Am 31. Mai 2026 wählen die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Nonnweiler einen neuen Bürgermeister. Mehrere Kandidaten treten zur Wahl an. Für die CDU geht der Landtagsabgeordnete und Ortsvorsteher von Primstal, Jonas Reiter ins Rennen. Der SPD-Gemeindeverband Nonnweiler hat Henning Bock einstimmig als Kandidaten nominiert. Auch die Freie Wähler stellen mit Johannes Peter einen Bewerber auf.
Wir haben mit Jonas Reiter (CDU) über seine Motivation für die Kandidatur, seine Ziele für die Gemeinde und seine Vorstellungen für die Zukunft von Nonnweiler gesprochen.
wndn.de: Stellen Sie sich kurz vor.
Jonas Reiter: Mein Name ist Jonas Reiter, ich bin 30 Jahre alt, komme aus Primstal und bin seit 15 Jahren kommunalpolitisch aktiv – aktuell als Ortsvorsteher und schon seit 12 Jahren als Mitglied des Gemeinderates. Nach meinem BWL-Masterabschluss war ich als Consultant in einem Saarbrücker Unternehmen tätig, bevor ich 2022 als Abgeordneter in den saarländischen Landtag gewählt wurde. Die Gemeinde Nonnweiler ist meine Heimat – hier bin ich verwurzelt und hier übernehme ich Verantwortung.
Warum kandidieren Sie als Bürgermeister?
Im vergangenen Jahr ist in mir die Entscheidung gereift, mich politisch voll und ganz auf unsere Gemeinde Nonnweiler zu konzentrieren. Für mich ist klar: Nonnweiler hat enormes Potenzial – als lebenswerte Gemeinde für Familien, als starker Wirtschaftsstandort und als Heimat, in der man sich wohlfühlt. Genau daran möchte ich mit frischem Schwung als Bürgermeister arbeiten.
Wie schätzen Sie Ihre Chancen ein, bei der Wahl am 31. Mai 2026 zu gewinnen?
Das Rennen ist offen. Gleichzeitig spüre ich großen Zuspruch und nehme viel Sympathie, Aufmunterung und Unterstützung wahr. Ich gehe in dieses Rennen, weil ich mir zutraue, die Wahl zu gewinnen. Ich gehe aber auch bewusst ein persönliches Risiko ein und setze alles auf unsere Gemeinde: Unabhängig vom Ausgang der Bürgermeisterwahl werde ich nicht erneut für den Landtag kandidieren. Meine volle Energie gilt damit unserer Gemeinde. Das Bürgermeisteramt ist eine Daueraufgabe mit Verantwortung, Präsenz und Einsatz – und genau dafür bin ich bereit.
Welche Erfahrung aus Ihrem bisherigen Leben oder Beruf hilft Ihnen in diesem Amt besonders?
Ich verbinde kommunale Erfahrung vor Ort mit meiner Vernetzung in der Landespolitik. Ich weiß, wie Entscheidungen entstehen, wo Fördermöglichkeiten liegen und wie man Projekte voranbringt. Gleichzeitig hilft mir mein Studium der Betriebswirtschaftslehre, Maßnahmen und Investitionen strukturiert zu planen, wirtschaftlich zu bewerten und konsequent umzusetzen. Eine Gemeinde ist in vielen Bereichen auch ein komplexer Betrieb mit rund 150 Beschäftigten, der organisiert und geführt werden muss.
Was ist aus Ihrer Sicht derzeit die größte Herausforderung für Nonnweiler?
Viele Menschen haben den Eindruck, dass unsere Gemeinde in den letzten Jahren in ihrer Entwicklung stehen geblieben ist. Nicht, weil keine Bauprojekte am Laufen wären, sondern weil es vielmehr um den Gesamteindruck geht: Wie tritt die Gemeinde nach außen auf? Wie funktioniert das Rathaus als Dienstleister? Welche Zukunftsthemen besetzt die Gemeinde? Hier müssen wir moderner, schneller und klarer werden – in finanzieller, struktureller und organisatorischer Hinsicht. Dazu gehört ein bürgernahes Rathaus genauso wie die Weiterentwicklung unserer acht Ortsteile, der Infrastruktur sowie der wirtschaftlichen Stärke.
Auf welche Themen würden Sie zuerst Ihre Schwerpunkte setzen?
Mir ist wichtig, zunächst gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Rathaus die Abläufe anzuschauen und gezielt zu verbessern. Ein moderner, serviceorientierter Außenauftritt der Verwaltung ist die Grundlage für vieles andere. Ich will dazu die strenge Terminpflicht abschaffen und einen Dienstleistungs-Samstag im Monat im Bürgeramt einführen.
Wie erreichbar möchten Sie als Bürgermeister für die Menschen vor Ort sein?
Sehr direkt und unkompliziert – persönlich und digital, wie ich es heute schon als Abgeordneter und Ortsvorsteher lebe. Dazu habe ich auch meine Handynummer veröffentlicht: 0151-21608046. Ich werde außerdem regelmäßige Bürgersprechstunden anbieten – im Rathaus, aber auch vor Ort in den acht Ortsteilen. Und ganz wichtig: Wer sich meldet, bekommt auch eine Rückmeldung.
Welches Projekt wäre das erste, das Sie als neuer Bürgermeister in Angriff nehmen würden?
Ich würde direkt in der ersten Woche ein klares Signal setzen und zwei Schilder im Rathaus aufhängen. Einmal im Eingangsbereich für die Bürgerinnen und Bürger mit der Botschaft „Herzlich willkommen im Rathaus Nonnweiler! Schön, dass Sie da sind – wir freuen uns, Ihnen zu helfen.“ und einmal im Mitarbeiterbereich mit dem Text „Schön, dass ihr Teil unseres Teams seid – gemeinsam machen wir unsere Gemeinde jeden Tag ein Stück besser“. Das klingt erst einmal sehr pathetisch, aber mit dieser Haltung will ich gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern frischen Wind ins Rathaus bringen.
Was läuft derzeit gut in Nonnweiler?
Unser starkes Miteinander. Die vielen engagierten Menschen in Vereinen, Feuerwehr und Ehrenamt sind eine echte Stärke. Dazu kommt eine solide wirtschaftliche Basis mit starken mittelständischen Betrieben und Industrie. Und nicht zuletzt unsere hohe Lebensqualität in einer wunderschönen Natur.
Was muss besser laufen?
Meine Ideen habe ich in sieben Themenbereichen unter dem Leitmotiv „Was wäre, wenn…“ zusammengefasst, die ausführlich auf meiner Homepage dargestellt sind (www.jonas-reiter.de).
Neben dem Rathaus als Dienstleister will ich zwei wichtige Themenbereiche nennen:
Was wäre, wenn Wirtschaftsförderung in der Gemeinde Nonnweiler wieder Chefsache ist? Unternehmen werden mit mir in der Verwaltung einen direkten Ansprechpartner haben und schnelle Unterstützung erhalten. Unsere Gewerbegebiete müssen wieder zu Aushängeschildern der Gemeinde werden. Dazu gehören gepflegte Flächen, gute Infrastruktur, aber auch neue Gewerbeflächen. Gleichzeitig möchte ich den Austausch mit den lokalen Unternehmen stärken – etwa durch einen regelmäßigen Unternehmerstammtisch oder einen Gemeinde-Gutschein, der Kaufkraft gezielt in unserer Gemeinde hält.
Aber auch die Frage: Was wäre, wenn unsere Gemeinde wirklich alle Generationen im Blick hat? Unsere Gemeinde soll ein guter Ort zum Aufwachsen, Leben und Älterwerden sein. Familien brauchen verlässliche Kitas und Schulen sowie attraktive Freizeitangebote für ihre Kinder. Jugendliche brauchen Möglichkeiten, ihre Ideen einzubringen und ihre Gemeinde aktiv mitzugestalten. Und ältere Menschen sollen auch selbstbestimmt und mobil leben können. Unser Mehrgenerationenhaus leistet hier bereits wertvolle Arbeit. Ich möchte diese Angebote weiter ausbauen und stärker in die einzelnen Ortsteile bringen – damit Hilfe und Begegnung näher zu den Menschen kommen. Für ältere Menschen und Bürgerinnen und Bürger ohne eigenes Auto kann ein Bürgerbus eine wichtige Unterstützung im Alltag sein – zum Einkaufen, zum Arzt oder zum Besuch bei Freunden. Mein Ziel ist eine Gemeinde, in der alle Generationen sagen können: Hier lebe ich gerne.
Wo sehen Sie Nonnweiler in zehn Jahren?
Als moderne, lebenswerte Gemeinde mit starken Ortsteilen, guter Infrastruktur sowie einer Verwaltung, die als Dienstleister wahrgenommen wird und in der die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ebenso zufrieden sind. Eine Gemeinde, in der sich Familien wohlfühlen, junge Menschen bleiben und Unternehmen gute Rahmenbedingungen vorfinden.
Ihr Lieblingsort in der Gemeinde Nonnweiler?
Die Talsperre Nonnweiler – sie verbindet Natur, Erholung und gleichzeitig ein wichtiges Zukunftsthema wie unsere Wasserversorgung. Für mich ist das einer der schönsten Orte in unserer Gemeinde.
Was machen Sie gerne in Ihrer Freizeit in der Gemeinde Nonnweiler?
In meiner Freizeit sieht man mich bei einem Lauf in der Natur, einem Kaltgetränk mit Freunden in der Kneipe oder bei einer Rostwurst auf dem Sportplatz.
Ein Wort, das die Gemeinde Nonnweiler am besten beschreibt?
Heimat.
Warum sollten die Bürgerinnen und Bürger Sie wählen?
Weil ich allen Bürgerinnen und Bürgern in allen acht Ortsteilen verspreche, vom ersten Tag an mit voller Kraft und Herzblut für unsere Gemeinde zu arbeiten und Dinge voranzubringen. Ich stehe für Energie, Erneuerung und Erfahrung und verstehe die Weiterentwicklung der Gemeinde Nonnweiler als meine Lebensaufgabe. Ich will gestalten statt verwalten!
Kontakt:
Telefon: 0151-21608046 (auch per WhatsApp erreichbar)
E-Mail: mail@jonas-reiter.de
Homepage: www.jonas-reiter.de
instagram.com/jonasreiter
facebook.com/jonas.reiter
Aus der Serie:
Fragen an die Bürgermeisterkandidaten: Henning Bock – unabhängiger Einzelbewerber von SPD unterstützt
Fragen an die Bürgermeisterkandidaten: Johannes Peter von den Freien Wählern



