Am frühen Morgen des 15. August machten sich 165 Gläubige aus der Pfarreiengemeinschaft auf den Weg zur traditionellen Sonnenaufgangs-Sternwanderung. Das Ziel der Pilgergruppen war der „große Fuß“ an der Skulpturenstraße vor Baltersweiler. Mit Fackeln und Laternen ausgestattet wanderten die Teilnehmer durch den Morgennebel über taufeuchte Wiesen.
Von verschiedenen Kirchen der Gemeinde starteten die einzelnen Gruppen zeitversetzt ihre Wanderung. Aus Bliesen kamen 23 Teilnehmer unter der Leitung von Paul Allerchen und Martina Weiand. Die St. Anna-Gruppe mit Markus Tröster und Anne Geiger umfasste 28 Pilger. Vom Dom aus begleitete Anne Kessler 14 Wanderer zum Zielort. Die zehnköpfige Gruppe aus Baltersweiler unter Margret Schmitts Führung erlebte beim Anstieg hinter der Mauschbacher Mühle einen besonderen Moment – eine Sternschnuppe wies ihnen den Weg. Peter Holz führte die Radfahrer aus Oberthal an, während Inge Hoffmann die Nambornener Radpilger begleitete. Zusätzlich reisten zahlreiche Gläubige mit dem Auto an, denen der Fußweg zu beschwerlich war. Die am weitesten angereisten Besucher kamen aus München.
Das Aufbauteam, bestehend aus Dieter Weisgerber, Ludger Schmitt, Markus Tröster und Roland Geiger, hatte bereits im Dunkeln Bänke und ein Zelt aufgestellt. Der große Stein wurde mit Laternen und über hundert Kräutersträußen geschmückt, die tags zuvor im Garten der Familie Geiger in Alsfassen gebunden worden waren. Diese Sträuße wurden während des Gottesdienstes nach alter Tradition gesegnet und gegen eine Spende an die Anwesenden verteilt.
Pastor Leist griff in seiner Predigt und den Fürbitten das Motto der Veranstaltung „Miteinander – Füreinander“ auf. Die musikalische Gestaltung übernahm zum vierten Mal in Folge Gerhard Tröster am Keyboard. Nach der heiligen Messe fand das traditionelle gemeinsame Frühstück statt, bei dem sich die Teilnehmer bei Kaffee und Kuchen austauschten.
Die Werkstatt von Margret und Ludger Schmidt hatte auch in diesem Jahr die symbolischen Gegenstände der Veranstaltung gefertigt: kleine handbeschriftete Klammern als Zeichen für das „Miteinander – Füreinander“ sowie kleine Tauben als Friedenssymbol.
Die Spendenbereitschaft der Teilnehmer war groß – insgesamt kamen 1.400 Euro zusammen. Der Erlös wird zu gleichen Teilen an das Demenz Netzwerk Landkreis St. Wendel und die Kükenkoje Homburg gespendet. Auf eine separate Kollekte während des Gottesdienstes wurde zugunsten dieser Spendenaktion verzichtet.
Als sich die Veranstaltung dem Ende zuneigte, erschien pünktlich zum Ende der Predigt die Sonne strahlend hell über dem Kesselberg. Nach und nach verließen die Pilger den Ort, das Aufbauteam räumte die Ausstattung zusammen, und der „große Fuß“ blieb allein in der Morgensonne zurück – bis zum nächsten Jahr, wenn die Tradition fortgesetzt wird.



