Der Rotary Club St. Wendel hat am 5. Februar 2026 in Tholey den Auftakt für ein umfassendes Notfallhilfe-Projekt im Landkreis St. Wendel gegeben. Bei einer feierlichen Zeremonie überreichte Clubpräsident Bernhard Kronenberger gemeinsam mit Projektleiter Martin Backes einen öffentlich zugänglichen Defibrillator an Bürgermeister Andreas Maldener. Das Gerät soll künftig rund um die Uhr für Notfälle zur Verfügung stehen.
„Im Notfall entscheiden oft wenige Minuten über Leben und Tod. Mit einem jederzeit zugänglichen Defibrillator erhöhen wir die Chancen auf schnelle Hilfe erheblich. Ich danke dem Rotary Club St. Wendel für dieses große Engagement zugunsten der Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger“, erklärte Bürgermeister Maldener bei der Entgegennahme. Die Gemeinde Tholey will zusätzlich eigene Mittel für weitere Geräte bereitstellen.
Nur vier Tage später folgte am 9. Februar 2026 die zweite Geräteübergabe in Marpingen. Bürgermeister Volker Weber zeigte sich ebenfalls erfreut über die Initiative: „Ein öffentlich zugänglicher Defibrillator kann im Ernstfall den entscheidenden Unterschied machen. Wir sind dankbar für die Initiative des Rotary Clubs und sehen darin einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit und Gesundheit unserer Bürgerinnen und Bürger.“
Das Projekt verfolgt das Ziel, den gesamten Landkreis St. Wendel mit einem Netz von Frühdefibrillatoren auszustatten. Die Geräte werden an gut erreichbaren, zentralen Orten in wetterfesten Spezialboxen montiert. Diese verfügen über integrierte Heiz- und Kühlsysteme, wodurch die Defibrillatoren bei allen Temperaturen funktionsfähig bleiben. Dies unterscheidet sie von bereits vorhandenen Geräten in Gebäuden, die nur zu bestimmten Zeiten zugänglich sind.
In der ersten Phase des Projekts erhalten die Stadt St. Wendel sowie die Gemeinden Tholey und Marpingen die neuen Geräte. Tholey wird mit fünf Defibrillatoren ausgestattet, Marpingen erhält vier Geräte. Die Verteilung richtet sich nach der jeweiligen Einwohnerzahl. Als Richtschnur gilt: Pro angefangene 3.000 Einwohner soll ein Gerät installiert werden. Für den gesamten Landkreis bedeutet dies etwa 34 Defibrillatoren.
„Wir möchten mit diesem Projekt Leben retten und gleichzeitig das Bewusstsein für schnelle Hilfe im Ernstfall stärken“, betonte Rotary-Präsident Kronenberger die Zielsetzung. Begleitend plant der Club gemeinsam mit dem DRK-Kreisverband Schulungen für die Bevölkerung. Außerdem soll eine digitale Karte mit allen Standorten entstehen, damit Helfer im Ernstfall schnell das nächste Gerät finden können.
Die Initiative reagiert auf die hohe Zahl von plötzlichen Herztodesfällen in Deutschland. Bei einem Herzstillstand sinkt mit jeder Minute ohne Wiederbelebungsmaßnahmen die Überlebenswahrscheinlichkeit drastisch. Die modernen Defibrillatoren sind so konzipiert, dass auch Menschen ohne medizinische Ausbildung sie bedienen können. Sprachansagen führen Schritt für Schritt durch die Anwendung.
Mit den symbolischen Übergaben in Tholey und Marpingen nimmt das ehrgeizige Vorhaben konkrete Formen an. Nach erfolgreichem Abschluss der Testphase sollen alle Kommunen im Landkreis mit den lebensrettenden Geräten ausgestattet werden.



