Meinung

Leserkommentar: Wird der Islam liberal?

Der Koran (Fotoquelle: unsplash)
Manfred Johann
Manfred Johann, Verfasser dieses Kommentars, wünscht sich, dass Menschen verschiedener Glaubensrichtungen friedlich koexistieren können.

Zunächst muss man klarstellen: Der Islam besitzt genau wie das Christentum keine homogene Glaubensrichtung. Dem aufgeklärten Islam stehen aber auch brutale Ausprägungen von religiösem Fanatismus gegenüber. Theologisch haben wir im Islam zwei große Blöcke, die Sunniten und die Schiiten.

Es gibt aber im Islam, genau wie bei den Christen noch andere Gruppierungen, wie den Sufi-Orden oder auch die sogenannten 12er Schiiten, die 12 Kalifen anerkennen, die Ismaeliten und auch die Alawiten. Die Sunniten, die größte Gruppe von Muslimen, gehören unterschiedlichen Rechtsschulen an.

Das Hauptthema bleibt der Umgang mit den heiligen Texten im Koran und der Sunna der islamischen Überlieferung. Es bleibt für jeden eine persönliche Entscheidung der Auslegung der Texte, ob er liberal, konservativ, fundamentalistisch oder sogar radikal verstanden wird. Wer glaubt aus den Texten des Koran oder den Handlungsanweisungen des Propheten Mohammed uneingeschränkt zu folgen, oder in die Gegenwart umsetzen zu können begibt sich in absolutem Gegensatz zu den Grundlagen der Demokratie.

Eines ist hier ganz klar festzustellen: die liberalen Muslime sind in der absoluten Minderheit. Die Traditionalisten und die Fundamentalisten sind weltweit die stärksten Gruppierungen. Nach meinen Recherchen gibt es in Europa auch sogenannte „Kulturmuslime“, diese Gruppe betrachtet ihre Religion als ihre private Angelegenheit.

Als Bemerkenswert betrachte ich die Situation bei den jugendlichen Muslimen in Deutschland, die sehr stark zum Fundamentalismus tendieren, beeinflusst durch die Muslimbruderschaften oder in Form des Salafismus.

Extreme Strömungen und Ausprägungen im Islam wie der IS, Boco Haran und auch Al Nusra nehmen den Koran wörtlich als Gesetzbuch und rechtfertigen sogar ihre Handlungen mit dem Verweis auf die Kriege die Mohammed geführt hat, genannt: „Djihad“, gegenüber allen Ungläubigen.

Als besonderes Beispiel gilt hier Bin Laden der den globalen Islamismus befürwortet hat und die Ereignisse vom 11. September 2001 in New York beweisen dies, dass eine Welt, in der verschiedene Kulturen und Ideologien friedlich in einer liberalen – demokratischen Weltgesellschaft koexistieren können, vorübergehend ausgeträumt ist. Der extreme Islamismus hat vor aller Augen der Welt in ungeahnter Gewalt die Wahrzeichen des Kapitalismus kläglich zusammenstürzen lassen.

In verschiedenen Ländern wie Indien, Australien, USA; Türkei als auch in Deutschland gibt es Professoren der islamischen Theologie, die neue Entwicklungen von einem liberalen Islam auslegen. Diese Reformer sind aber sehr stark gefährdet, da sie von den Fundamentalisten als „Häteriker“ (Irrlehrer) bezeichnet werden und sogar verfolgt werden. 

Nach meiner Meinung werden wir hier in Europa in den nächsten Jahren verstärkt durch die Zunahmen der Radikalisierungsbewegung herausgefordert werden. Die Innen- und Außenpolitik wird in Europa alles Mögliche zu tun haben und Präventionsmaßnahmen ergreifen müssen. Migration wird bei uns zum Ewigkeitsthema werden. Laut einer Studie der „FAZ“ leiden heute schon an Berliner Schulen die Lehrkräfte an generellem Autoritätsverlust. Besonders weibliche Lehrkräfte leiden unter dem herablassenden Verhalten von muslimischen Schülern.

In Koranschulen lernen Schüler die Autorität des Koran und des Propheten unbedingt höher einzuschätzen, als die Ihrer Klassenlehrer/innen. Viele Politiker schauen einfach weg, oder trauen sich nicht gegenüber der Öffentlichkeit etwas zu unternehmen. Es ist auch für uns Christen ein heikles Thema, aber wir müssen uns der Problematik stellen und Lösungen finden.

Dies gelingt meiner Meinung nach, nur über die Politik in Verbindung mit den Kirchen. Kultusminister in Deutschland und Europa haben alle Hände voll zu tun und müssen hier sofort Maßnahmen an den Schulen implementieren um die jungen Leute auf die Asyl und Einwanderungspolitik vorzubereiten, um ein friedliches Zusammenleben verschiedenster Religionen und Kulturen zu ermöglichen.

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