Im Tierheim Linxbachhof in Niederlinxweiler arbeiten viele engagierte Menschen, denen das Wohl der Tiere wirklich am Herzen liegt. Sie geben ihr Bestes, um für jedes Tier ein passendes Zuhause zu finden – in der Hoffnung, dass sowohl die Tiere als auch die neuen Besitzer dort eine glückliche gemeinsame Zukunft haben. Trotzdem kommt es leider immer wieder vor, dass Tiere aus mangelnder Verantwortung wieder zurück ins Tierheim gebracht werden. Für die Tiere bedeutet das oft, dass sie am Ende wieder dort landen, wo sie ursprünglich herkommen.
Der folgende traurige Bericht wurde von Meike Schwarzweller von den Linxbachwölfen verfasst. Meike ist erfahrene Hundetrainerin und sehr aktiv engagiert im Tierheim. Informationen zu ihrer Arbeit innerhalb und außerhalb des Tierheims sind auf der Homepage des Tierheims zu finden.
„Manchmal machen uns die Dinge, die wir erleben, einfach sprachlos. Und unendlich traurig.
Wenn wir ein Tier vermitteln, wird vertraglich festgehalten, dass es zu uns zurückkehrt, falls seine Haltung aus irgendeinem Grund nicht mehr möglich ist. Die meisten Menschen halten sich daran – und dafür sind wir sehr dankbar.
Gerade bei Hunden mit Verhaltensauffälligkeiten nehmen wir uns besonders viel Zeit. Wir beraten, begleiten und prüfen sorgfältig, ob Mensch und Hund wirklich zusammenpassen. Denn am Ende geht es um die Sicherheit und das Wohl aller Beteiligten.
Umso erschütternder ist es, wenn ein Hund ohne unser Wissen einfach weiterverkauft wird – und dann auch noch über eBay an Menschen, die weder seine Vorgeschichte kennen, noch ausreichend auf die Verantwortung vorbereitet sind, die sie übernehmen.
Aber genau das ist jetzt passiert. Ein Hund mit bekanntem Problemverhalten wurde weitergegeben – zwar mit Maulkorb, aber ohne Rücksprache und ohne Verantwortungsbewusstsein. Denn Monate später kam es, wie es kommen musste: zu einem schweren Beißvorfall. Denn wer sich einen Hund wie eine beliebige Ware im Internet kauft, ohne sich mit seiner Vorgeschichte, seinen Bedürfnissen und möglichen Risiken auseinanderzusetzen, handelt grob fahrlässig. Und dann? Dann landet der Hund wieder dort, wo er ursprünglich herkam – im Tierheim.
Wie anders hätte diese Geschichte verlaufen können, wenn man uns rechtzeitig kontaktiert hätte. Wenn derjenige, der den Hund weitergegeben hat, Verantwortung übernommen hätte. Wenn derjenige, der ihn gekauft hat, sich vorab ernsthaft informiert hätte.
Denn ein Hund ist kein Gegenstand, den man bei Problemen einfach weiterreicht. Jeder Hund bringt seine eigene Geschichte mit. Manche mehr, manche weniger. Wer einem Hund mit Vorgeschichte ein Zuhause gibt, übernimmt von Anfang an eine besondere Verantwortung.
Doch was zu uns zurückkam, ist mehr als nur ein Hund mit Verhaltensproblemen:
- Übergewicht
- Verfilztes und ungepflegtes Fell
- Vernachlässigte Erziehung
- Ein defekter Maulkorb mit Verletzungsgefahr
Und als wäre das nicht genug, wird von uns nun Verständnis und Mitgefühl erwartet – nicht für den Hund, sondern für diejenigen, die die Verantwortung wieder bei uns abladen. Der Tierschutz wird es schon richten. Dafür ist er schließlich da.
Die Frage, die bleibt, lautet:
Warum? Warum wird nicht rechtzeitig Hilfe gesucht? Warum wird ein Tier einfach weitergereicht? Warum übernehmen manche Menschen keine Verantwortung für Entscheidungen, die sie selbst getroffen haben?
Tagtäglich erreichen uns Anfragen zu Hunden, die unüberlegt angeschafft wurden. Gekauft, übernommen, weitergereicht. Ohne Plan, ohne Wissen, ohne Weitblick.
Und die Käufer? Oft genauso unvorbereitet. Ein günstiger Rassehund. Ein vermeintliches Schnäppchen. Verbunden mit dem guten Gefühl, ihn „gerettet“ und etwas Gutes getan zu haben.
Wenn es dann schwierig wird, soll der Tierschutz die Situation auffangen. Natürlich tun wir das – denn unsere Hunde können nichts dafür.
Doch genau solche Fälle sind der Grund, warum wir bei der Vermittlung unserer Hunde so genau hinschauen. Warum wir manchmal Nein sagen. Warum wir Auflagen machen. Und warum wir nicht jeden Hund an jeden Menschen vermitteln.
Letztlich können auch wir Menschen nur bis vor die Stirn schauen. So sorgfältig wir auch arbeiten – wir können nicht verhindern, dass Verantwortung unterschätzt, ignoriert oder am Ende auf andere abgewälzt wird.
Verantwortung endet nicht mit der Unterschrift unter einem Schutzvertrag. Dort beginnt sie erst.
Wer gerne mit Meike Kontakt aufnehmen möchten, kann sie erreichen unter:
E-Mail: sofawoelfe-saar@web.de
mobil: 0162 7760097





