Feuer fraß sich bei Primstal durch steilen Waldhang – Feuerwehrleute hielten die ganze Nacht Brandwache

Foto: Florian Blaes

Ein Waldbrand großen Ausmaßes hat am Donnerstag zwischen Primstal und Kastel in der Gemeinde Nonnweiler einen der umfangreichsten Feuerwehreinsätze der vergangenen Jahre im Saarland ausgelöst. Gegen 17.45 Uhr geriet ein Waldstück an der L147 in Höhe der Kläranlage in Brand. Die Flammen breiteten sich rasch auf rund fünf Hektar aus – eine Fläche, die etwa der Größe der Talsperre Nonnweiler entspricht – und bewegten sich aufgrund der Trockenheit weiter in Richtung Süden.

Der Einsatz stellte die Rettungskräfte vor enorme Herausforderungen. Der Brandherd lag an einem steilen Hang, sodass Schläuche und schweres Gerät mühsam durch unwegsames Gelände geschleppt werden mussten. Wegen der extremen körperlichen Belastung wurden die Feuerwehrleute regelmäßig ausgetauscht. Zeitweise waren zwischen 300 und 350 Einsatzkräfte aus mehreren Landkreisen vor Ort. Neben den Feuerwehren des Landkreises St. Wendel rückten unter anderem die Waldbrand-Fachzüge aus Merzig-Wadern und Birkenfeld, die Werkfeuerwehr Diehl, der Saarforst Landesbetrieb sowie Kräfte aus Rheinland-Pfalz an. Ein Löschhubschrauber aus Rheinland-Pfalz entnahm bis zum Einbruch der Dunkelheit Löschwasser aus dem Eulensee bei Nonnweiler und lieferte Lagebilder aus der Luft. Das Deutsche Rote Kreuz und die Malteser übernahmen die Verpflegung und sanitätsdienstliche Betreuung.

Am späten Abend gelang es, das Feuer einzudämmen – vollständig unter Kontrolle war es jedoch noch nicht. Immer wieder flammten Glutnester auf, weshalb rund 50 Feuerwehrleute über Nacht als Brandwache vor Ort blieben. Wärmebildkameras aus der Luft halfen dabei, versteckte Brandherde frühzeitig aufzuspüren. Die kühleren und feuchteren Temperaturen in der Nacht kamen den Einsatzkräften zugute.

Eine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung bestand nach Angaben der Behörden nicht. Evakuierungen waren nicht nötig, da sich das Feuer ausschließlich im Waldgebiet ausbreitete. Wegen der starken Rauchentwicklung wurden Anwohner jedoch zeitweise aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Die L147 zwischen Kastel und Primstal wurde vorsorglich gesperrt, die Autobahn A1 blieb befahrbar. Die Bevölkerung wurde gebeten, den Einsatzbereich weiträumig zu meiden.

Auch das Ministerium für Inneres, Bauen und Sport war in die Koordination eingebunden. Über das Gemeinsame Melde- und Lagezentrum von Bund und Ländern wurden Satellitenbilder des europäischen Copernicus-Systems angefordert, um die Ausbreitung des Feuers laufend zu beobachten. Über das Modulare Warnsystem des Bundes (MoWaS) wurde zudem eine Warnmeldung herausgegeben.

Innenminister Reinhold Jost und Landesbrandinspekteur Timo Meyer verschafften sich persönlich vor Ort ein Bild der Lage. Jost erklärte: „Mein besonderer Dank gilt heute allen Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmännern sowie den Einsatzkräften von Polizei, Hilfsorganisationen, Rettungsdiensten und allen weiteren Beteiligten, auch den Kollegen aus Rheinland-Pfalz. Was hier geleistet wird, ist außergewöhnlich. Das hochprofessionelle und hervorragende Zusammenspiel aller Kräfte zeigt einmal mehr, wie gut unser Hilfeleistungssystem funktioniert. Die Bevölkerung kann darauf vertrauen, dass alles Notwendige getan wird, um den Brand schnellstmöglich unter Kontrolle zu bringen und Gefahren für Menschen abzuwenden.“

Die Ursache des Waldbrandes ist derzeit noch unklar. Die Ermittlungen dauern an.

Foto: Florian Blaes
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