uns offen über deinen Weg aus der Esoterik sprichst. Aussagen wie „Erwecke die Göttin in dir“, „Werde Heilerin“ oder „Manifestiere deinen Seelenpartner“ wirken auf viele Frauen magisch, faszinierend und vielversprechend. Die Esoterik vermittelt oft Hoffnung auf Erfüllung, Heilung und Selbstverwirklichung. Wie kam es dazu, dass dich diese Welt angesprochen und schließlich in ihren Bann gezogen hat?
Sandra: Angefangen hat alles vor etwa zwölf Jahren mit dem Gefühl, dass mir innerlich etwas fehlte. Esoterische Angebote waren überall präsent, leicht zugänglich und wirkten auf mich hip und spannend. Durch Yoga lernte ich, mich in meinem Körper wohler zu fühlen. Die Übungen halfen mir, Verspannungen zu lösen, und ich bemerkte auch positive Veränderungen an meinem Körper.

Zusätzlich besuchte ich Seminare und Workshops zu Themen wie Achtsamkeit, Weiblichkeit und Selbstliebe. Ich bin eigentlich eher introvertiert, hatte dann aber plötzlich den Eindruck, stärker und selbstbewusster zu werden, was sich zunächst sehr gut anfühlte. Trotzdem blieb tief in mir eine Leere bestehen. Trotz all der Erfahrungen, vieler Kurse und Seminare, an denen ich teilgenommen hatte, kam ich nie zu dem Punkt, angekommen zu sein, obwohl ich im Laufe der Jahre sehr viel Geld dafür investiert hatte.

In der Esoterik entsteht der Eindruck, man müsse sich ständig weiterentwickeln und immer mehr lernen. Das Angebot an Seminaren, Büchern und neuen Methoden scheint endlos zu sein. Dadurch wächst auch ständig der Drang, noch einen weiteren Kurs zu besuchen und noch ein weiteres Buch zu kaufen.

wndn.de: „Inwiefern vermittelt die Esoterik Menschen den Eindruck, Lösungen für persönliche Probleme anbieten zu können? Insbesondere Frauen in belastenden Lebenssituationen wenden sich häufig esoterischen Praktiken zu. Welche Rolle spielt dabei das Versprechen von Orientierung oder Erlösung?“
Sandra: „Oft wird betont, man solle vor allem auf sich selbst achten – nach dem Motto: „Nur DU bist wichtig“ oder „Nur, wenn es dir gut geht, kannst du für andere da sein“. Gerade weil viele Frauen unter Mehrfachbelastungen und Stress stehen, wenig Zeit für sich selbst haben und mit geringerem Selbstwertgefühl kämpfen, wirken solche Angebote besonders attraktiv und verlockend. Es ist wie ein AHA-Erlebnis, wie wenn der Knoten platzt: „Ich habe mich zu wenig in den Mittelpunkt meines Lebens gestellt, deshalb geht es mir nicht gut.“ Ab dieser Erkenntnis beginnt eine Art Egotrip.

wndn.de: Esoterische Lehrer vermitteln das Gefühl, dich zu erkennen, in deine Seele schauen zu können. Die innere Not, von der Umwelt nicht gesehen und nicht wahrgenommen zu werden, scheint sich mittels esoterischer Inhalte füllen zu lassen.  Plötzlich bist du wichtig, hast Bedeutung und erlangst Fähigkeiten, die dich von Anderen abheben. Plötzlich kannst du alles sein, du musst nur richtig manifestieren, das richtige Seminar besuchen oder dich in spirituelle Praktiken einweihen lassen.

Auch du hast diese Erfahrungen hinter dir. Trotz Yoga, vieler Seminare und Literatur blieb in dir das Gefühl, dass dir tief im Inneren etwas fehlt, um glücklich zu sein.
Sandra: Vor zwei Jahren hatte ich in der Klosterkirche in Tholey eine innere tiefgehende Begegnung, die mir das Gefühl schenkte, dass meine Suche zu Ende ist. Später wurde mir bewusst, dass sich in diesem besonderen Moment der Heilige Geist inspirierend über mir ergossen hatte. Alles war plötzlich anders, die Leere war verschwunden. Ich spürte meinen Weg vor mir, wieder zurückzukehren zu meinem Glaubensursprung, dem christlichen Glauben und dies erfüllt mich seit dieser Erfahrung in der Klosterkirche.

wndn.de: Wie hat sich dein Leben als quasi wiedergeborene Christin seit diesem besonderen Erlebnis verändert?
Sandra: Der Glaube an Gott, Jesus Christus und den Heiligen Geist als Dreieinigkeit ist für mich eine klare Entscheidung. Mir war bewusst geworden, irgendwann kommt der Punkt, an dem man wählen muss, welchen Weg man gehen möchte, ob mit Gott oder ohne ihn. Es gibt keinen Kompromiss, im christlichen Glauben und der Esoterik gleichzeitig zu leben.  Ich entfernte mich von Yoga und allen esoterischen Themen, warf alle esoterische Bücher weg, entfernte die Buddha Figuren in meinem Haus und meinem Garten, ließ alles Okkulte hinter mir. Nach meiner Entscheidung, Gott mein ganzes Vertrauen zu schenken, begann sich mein Leben Schritt für Schritt zu verändern. Nicht nur meine innere Haltung wandelte sich, sondern auch mein Alltag, mein Umfeld, meine Kleidung und mein Blick auf viele Lebenssituationen. Selbst mein Auftreten und meine Prioritäten waren nicht mehr dieselben. Manche alten Freundschaften gingen auseinander, gleichzeitig durfte ich neue Menschen kennenlernen, die meinen Glauben teilen und mein Leben neu bereichern.

wndn.de: Wie siehst du Yoga heute? Yoga wird fast überall angeboten, in Fitnessstudios und speziellen Yogakursen.
Sandra: Aus heutiger Sicht betrachte ich Yoga deutlich kritischer. Viele Yogastellungen (Asanas) sind traditionell mit der Verehrung hinduistischer Gottheiten verbunden, was vielen Praktizierenden im Westen oft nicht bewusst ist. Hinzu kommen häufig Gesänge, sogenannte Mantras, sowie die Verwendung von Gebetsketten und buddhistischen Symbolen. Teilweise zeigt sich dies auch in der Dekoration, etwa durch Buddha-Figuren im häuslichen Umfeld. Insgesamt handelt es sich dabei um spirituelle Praktiken und Formen der Verehrung, die nicht mit dem christlichen Gottesverständnis vereinbar sind. Auch wer Yoga nur der körperlichen Bewegung wegen ausübt, kommt in Berührung mit Energien fremder Gottheiten.

wndn.de: Was würdest du jemandem sagen, der zwischen Esoterik und dem Christentum schwankt?
Sandra: Ich würde der Person den Rat geben, dass sie auf ihr Herz schauen und sich fragen soll, ob es im Leben nur um die eigene Person geht oder ob sie tief im Inneren spürt, dass es wichtig ist, auch anderen Menschen ihre Aufmerksamkeit und Unterstützung zu schenken, wie Jesus es vorgelebt und gepredigt hatte. Ein egoistisches Leben, das sich nur „um die eigene Achse dreht“, ist von der dunklen Seite inspiriert und entspricht nicht dem christlichen Glauben. Wir müssen auf unsere Seele achtgeben. Schon allein die Einhaltung der 10 Gebote würde die Ordnung in der Welt wiederherstellen.  

Wndn.de: Ja, und wenn wir noch die Todsünden berücksichtigen, so schlimm der Begriff sich auch anhört, hätten Eitelkeit und Hochmut, Geiz und Habgier, Begehren und Luxus, Zorn und Rachsucht, Völlerei und Maßlosigkeit, Neid und Missgunst sowie Feigheit und Trägheit keinen Platz mehr in den Herzen der Menschen und wahrer Frieden könnte entstehen. In der Esoterik wird der Begriff „Sünde“ nie erwähnt. Wer überprüfen möchte, wo seine/ihre Seele steht, sollte sich mit den Geboten und Todsünden einmal beschäftigen. Es wird spannend, über sich selbst herauszufinden, welchen Neigungen und Einflüssen wir folgen, aber auch, wie wir zu besseren Menschen werden können und sich plötzlich tiefer Frieden in uns ausbreitet, der nicht von dieser Welt ist.
Sandra, was hebt die christliche Lehre in deinen Augen ab von den vielfältigen Angeboten in der Esoterik?
Sandra: Es ist die Nächstenliebe, die so nur von Jesus gelehrt wurde. In keiner anderen Religion hat die Nächstenliebe diesen Stellenwert. Und was auch immer ein Mensch getan hat – wenn er sich Jesus zuwendet mit der Bitte um Vergebung und Hilfe, wird ihm jede Schuld erlassen. Voraussetzung ist ehrliche Reue und das Bekenntnis, sich zu ändern. Diese Art der Vergebung findet man in keiner anderen Religion. Nur mit Jesus ist jederzeit ein Neustart möglich. Niemand muss verzweifeln oder sich von einer Schuld erdrückt fühlen. ER ist da und wartet auf uns, um uns zu erlösen.

Wir leben in einer dualen Welt. Die Sünde wird, auch in den Kirchen, so gut wie nicht mehr erwähnt. Dahinter stecken geschickte Manöver Satans. Er existiert und wirkt insbesondere dort, wo er sich am meisten Einfluss verspricht. Umso wichtiger ist die tägliche Zuwendung zu Gott, der schützt, leitet, inspiriert und uns zu guten Menschen macht und zwar durch die Einflussnahme des Heiligen Geistes. Jeder, der an Gott glaubt, glaubt auch an das Böse. Das Böse existiert, wir müssen uns nur in der Welt umschauen. Es wirkt da, wo es am meisten Macht hat. Das Böse arbeitet immer und hat Geduld, es streut vor allem da, wo es am meisten Einfluss hat, das Gute angreifen und Zweifel säen kann.

Ein sehr bedeutendes Sakrament für mich ist deshalb die Beichte. Jeden Monat gehe ich einmal zur Beichte, um darum zu bitten, von falschen Handlungen, Gedanken und Gefühlen befreit zu werden. Und genau so fühle ich mich danach – befreit! Sünde bedeutet nicht nur, jemanden zu ermorden. Tagtäglich sammeln sich kleinere oder größere Sünden an in Reflexion an die Gebote Gottes. Vieles beginnt bereits mit einem Gedanken, dem man freien Lauf lässt. Ich verstehe nicht, warum diese Gnade der Lossprechung kaum noch in Anspruch genommen wird. Das Gefühl, das sich nach einer Beichte zeigt, ist unbeschreiblich. Vor einem Jahr legte ich eine große Lebensbeichte ab, die überaus befreiend wirkte.

wndn: Welche Rolle spielen Gebet, Kirche und Gemeinschaft für dich?
Sandra: Das Gebet spielt eine sehr große Rolle in meinem Leben. Morgens stehe ich um 4:30 Uhr auf, sitze vor einer Kerze, bete täglich den Rosenkranz und schau auf ein Bild mit dem barmherzigen Jesus. Dabei spreche ich viele Gebete. Wenn ich dann noch Zeit habe, versuche ich, mit Jesus laut zu reden über Themen, die mich gerade beschäftigen. Dieses Ritual lasse ich nie aus. Wenn ich morgens nicht dazu komme, hole ich dieses Ritual später am Tag nach. Den Rosenkranz habe ich immer dabei. Sonntags besuche ich das Rosenkranzgebet in der Tholeyer Abtei und bete täglich mit meiner Tochter. Es ist wunderschön zu beobachten, welche Gedanken und welches Vertrauen der Glaube weckt, wenn man Gott ins Leben der Kinder einlädt. Und täglich danken wir Gott am Abend für alles Schöne, was wir erleben durften. Wir beginnen den Tag mit Gott und schließen ihn mit ihm ab. Sonntags besuchen wir mit unserer Familie den Gottesdienst in Tholey und manchmal auch während der Woche, wenn ich die Möglichkeit dazu habe. Weiterhin besuche ich den Bibelkreis in Tholey und alle 14 Tage den Gesprächskreis in der Gemeinde Oberthal. Dies alles ist so wunderbar. Ich lerne von all den Menschen und bin so dankbar dafür. Wenn mir noch jemand vor einem Jahr gesagt hätte, dass ich diese Begegnungen mit Christen und die Teilnahme an den Bibel- und Gesprächskreisen essenziell brauche, hätte ich es selbst nicht für möglich gehalten.

wndn.de: Gibt es Bibelstellen, die dir besonders wichtig sind?
Sandra: Ich fühle mich wie ein durstiger Schwamm, der alles aufsaugt, was mit meinem Glauben zu tun hat. Ja, meine Lieblingsstelle, die fast allen bekannt ist, lautet: „Denn wo zwei oder drei in meinem Namen sind, da bin ich mitten unter ihnen“ – Matthäus 18,20. Ich freue mich so sehr über jede Person, die an unserer neu gegründeten Gebetsgruppe in Tholey teilnimmt. Und es kommen immer mehr dazu.  Aufhänger für die Gründung war, dass nur noch wenige Familien mit ihren Kindern regelmäßig die Gottesdienste besuchen. Mein Anliegen ist, Erwachsene und Kinder wieder mehr an den Glauben heranzuführen.

Sehr viele Gedanken mache ich mir derzeit auch darüber, mit welchen okkulten Themen schon Kinder subtil konfrontiert werden. Schaden den Kindern eventuell Hexenbücher und Märchen mit Zauberern und weiteren Fantasiefiguren als ersten Einstieg in eine Welt der Magie und Esoterik?

Gebetsgruppe:
Wir treffen uns zu unserer Gebetsgruppe jeweils am ersten Montag jeden Monats von 15:30 Uhr bis 17:00 Uhr in der Benediktinerabtei St. Mauritius, Im Kloster 11, 66636 Tholey.

Ich bitte um Anmeldung zur besseren Planung oder auch gerne bei Fragen.

Sandra Singer
sandra.penth@web.de
0177 6895027

wndn: Sandra, was möchtest du gerne noch zum Abschluss unseres Gespräches den Lesern sagen?
Sandra: Setz dich in die Kirche und du bist bei Gott. Die Kirche kostet dich nichts, in der Esoterik lässt du viel Geld und spürst kein Ankommen. Jede/r ist von Gott angenommen, es gibt keine Unterschiede im Ansehen vor Gott und vor allem, Gott vergibt dir deine Schuld, was immer es auch ist. Du muss nur um Vergebung bitten und das Sakrament der Beichte in Anspruch nehmen. Du bekommst jederzeit die Chance auf einen Neuanfang. Du bist nie allein, Gott wartet auf dich.

Uns sollte bewusstwerden, dass dieses jetzige Leben nicht dafür gegeben wurde, nur Materiellem nachzujagen, sich selbst zu verwirklichen und alles auszukosten, was geht. Dass Erfolg, Reichtum und Schönheit keine Indikatoren für ein erfülltes Leben sind, beweisen Suizide erfolgreicher Menschen, deren Präsenz vorher auf großen Bühnen Hallen füllte. Erfolg, Macht, das Streben nach Schönheit und materiellem Reichtum sind wie „Salzwasser trinken“. Es erfüllt dich auf dieser Welt nichts außer Gott. Aus der Angst vor dem Sterben wird von Vielen möglichst alles dafür getan, lange auf diesem Planeten zu weilen und alles mitzunehmen, was geht. Aber jeder Mensch muss irgendwann gehen. Und was bleibt dann? Wenn ich aber weiß, da ist Gott, der auf mich wartet, löst sich die Angst vor dem Sterben auf.

Unser Dasein sollte bereits zu Lebzeiten auf göttliche Tugenden ausgerichtet sein, auch in Vorbereitung auf das Leben, das uns nach dem Tod erwartet. Dies ist der Sinn unseres Daseins.

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