Die Arbeitnehmer im Saarland konnten sich zu Beginn des Jahres 2026 über deutlich höhere Gehälter freuen. Wie das Statistische Amt mitteilte, stiegen die Bruttoverdienste im ersten Quartal um 4,7 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Da die Lebenshaltungskosten im selben Zeitraum nur um 2,2 Prozent zulegten, blieb den Beschäftigten real ein Plus von 2,6 Prozent mehr Kaufkraft.
Die Gehaltsentwicklung fiel je nach Wirtschaftszweig sehr unterschiedlich aus. Spitzenreiter waren die Finanz- und Versicherungsdienstleistungen mit einem beachtlichen Plus von 19,0 Prozent. Auch im Grundstücks- und Wohnungswesen (+ 7,9 %) sowie in der Energieversorgung (+ 7,2 %) gab es überdurchschnittliche Zuwächse. Dagegen mussten sich Beschäftigte in der Wasserversorgung und Abfallentsorgung (+ 3,1 %), im Baugewerbe (+ 1,4 %) sowie in der öffentlichen Verwaltung (+ 0,6 %) mit vergleichsweise geringen Steigerungen zufriedengeben.
Besonders erfreulich entwickelten sich die Gehälter für Geringverdiener. Das Fünftel der Vollzeitbeschäftigten mit den niedrigsten Einkommen konnte eine Steigerung von 7,3 Prozent verbuchen. Auch Auszubildende profitierten mit einem Plus von 5,0 Prozent, was hauptsächlich auf die Anhebung der Mindestausbildungsvergütung zum Jahresanfang zurückzuführen ist. Geringfügig Beschäftigte verzeichneten einen Zuwachs von 5,1 Prozent – eine Folge der Mindestlohnerhöhung von 12,82 Euro auf 13,90 Euro brutto pro Stunde und der damit einhergehenden Anhebung der Minijob-Grenze von 556 Euro auf 603 Euro.
Die positive Lohnentwicklung setzt einen Trend fort, der seit drei Jahren anhält. Nach der hohen Inflation infolge des Ukraine-Kriegs, die die Kaufkraft der Arbeitnehmer stark belastet hatte, steigen die Reallöhne nun kontinuierlich an. Die Vollzeitbeschäftigten insgesamt verzeichneten eine Gehaltssteigerung von 4,9 Prozent, während das oberste Einkommensfünftel mit 6,3 Prozent zulegte.




