Update zum Brand bei Eitzweiler

Foto: Florian Blaes

Ein kleiner Flächenbrand hat sich am Sonntagnachmittag, 9. August 2026, bei Eitzweiler im Landkreis St. Wendel zu einem verheerenden Großbrand ausgeweitet. Mehr als 230 Einsatzkräfte aus dem Saarland und Rheinland-Pfalz waren stundenlang im Einsatz, um die Flammen unter Kontrolle zu bringen. Insgesamt wurden mehr als 15.500 Quadratmeter Fläche zerstört.

Gegen 15.40 Uhr brach gegenüber des Friedhofs ein zunächst überschaubarer Flächenbrand unmittelbar hinter mehreren Wohnhäusern aus. Wegen der anhaltenden Dürre und der extrem ausgetrockneten Vegetation griff das Feuer jedoch binnen Sekunden auf die umliegende Hecken- und Buschlandschaft über und erreichte kurz darauf ein Waldstück. Meterhohe Flammen schossen in die Höhe, eine gewaltige Rauchsäule zog in Richtung des Landkreises Birkenfeld in Rheinland-Pfalz. Sofort wurde Großalarm ausgelöst.

Trotz des schnellen Eingreifens breitete sich das Feuer rasant weiter aus. Die Flammen erfassten ein größeres Waldstück und angrenzende Wiesenflächen. Drei am Waldrand abgestellte Fahrzeuge brannten vollständig aus. An einem Hang fraßen sich die Flammen bergauf in ein weiteres Waldgebiet, wo eine Hütte, ein Anhänger und ein Bienenvolk zerstört wurden. Anschließend bewegte sich der Brand weiter in Richtung der Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz.

Die Wetterlage verschärfte die Situation zusätzlich. Eine durchziehende Kaltfront brachte auffrischenden Wind mit sich, der das Feuer immer wieder neu anfachte und die Flammen vor sich hertrieb. Bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen um 30 Grad wurde der stundenlange Einsatz für die Kräfte zur enormen körperlichen Belastung – dichter Rauch und schwieriges Gelände kamen erschwerend hinzu.

Zahlreiche wasserführende Feuerwehrfahrzeuge rückten in das Brandgebiet vor. Eine durch das Gelände verlaufende Starkstrom-Freileitung konnte vor den Flammen geschützt werden, ein Stromausfall blieb aus. Der Katastrophenschutz brachte mehrere Abrollbehälter mit großen Wasservorräten zur Einsatzstelle, tausende Liter Löschwasser mussten in das weitläufige Gebiet transportiert werden.

Spontane Hilfe kam von Landwirten aus der Region: Sie unterstützten die Einsatzkräfte mit Grubern zum Anlegen von Schneisen sowie mit wassergefüllten Güllefässern, die sich als äußerst wirkungsvoll bei der Brandbekämpfung erwiesen. Auch aus dem benachbarten Rheinland-Pfalz rückten weitere Fahrzeuge und Kräfte aus dem Landkreis Birkenfeld sowie den Verbandsgemeinden Birkenfeld und Baumholder an. Die Bundeswehr beteiligte sich ebenfalls mit Spezialfahrzeugen, darunter einem Waldbrandfahrzeug.

Aus der Luft unterstützte ein Polizeihubschrauber aus Koblenz die Löscharbeiten mit Löschwasserabwürfen und bekämpfte insbesondere schwer zugängliche Bereiche des Brandgebiets. Unmittelbar hinter der Ortslage von Eitzweiler wurde die Einsatzleitung eingerichtet, wo sich auch Kräfte des Rettungsdienstes, des DRK und der Malteser positionierten. Für die zahlreichen Helfer wurde zudem eine Verpflegungsstation aufgebaut.

Erst am Abend gelang es den mehr als 230 Einsatzkräften aus nahezu allen Kommunen des Landkreises St. Wendel sowie den Verstärkungen aus Rheinland-Pfalz, die weitere Ausbreitung zu stoppen und den Brand unter Kontrolle zu bringen.

Der Großbrand reiht sich in eine Serie von Vegetationsbränden während der anhaltenden Trockenperiode ein. Für den Landkreis St. Wendel war es bereits der dritte größere Flächen- beziehungsweise Waldbrand. Eine Entspannung der angespannten Lage ist angesichts der weiterhin trockenen Witterung vorerst nicht in Sicht.

Foto: Florian Blaes
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