In unserem Interviewformat „Zehn Fragen an..“ begrüßen wir heute Nadia Schindelhauer.
Stellen Sie sich bitte kurz vor.
Mein Name ist Nadia Schindelhauer, ich bin 37 Jahre alt. Von Beruf bin ich Rechtsanwältin und seit 2022 vertrete ich die Bürgerinnen und Bürger als Abgeordnete im saarländischen Landtag (für die SPD). Ich lebe gemeinsam mit meinem Ehemann und unseren beiden Töchtern, Lea (5 Jahre) und Nele (3 Jahre), in Berschweiler, in der Gemeinde Marpingen. Diese idyllische Umgebung ist für uns ein wunderbarer Ort zum Wohnen und Aufwachsen.
Zusätzlich zu meiner parlamentarischen Tätigkeit setze ich mich auch auf kommunaler Ebene aktiv ein. Ich bin Ortsratsmitglied in meinem Heimatort Berschweiler und gestalte somit die Entwicklungen direkt vor Ort mit.
Wie sieht ein typischer Tag in Ihrem Leben aus?
Ein typischer Arbeitstag startet für mich um 6:00 Uhr morgens, wenn mein Wecker klingelt. Nach einer morgendlichen Dusche begebe ich mich direkt ins Elternabenteuer und wecke meine beiden Töchter. Das Frühstück gestaltet sich flexibel – entweder genießen wir es gemeinsam zuhause oder ich (oder auch mein Ehemann) bringen sie direkt in die Kita, wo sie dann gemeinsam mit anderen Kindern frühstücken können. Anschließend mache ich mich auf den Weg nach Saarbrücken in den Landtag.
Der Landtag ist das Herz meiner politischen Arbeit. Dort stehen verschiedene Punkte auf der Tagesordnung. Das können Arbeitskreissitzungen, Ausschusssitzungen, Fraktionssitzungen oder auch Plenarsitzungen sein. Der Nachmittag führt mich oft in den Landkreis St. Wendel, wo weitere Termine auf mich warten. Abends schließe ich meinen Tag nicht selten mit Veranstaltungen in der Gemeinde, im eigenen Landkreis oder sogar in anderen Landkreisen ab. Die Abwechslung macht meine Tage lebendig und herausfordernd zugleich.
Bei der Vielzahl an Terminen ist mir aber dennoch meine Zeit mit meiner Familie sehr wichtig. Ich versuche daher so oft wie möglich meine Töchter aus der Kita abzuholen und auch die Nachmittage und/oder Abende mit Ihnen und meinem Ehemann zu verbringen.
Wie würden Sie ihre Tätigkeit als Landtagsabgeordnete beschreiben?
Meine Tätigkeit als Landtagsabgeordnete lässt sich am besten als äußerst vielseitig und abwechslungsreich beschreiben. Es ist eine Rolle, die tiefe Einblicke in verschiedenste Themenbereiche ermöglicht. Als Abgeordnete bin ich nicht nur in der Lage politische Entscheidungen zu beeinflussen, sondern auch direkt an der Gestaltung und Entwicklung verschiedener Angelegenheiten teilzunehmen und entscheidende politische Weichen zu stellen.
Darüber hinaus erfordert meine Position als Landtagsabgeordnete auch regelmäßige Präsenz im Landkreis und in der Gemeinde, um die Bedürfnisse und Anliegen der Bürgerinnen und Bürger direkt aufzunehmen. Termine im Landkreis St. Wendel, Besuche vor Ort und Abendveranstaltungen gehören ebenfalls zu meiner Tätigkeit. Die Vielseitigkeit dieser Tätigkeit macht sie anspruchsvoll, auch äußerst bereichernd.
Insgesamt betrachtet bietet mir meine Rolle als Landtagsabgeordnete die Möglichkeit, in vorderster Reihe an politischen Entwicklungen teilzunehmen und einen positiven Einfluss auf die Lebensbedingungen der Menschen in meiner Region zu nehmen.
Inwiefern ergänzen sich ihre vielseitigen Tätigkeiten?
Die Erfahrungen, die ich in meiner Tätigkeit als Rechtsanwältin sammeln konnte, erweisen sich als äußerst wertvolle Ergänzung für meine Arbeit im Landtag. Besonders in meiner Funktion als Ausschussvorsitzende des Justizausschusses kann ich diese Erfahrungen optimal einbringen und davon profitieren.
Die juristischen Kenntnisse und das Verständnis für rechtliche Prozesse, die ich als Rechtsanwältin erworben habe, helfen mir dabei, komplexe rechtliche Themen mit einem fundierten Hintergrund zu bearbeiten. Dies trägt dazu bei, effiziente und sachkundige Entscheidungen zu treffen, die die Rechte und Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger angemessen berücksichtigen.
Ein weiterer interessanter Aspekt ist die Möglichkeit Fragestellungen, die im Rahmen meiner Anwaltstätigkeit an mich herangetragen wurden nun aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Dieser Perspektivenwechsel ermöglicht es mir, die Herausforderungen, mit denen Menschen konfrontiert sind, auf politischer Ebene zu adressieren und nachhaltige Lösungen anzustreben.
Die Verknüpfung meiner beruflichen Erfahrungen mit meiner Arbeit im Landtag schafft somit eine Synergie, die mir erlaubt, sowohl rechtliche Erwägungen als auch ein tiefes Verständnis für die Anliegen der Menschen in meiner Region in meine politische Tätigkeit einzubringen.
Wer oder was ist ihr großes Vorbild?
Ich habe kein spezifisches großes Vorbild. Stattdessen liegt mein Fokus auf meiner Familie, insbesondere meinem Mann und meinen beiden Kindern.
Meine Familie ist für mich eine konstante Quelle der Motivation und Unterstützung. Ihr Einfluss prägt nicht nur meine persönlichen Werte, sondern beeinflusst auch maßgeblich meine Herangehensweise an politische Themen. Die Verantwortung, die ich als Mutter und Ehefrau trage, hat einen direkten Einfluss auf meine politische Arbeit und stärkt meine Entschlossenheit, eine positive Veränderung für die Menschen in meiner Region herbeizuführen.
In diesem Sinne betrachte ich meine Familie als eine Art Leitstern, der mir Orientierung gibt und meine Prioritäten klar definiert. Die täglichen Herausforderungen, die ich als Mutter und Politikerin bewältige, schaffen eine Verbindung zwischen meinen persönlichen Werten und meiner politischen Verantwortung.
Was mögen Sie besonders am St. Wendeler Land?
Am St. Wendeler Land liebe ich vor allem die Menschen und die Natur. Der Zusammenhalt in den einzelnen Dörfern und die aufrichtige Hilfsbereitschaft zwischen den Menschen haben für mich einen besonderen Stellenwert. Als ‚Zugezogene‘ aus Saarbrücken erlebe ich hier eine ganz besondere herzliche Mentalität. Von Anfang an wurde ich von den Berschweiler Bürgerinnen und Bürger herzlich aufgenommen, und mittlerweile ist das St. Wendeler Land für mich zur Heimat geworden.
Die Landschaft und die Natur sind weitere Gründe, warum ich mich hier so wohlfühle. Es gibt atemberaubende Landschaften, malerische Wanderwege und eine Vielzahl von Freizeitaktivitäten. Gerade am Wochenende finde ich hier die ideale Umgebung, um mit meiner Familie zu entspannen. Die Möglichkeit, inmitten dieser Schönheit Zeit zu verbringen, ist für mich ein wertvoller Ausgleich zu meiner beruflichen und politischen Tätigkeit.
Insgesamt schätze ich die Lebensqualität und die vielfältigen Freizeitmöglichkeiten, die das St. Wendeler Land bietet. Die Liebe zur Natur und die Herzlichkeit meiner Mitmenschen tragen dazu bei, dass ich mich hier nicht nur wohl, sondern auch zuhause fühle.
Was mögen Sie verbessern?
Es gibt immer Raum für Verbesserungen, auch wenn ich mich grundsätzlich sehr wohl in meinem Landkreis fühle. Ein Bereich, der meiner Meinung nach aber noch weiter verbessert werden kann, ist der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) im ländlichen Raum. Gerade durch die Energiewende wird es für uns Bürgerinnen und Bürger im ländlichen Raum immer wichtiger und notwendiger, den öffentlichen Nahverkehr im Alltag effektiv nutzen zu können. Nicht alle Dörfer in unserem Landkreis sind gut angebunden.
Ein ausgebauter und zuverlässiger ÖPNV spielt eine entscheidende Rolle für die Lebensqualität und die nachhaltige Entwicklung in ländlichen Gebieten. Es ermöglicht nicht nur eine umweltfreundlichere Mobilität, sondern fördert auch die soziale Teilhabe und erleichtert den Alltag vieler Menschen.
Eine effiziente und gut vernetzte öffentliche Verkehrsanbindung ist ein Schlüssel zur erfolgreichen Entwicklung unserer ländlichen Gemeinden.
Was ist ihr Lieblingsort/Geheimtipp im St. Wendeler Land?
In meiner Heimatgemeinde ist mein Lieblingsplatz der Premiumwanderweg Biberpfad und die Natur um mein Heimatdorf Berschweiler herum. Bei Spaziergängen und Wanderungen kann man nicht nur exzellent abschalten, sondern mit etwas Glück sogar einen Biber sehen.
Ein kleiner Geheimtipp von mir ist der „Bi(b)ergarten“ in Berschweiler, der nahe der Wegstrecke des Biberpfades liegt. Bei schönem Wetter bietet dieser idyllische Ort nicht nur die Möglichkeit zu rasten, sondern auch mit gutem Essen und erfrischenden Getränken schöne Stunden zu erleben.
Mein Lieblingsort im St. Wendeler Land außerhalb der Gemeinde Marpingen ist die Nahequelle in Selbach, insbesondere das Wildgehege. Dieser Ort hat für mich eine besondere Bedeutung, da ich dort sehr gerne mit meiner Familie Zeit verbringe.
Insgesamt betrachtet zeigt dies, dass das St. Wendeler Land eine Vielzahl von versteckten Perlen bereithält, die es zu entdecken lohnt. Viele besondere Orte tragen dazu bei, die Schönheit und Vielfalt unserer Region zu schätzen und laden dazu ein, sie mit Familie und Freunden zu erkunden. Als tourismuspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion ist es mir wichtig dies auch immer wieder zu betonen und auf die Schönheit unseres Landkreises aufmerksam zu machen.
Was bedeutet für Sie Heimat?
Heimat ist für mich der Ort, an dem ich mich zuhause fühle, an dem ich Wurzeln schlage und mich geborgen fühle. Eine entscheidende Rolle spielt dabei natürlich meine Familie. Wo meine Familie ist, da ist für mich auch Heimat. Es geht über den physischen Ort hinaus – es ist das Gefühl von Vertrautheit und Zugehörigkeit, welches ich mit meinen Liebsten teilen darf. Diese emotionale Verbindung schafft für mich den wahren Kern dessen, was Heimat bedeutet.
Was gibt ihrem Leben die besondere Würze?
Eindeutig sind meine beiden Kinder die besondere Würze in meinem Leben. Ihr Lachen, ihre Tränen, ihre Erfolge und ihre kleinen alltäglichen Errungenschaften machen jeden Moment besonders.
Wie würden Sie die St. Wendeler Mentalität beschreiben?
Die Menschen im St. Wendeler Land empfinde ich als äußerst stolz auf ihre Region – und das völlig zu Recht. Dieser Stolz ist tief in der Verbundenheit mit ihrem Landkreis verankert. Die Liebe zur Natur, gepaart mit der Wertschätzung für die dörflichen Strukturen, prägt die St. Wendeler Mentalität. Hier spürt man eine besondere Gelassenheit im Leben.



