Hasborner Verein wurde einstimmig in Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften aufgenommen

Symbolbild

Die Johannes-Kühn-Gesellschaft aus Hasborn ist seit dieser Woche Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten (ALG). Bei der Jahrestagung im badischen Lörrach stimmten die Delegierten am Sonntag, dem 6. September 2026, mit nur einer Enthaltung für die Aufnahme des saarländischen Vereins in die bundesweit tätige Dachorganisation. Damit gehört die Gesellschaft nun einem Netzwerk von 271 literarischen Vereinen, Gesellschaften und Literaturmuseen in Deutschland an. Der stellvertretende Vorsitzende Armin Sinnwell vertrat den Verein vor Ort und erklärte: „Wir freuen uns auf befruchtende Kontakte, inspirierende Ideen, nützliche Kooperationen und den geselligen Austausch über Gott, die Welt und das Bindeglied zwischen beiden; die Literatur.“

Die ALG mit Sitz in Berlin versteht sich als „Lobby für die Literatur“ und setzt sich seit 1986 für die Interessen ihrer Mitglieder gegenüber der Öffentlichkeit und der Politik ein. Sie organisiert Tagungen und Fortbildungen, fördert literarische Projekte und ermöglicht den Erfahrungsaustausch zwischen den einzelnen Gruppen. Zudem fungiert sie als Mittlerin zum Bundesbeauftragten für Kultur und Medien, der die Organisation und ihre Mitglieder mit jährlich mehr als 300.000 Euro unterstützt. Für eine Aufnahme benötigen Bewerber zwei bereits zugehörige Gesellschaften als Befürworter. Diese Rolle übernahmen im Fall der Johannes-Kühn-Gesellschaft die Ödön-von-Horvath-Gesellschaft aus dem oberbayerischen Murnau und die Erasmus-Schöfer-Gesellschaft aus Bielefeld.

Rund 100 Vertreter verschiedenster Gesellschaften nahmen an der Tagung teil. Sinnwell konnte dabei nach eigenen Angaben „viele interessante Gespräche führen, in denen sich Ideen für Projekte und Kooperationen formten“. In seiner Bewerbungsrede stellte er den 2024 gegründeten Verein als eine Gemeinschaft mit 70 Mitgliedern vor, deren fester Termin jedes Jahr am 3. Oktober der Johannes-Kühn-Tag sei. Diesen beschrieb er als „ganztägigen, bunten Event“, bei dem lokale, nationale und internationale Künstler, Literaturschaffende, Weggefährten und Bewunderer des Dichters zusammenkämen. Sinnwell betonte den enormen Umfang von Kühns Gesamtwerk und die damit verbundenen Herausforderungen bei der Erschließung. Zudem verwies er darauf, dass Kühns Werke in neun Sprachen übersetzt worden seien und besonders in Frankreich große Beachtung fänden.

Die Jahrestagung in Lörrach stand im Zeichen des 200. Todestages von Johann Peter Hebel, dem badischen Volksaufklärer, Schriftsteller, Theologen, Politiker und Mundartdichter. Gastgeber war der seit 1947 bestehende Hebelbund Lörrach, der mit Vorträgen, Diskussionen und Exkursionen zu den Lebens- und Wirkungsstätten Hebels das Andenken an den Dichter pflegt. Hebel wurde am 10. Mai 1760 in Basel geboren, wuchs dort sowie im nahe gelegenen Hausen im Wiesental auf und starb am 22. September 1826 während einer Reise in Schwetzingen, wo er auch beigesetzt ist.

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