Im Hohen Dom zu Trier hat Bischof Dr. Stephan Ackermann am 12. September 2026 drei Männer zu Diakonen geweiht: Raphael Collinet aus Tholey, Torsten Wahl aus Neuhütten und Manuel Hauth. Unter dem Bibelwort „Dient einander in Liebe“ empfingen die Kandidaten die Weihe. Collinet und Wahl werden künftig als ständige Diakone im Pastoralen Raum Hermeskeil eingesetzt, wobei Wahl seinen Zivilberuf weiterhin ausüben wird. Hauth hingegen soll im kommenden Jahr die Priesterweihe empfangen.
In seiner Predigt betonte Bischof Ackermann, dass die Neugeweihten nun „im Namen Jesu, beglaubigt durch die Kirche“ unterwegs seien. Sie dürften die Menschen durch ihr Handeln und ihre Verkündigung spüren lassen: „Gott, der dich in dieses Leben gerufen hat, weiß um dich. Er kennt dich mit Namen. Er interessiert sich für dich, er nimmt Anteil an deinem Geschick. Er lässt dich nicht fallen.“ Der Weihespruch klinge zwar einfach, doch Gott zu lieben, den Nächsten wie sich selbst und einander zu dienen sei „sehr anspruchsvoll, ja nicht selten überfordernd!“ In der Bergpredigt verlange Jesus sogar die Feindesliebe – doch damit wolle er die Menschen nicht überfordern. Es gehe nicht darum, Feinden die gleiche Sympathie entgegenzubringen wie Familienangehörigen und Freunden: „Wenn Jesus von Liebe spricht, dann geht es ihm um eine Liebe, die nicht so sehr in den Gefühlen liegt als vielmehr in den Taten.“ Das bedeute: „Betrachte den anderen als jemanden, der so wie du nach Gottes Bild geschaffen ist, der wie du ein geliebtes Geschöpf Gottes ist und der dir deshalb Schwester oder Bruder ist.“
Gleichzeitig räumte der Bischof ein, wie herausfordernd das in der heutigen Gesellschaft sei – „in der die Menschen sehr auf sich bedacht sind; in der Menschen, die keine lautstarke Lobby haben, leicht übersehen werden; in der nicht wenige von der Angst umgetrieben werden, zu kurz zu kommen, und deshalb die Ellbogen ausfahren.“ Ackermann stellte sich dabei deutlich gegen menschenverachtendes Verhalten und kritisierte eine Welt, „in der das Recht des Stärkeren wieder hoffähig wird und in der bestimmte Menschen unverhohlen als ‚Trash-People‘, als ‚Abfall‘ bezeichnet werden.“ Eine „Kultur des echten Interesses am Anderen, der Rücksichtnahme und des respektvollen Miteinanders“ zu leben, mache Welt und Gesellschaft humaner: „Eine solche Kultur zu pflegen, ist eine Weise, die Liebe zu leben, die Jesus meint. Das ist echter Dienst, ist Diakonie im Sinne des Evangeliums.“
Die feierliche Zeremonie folgte dem traditionellen Ablauf: Zunächst bekundeten die Weihekandidaten ihre Bereitschaft, die Ehefrauen von Collinet und Wahl gaben ihr Einverständnis. Nach dem Gehorsamsversprechen und der Anrufung der Heiligen in der Litanei vollzog der Bischof die Weihe durch Handauflegung und das Weihegebet. Die Neugeweihten erhielten Stola und Dalmatik als liturgische Gewänder des Diakons sowie das Evangeliar. Bei der anschließenden Eucharistiefeier assistierten sie erstmals am Altar.
Als Konzelebranten wirkten unter anderen die Pfarrer der Heimat- und Einsatzorte der neuen Diakone mit sowie der Regens und der Spiritual des Priesterseminars und weitere für die Ausbildung zuständige Priester des Bischöflichen Generalvikariats. Für die musikalische Gestaltung sorgte Domorganist Marcel Eliasch. Den Projektchor aus Hermeskeil und Bernkastel-Kues leiteten Michael Meyer und Rafael Klar, an der Chororgel spielte Markus Thome, als Kantorin wirkte Antonia Lutz. Zahlreiche Familienangehörige, Freunde und Gemeindemitglieder aus den Heimat- und Einsatzorten der neuen Diakone nahmen an der Feier teil und nutzten im Anschluss die Gelegenheit zur Gratulation.
Weitere Informationen zum Berufsbild des Ständigen Diakons sind unter www.wirglaubenandich.de/seelsorgeberufe/diakon zu finden.




