Die Frauen Union Saar positioniert sich gegen geplante Änderungen in der Muster-Versammlungsstättenverordnung. Der von der Bauministerkonferenz vorgelegte Entwurf sieht vor, dass die bisher verpflichtende Trennung von Damen- und Herrentoiletten in Versammlungsstätten wegfallen könnte. Stattdessen würde nur noch eine „ausreichende Anzahl von Toiletten“ vorgeschrieben.
Die Landesvorsitzende der Frauen Union Saar, Anja Wagner-Scheid, fordert eine sofortige politische Auseinandersetzung mit dem Thema. „Gerade weil noch nichts entschieden ist, müssen wir jetzt über die Folgen sprechen. Wer Frauenrechte ernst nimmt, darf geschützte Räume für Frauen nicht leichtfertig zur Disposition stellen“, erklärt sie. Die Organisation betrachtet die mögliche Änderung als mehr als eine rein bauliche Anpassung. „Geschützte Frauenräume stehen für Sicherheit, Privatsphäre und Respekt. Sie sind keine Nebensache, sondern Ausdruck einer Infrastruktur, die die Bedürfnisse von Frauen berücksichtigt“, betont Wagner-Scheid.
Da die finale Umsetzung der Musterverordnung in der Verantwortung der einzelnen Bundesländer liegt, richtet die Frauen Union Saar ihre Forderungen direkt an die saarländische Landesregierung. „Die Entscheidung fällt am Ende nicht in Berlin, sondern in den Ländern. Deshalb erwarten wir von der saarländischen Landesregierung eine klare Haltung. Das Saarland darf bei einer Aufweichung bewährter Schutzräume für Frauen nicht mitmachen“, so Wagner-Scheid. Die Organisation verlangt die Beibehaltung geschlechtergetrennter Toiletten als Standard, die Sicherstellung ausreichender Kapazitäten für Frauen und eine stärkere Berücksichtigung weiblicher Bedürfnisse bei der Infrastrukturplanung. „Gleichstellung bedeutet nicht, Unterschiede auszublenden. Gleichstellung bedeutet, die Lebensrealität von Frauen ernst zu nehmen. Jetzt werden die Weichen gestellt – und das Saarland darf hier kein falsches Signal senden“, erklärt Wagner-Scheid abschließend.





