Vicus Wareswald: Kopf der Fortuna gefunden

Foto: Gemeinde Tholey

Das Grabungsteam des Wareswaldes um den Archäologen Dr. Klaus-Peter Henz (Foto) hat vermutlich das bislang fehlende Kopf-Fragment der Fortuna-Skulptur gefunden, die im vergangenen September entdeckt worden war. Der Fund galt im Herbst in archäologischen Kreisen als Sensationsfund, allerdings fehlte der Skulptur der Kopf. Seitdem hofften die Archäologen natürlich bei jedem Spatenstich, das fehlende Teil zu entdecken.

Und Glücksgöttin Fortuna war ihnen nun hold: Die Grabungshelfer Rüdiger Pees, Nicole Cranz und Norbert Kiefer stießen bei ihrer Arbeit zunächst auf ein Bruchstück, das schnell als Scheitelkalotte identifiziert worden konnte. Kurze Zeit später entdeckte das Grabungsteam das Kopffragment. Aufgrund der räumlichen Nähe des Fundortes zu der Skulptur – der Kopf lag etwa zweieinhalb Meter vom Fundort des Rumpfes entfernt –, ist Klaus-Peter Henz sich sicher, dass es sich bei dem Kopf nur um das fehlende Fragment der Fortuna-Skulptur handelt. Wie die Fortuna selbst besteht der Kopf aus rötlichem Sandstein und dürfte etwa 1800 Jahren alt sein. Die 35 Zentimeter messende Sandsteinskulptur der Fortuna ist mittlerweile im Museum für Vor- und Frühgeschichte in Saarbrücken ausgestellt.

Landeskonservator Dr. Georg Breitner höchst persönlich brachte den Kopf in die Restaurationswerkstatt des Denkmalamtes nach Landsweiler-Reden. Der oberste Denkmalpfleger des Landes hatte am Fundtag in der Abtei in Tholey zu tun und hob die gute Zusammenarbeit zwischen der Terrex gGmbh und seiner Behörde ebenso hervor wie die Bedeutung der jüngsten Entdeckung: „Der Fund des Köpfchens an sich ist schon eine große Sensation. Er ist sehr kunstvoll und filigran gearbeitet, was an dieser Stelle für den Standort eines herrschaftlichen Hauses spricht.“

Dazu Klaus-Peter Henz: „Vermutlich stand hier eine stattliche Villa. Westwärts vermuten wir eine großzügig gestaltete Gartenanlage. Die prominente Aussicht über das Tal legt das nahe.“ Er vermutet hier das private Anwesen eines vermögenden Römers.

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